Strategie | | von Annette Mattgey

Twitter will Targeting nach Interessen ausbauen

Mit raschen Schritten treibt Twitter-CEO Dick Costolo die Entwicklung voran: Jetzt kündigte er an, die Möglichkeiten, Werbung gezielt nach Interessen auszusteuern, massiv auszubauen. Costolo hat sich dazu auf der Konferenz Engage geäußert, die das Internet Advertising Bureau (IAB) jedes Jahr veranstaltet. Für Markenartikler hatte er dazu einige Tipps auf Lager. Er riet ihnen, möglichst glaubwürdig und echt zu bleiben. "Marken fangen langsam an, das zu begreifen. Kann sein, dass der Ton etwas schrullig ist - aber das akzeptieren die User. Aber was sie hassen, ist ein inkonsistenter Tonfall." Als Negativbeispiel führte er ein amerikanisches Elektro-Unternehmen an, dass sich mühsam eine Twitter-Followerschar erarbeitet hatte - dank des Kundenservice-Teams. Später hat das Marketing den Account okkupiert und seine Botschaften darüber verschickt - in einem gänzlichen anderen Ton als der Kundenservice. "Die Kunden haben das gemerkt und missbilligt und das hat Follower gekostet."

Den Werbungtreibenden versprach Costolo, dass die Vorlieben der Nutzer stärker berücksichtigt werden und ins Targeting einfließen. Neuerungen gibt es möglicherweise auch beim Vokabular: "Favorit hört sich so hochtrabend an", bekannte Costolo. "Wer einen Tweet liest und ihn mag, wird ihn nicht gleich zum "Lieblings-Tweet" machen, daher überlegen wir uns weniger gewichtige Bezeichnungen."

Dass die rasante Geschäftsentwicklung User-Wünsche beeinträchtigt, bestreitet Costolo. "Ich glaube nicht, dass das Wachstum und der Erfolg von Twitter den User-Interessen zuwiderlaufen. Wir müssen die Meinung der User anhören und respektieren und haben dazu auch die richtigen Prozesse, damit es nicht den Geschäftszielen entgegensteht".

Zu den Verbesserungen für die Nutzer zählt etwa die am Donnerstag verkündete Ausweitung der Twitter-Partner auf mittlerweile mehr als 2000. Die Information, die ein Tweet bietet, wird dadurch wesentlich reichhaltiger: Amazon packt in seine Tweets nun nicht nur Produkt und Preis, sondern auch Bewertungen und Kommentare. Wenn die Nutzer nun alles vom Nachrichtenartikel über den Wetterbericht bis hin zu Fotos, Videos und Musikstücken bei Twitter finden können, soll sie das animieren, die Plattform gar nicht mehr zu verlassen - was die Werbungtreibenden freuen dürfte. 

Für den Kontakt zu ihnen und den Werbe- und Media-Netzwerken hat sich Twitter diese Woche mit dem Ex-Google-Manager Matt Derella verstärkt. Damit folgt Twitter dem Facebook-Beispiel. Auch hier soll mit Carolyne Everson eine renommierte Marketerin den engen Draht zur Madison Avenue pflegen. "Die Beziehungen zu den großen Netzwerken waren und sind enorm wichtig für unser Unternehmen, besonders wenn wir unser Angebot an 'Promoted Products' erweitern wollen", erklärte Joel Lunenfeld, Twitters Vice President für Markenstrategie, gegenüber Digiday

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