Coskun Tuna, Geschäftsführer von Seeding Alliance.
Coskun Tuna, Geschäftsführer von Seeding Alliance. © Foto:Seeding Alliance

Seeding Alliance | | von Annette Mattgey

Trend zu Mobile fördert Native Advertising

Der digitale Werbemarkt setzt weiter auf Native Advertising. Vor allem durch die Ausspielung auf mobilen Endgeräten werde die Werbeform profitieren, prognostizieren Experten. Im Umkehrschluss haben klassische Display-Kampagnen ihren Zenit überschritten. Sie waren bislang die zentrale Einnahmequelle für Verlage und Medienunternehmen.

"Native Advertising befindet sich auf der Überholspur und wird in wenigen Jahren den klassischen Display-Ads den Rang ablaufen. Die aktuelle Branchenentwicklung wird durch die Prognose der Expertenbefragung gestützt. Verlage, Medienunternehmen und alle Portalanbieter, die bislang noch auf klassische Werbeformate setzen, sollten sich für die Zukunft gut vorbereiten und die Entwicklung von Native Advertising genau verfolgen", sagt Coskun Tuna, Geschäftsführer des Vermarkters und Technologieanbieters Seeding Alliance. Das Unternehmen hat 365 Branchenexperten aus werbetreibenden Unternehmen, der Medien- und Verlagsbranche, Agenturen und Vermarkter gefragt. 

83 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Native Ads in den kommenden Jahren die Werbeausspielung auf mobilen Geräten dominieren werden. Native Ads sollen sowohl Publishern als auch werbetreibenden Unternehmen höhere Umsätze verschaffen im Vergleich zu Werbung mit klassischen Display Ads (78 Prozent). Für drei Viertel verlieren die älteren Werbeformate deutlich an Wert, um in Zukunft noch als Einnahmequelle für Verlags- und Medienunternehmen zu bestehen (75 Prozent). Sechs von zehn Umfrageteilnehmer bestätigen die These, dass Native Advertising in drei Jahren mehr als die Hälfte des digitalen Werbemarktes ausmachen wird (57 Prozent).

 

Die überwiegende Mehrheit der Experten ist sich einig, dass Native Ads die Bekanntheit einer Marke steigern (87 Prozent). Trotz des werblichen Hintergrunds erachten Konsumenten die Inhalte der nativen Werbeformate als glaubwürdig (86 Prozent). Für acht von zehn der Befragten genügt die eindeutige Kennzeichnung als Anzeige, um Native Ads von redaktionellen Inhalten abzugrenzen (82 Prozent).

PR-Branche hat Entwicklung von Native Advertising verschlafen

Deutliche Kritik äußern die Branchenexperten in der Befragung an der PR-Branche. Drei von vier Befragten bestätigen, dass die Kompetenz zur Erstellung von Inhalten für Native-Advertising-Kampagnen von PR-Agenturen verschlafen wird (75 Prozent). Ihrer Meinung nach stellen gut aufbereitete Themen einer Native-Ads-Kampagne ebenso hochwertige Inhalte dar wie redaktionelle Nachrichten (75 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte der Befragten ist sich einig, dass Native Ads in sozialen Netzwerken weniger häufig als redaktionelle Inhalte geteilt werden (56 Prozent). Gleichermaßen glauben die Branchenexperten auch, dass es den Nutzern schwerfällt, native Werbeformate von redaktionellen Inhalten zu unterscheiden (56 Prozent).

 

Marktstandards notwendig

Damit die weitere Entwicklung des Werbeformats vorangetrieben wird, sollen branchenweite Marktstandards helfen. 81 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass damit die inhaltlichen Rahmenbedingungen und die formelle Ausrichtung von Native Ads vorgegeben werden sollten, um das Werbeformat noch deutlicher am Markt zu positionieren. Die Experten sind bislang uneins, ob Text-Bild-Anzeigen (Teaser) zu Native Advertising zählen. Bei der Einordnung von Werbeformaten glauben nur 13 Prozent, dass Werbeanzeigen von Google (Adwords) als Native Advertising gelten.

Hingegen lehnen 58 Prozent der Befragten ab, dass "Sponsored Posts" auf Facebook noch zu den nativen Werbeformaten zählen. Nur eine leichte Mehrheit (51 Prozent) spricht sich dafür aus, dass ein steigender Anteil von Native Ads im Marketingmix den Gebrauch von AdBlockern reduzieren wird.

Trend zu Mobile fördert Native Advertising

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht