Twitters | | von Annette Mattgey

Twitter beschleunigt Innovationstempo

Twitter will stärker auf neue Kunden zugehen, um das zuletzt mäßige Wachstum anzukurbeln. Firmenchef Dick Costolo  versprach während der Analysten-Konferenz, die Nutzbarkeit des Kurznachrichtendienstes mit diversen Neuerungen zu verbessern. An der Börse kamen die Pläne des Kurznachrichtendienstes gut an - die Aktie stieg am Mittwoch um mehr als sieben Prozent.

Bald sollen Videos laut Costolo direkt auf Twitter geteilt werden können. Zudem will die Firma den Austausch privater Nachrichten
erleichtern und eine Funktion einführen, die für den jeweiligen User relevante Tweets filtert und aufbewahrt, wenn dieser gerade nicht angemeldet ist. Benachrichtigungen will Twitter künftig zielgerichteter verschicken und dabei auch den Aufenthaltsort der
Nutzer stärker berücksichtigen.

Was das Unternehmen plant und was es in diesem Jahr bereits umgesetzt hat, erklärt Kevin Weil (@kevinweil), VP of Product, im Twitter-Blog. Die Einführung der Video-Funktion kündigte er für die erste Jahreshälfte 2015 an. Außerdem bekannte er, dass künftig Relevanz  - und damit eine Filterung der Inhalte - eine größere Rolle in der Timeline spielen wird: "Wir überlegen uns Wege, um relevante Tweets nach oben zu holen, so dass sich die für den Nutzer interessanten Inhalte leicht finden lassen - egal ob man den ganzen Tag bei Twitter verbringt oder nur wenige Minuten." Gleichzeitig wolle man den Echtzeit-Charakter von Twitter - den eigentlichen USP - erhalten.

Den Einstieg für neue Nutzer will Costolo stark vereinfachen. Dafür kündigte er eine "Instant Timeline" an, die es Einsteigern erspart, sich erst die Kanäle anderer Nutzer zu suchen, um deren Tweets zu abonnieren. "Keine Notwendigkeit mehr, anderen Accounts zu folgen, wenn man sich registriert", erklärte Costolo auf Twitters erstem Investorentag seit dem Börsengang im vergangenen Jahr.

Twitter hatte Investoren Ende Oktober mit einem weiteren hohen Quartalsverlust und einem mäßigen Wachstum der Nutzerzahlen
enttäuscht. Zugleich betonte Finanzchef Anthony Noto, dass eigentlich viel mehr Menschen auf Inhalte bei Twitter zugriffen als die zuletzt 284 Millionen aktiven Nutzer. Pro Monat kämen rund 500 Millionen Internet-Nutzer mit Twitter in Berührung, die sich nicht angemeldeten und damit nicht als Kunden gezählt würden.

Die Nutzerzahl ist für das Geschäft von Twitter wichtig, denn sie zeigt, wie viele Menschen der Dienst mit Werbung erreichen kann. Costolo hatte zuletzt angekündigt, Twitter wolle der Dienst mit der größten Nutzerschaft werden. Der Abstand zum weltgrößten Online-Netzwerk Facebook mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Nutzern ist aber noch riesig.

(am/dpa)

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