Sven Rühlicke in Las Vegas bei der NAB Show 2016.
Sven Rühlicke in Las Vegas bei der NAB Show 2016. © Foto:NABShow

NAB Show in Las Vegas | | von einem Gastautor

TV und Radio: 4 Content-Trends aus den USA

Las Vegas ist diese Woche ein spannendes Ziel für TV- und Radio-Unternehmen und Dienstleister aus Deutschland. Sie tummeln sich mit mehr als 100.000 anderen Besuchern auf der NAB Show. Sven Rühlicke, Geschäftsführer des Audiovermarkters Spotcom und verantwortlich für das Digitalgeschäft, hat sich dort die spannendsten Panels angeschaut und die wichtigsten Content-Trends mitgebracht.

NAB Show 2016 Trend #1
Programmatic Advertising/ Big Data

Online Audio wird in Zukunft in den USA hauptsächlich programmatisch verkauft

Online-Audio-Advertising wird in den USA 2016 weiter dynamisch wachsen und für die dortige Werbeindustrie deutlich an Stellenwert gewinnen. Das zusätzliche Aufkommen von Technologie-Plattformen, die neue Werbeformate, verbesserte Performance-Messung und gezieltes Targeting ermöglichen, werden die Erlöse für Werber und Publisher deutlich steigern. 2015 war das Jahr des Experimentierens. 2016 wird der programmatische Handel von Online-Audio in den USA durchstarten. Die größten Themen der Technologie-Plattform-Anbieter in der nahen Zukunft sind Target, Measurement und Re-Targeting. Programmatic ist nur so gut wie die Qualität der verwendeten Daten. Immer wichtiger werden vollständige Datensets aus First, Second und Third Party Data.

NAB Show 2016 Trend #2
Podcast

Podcast: The next big thing?

Podcasts sind in den USA traditionell beliebt. 2016 wird die Nutzung sprunghaft steigen. Erwartet wird ein Wachstum von 24 Prozent hin zu einer Reichweite von knapp 57 Millionen Hörern im Monat. Was macht Podcasting für die Nutzer in den USA so attraktiv? Es bedient die Nischen und die Convenience der Hörer. Schnittstelle für den Podcast-Konsum ist das Smartphone, das dem Nutzer ein ununterbrochenes Hörerlebnis bietet: Das Smartphone verbindet sich automatisch mit dem Connected Home, dem Connected Car und den Kopfhörern. Angefeuert wird die Entwicklung durch stark verbesserten Content gerade in Nischenbereichen und der stetig wachsenden Awareness seitens der Rezipienten. In Sachen Monetarisierung haben sich in den USA werbefinanzierte und Subscription-Modelle entwickelt vergleichbar mit bestehenden Video-on-Demand-Angeboten

NAB Show 2016 Trend #3
Radio

# anywhere # anytime

Der traditionelle FM-Radio-Dollar wird nach wie vor verdient, aber er muss digital verlängert werden. Überall distribuiert zu sein, ist für die US-amerikanischen Radio-Publisher die erfolgsversprechende Strategie. Das nationale Radionetzwerk iHeart Radio beispielsweise generiert exklusiven Radio-Content für den Instant-Messaging-Dienst Snapchat, um Radio auch einer sehr jungen Zielgruppe näher zu bringen. iHeart Radio versucht das Beste der zwei Welten zu verbinden: Content lokaler Radiostationen sowie Nutzer-Interaktion und -information. Kuratierte Musik-Playlisten durch personalisierte Bewertungssysteme bilden den Kern. Alles ist möglich: Personalisiertes Radio oder wie bisher Live-Radio. iHeart Radio positioniert sich damit klar gegen Marktkonkurrenten wie Spotify und Pandora.

NAB Show 2016 Trend #4
VR

VR und 360 Grad-Livestreaming werden Video-Content nachhaltig prägen

Google und Youtube zündeten auf der NAB Show eine Neuigkeit nach der anderen. Anfang der Woche verkündete der Online-Video-Branchenprimus, dass seine Nutzer ab sofort 360 Grad-Livestreams abrufen könnten. Um ein erstes Anwendungsbeispiel war Youtube nicht verlegen: Sie streamten das Coachella Valley Music and Arts Festival inklusive der Neuheit Spartial Audio, das neben dem 360-Grad-Video auch ein dreidimensionales Klangbild bietet. Google möchte seinen Nutzern ein umfassendes Medienerlebnis bereiten. Auch vermarktungsseitig setzt Google zum großen Wurf an. Mit DoubleClick Dynamic Ad Insertion möchte Google nach Vorbild von Adsense den programmatischen Handel bei On-Demand-Angeboten, aber auch im linearen TV einführen und die bisherigen TV-Werbezeitenvermarkter ausstechen. Generell scheint der Kampf ums Wohnzimmer voll entbrannt. Die Umstellung des Preissystems bei Amazon Video sowie die signalisierte Bereitschaft zur Öffnung gegenüber Drittanbieter-Partnern ist eine klare Aufstellung gegen Netflix. Youtube, Amazon, Netflix und die klassischen Broadcaster kämpfen mit harten Bandagen um die Aufmerksamkeit im heimischen Wohnzimmer. Auch die Radio- und Audionutzung wird vermehrt über Smart-TVs stattfinden

Zwei Sessions zu Google & YouTube:

http://www.nabshow.com/video/youtubes-future-mobile-vr-and-putting-content-context

http://www.nabshow.com/video/transforming-tv-vr-cloud-and-multi-screen-revolution

Facts

#NAB

Über 100.000 Besucher aus 160 Ländern in 6 Tagen

1.700+ internationale Aussteller

13 Kongresse

750+ Sessions

auf knapp 100.000 Quadratmeter Kongress- und Messegelände

 

#Dmexco

43.000 Besucher aus 92 Ländern in 2 Tagen

881+ internationale Aussteller

6 Formate (Kongresse)

auf knapp 75.000 Quadratmeter Expofläche

#Medientage München

Über 6.000 Besucher in 3 Tagen

71 Aussteller

100+ Panels

TV und Radio: 4 Content-Trends aus den USA

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