Das Logo des neuen Telefónica-Ablegers.
Das Logo des neuen Telefónica-Ablegers. © Foto:Telefónica

Big Data | | von Annette Mattgey

Telefónica gründet smarte Tochter für das Geschäft mit Daten

In Berlin nimmt demnächst Telefónica Germany NEXT die Arbeit auf. Der Ableger des Telekommunikationsdienstleisters soll sich um Datenanalyse und das Internet of Things kümmern. "Wir gehen mit der neuen Einheit bewusst an den Standort Berlin, wo junge Gründer, Unternehmen, Investoren, Wissenschaft und Politik als Gestalter des digitalen Ökosystems aufeinander treffen", sagt Thorsten Dirks, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland. Für ihn außerdem entscheidend: die Stärken von Startups mit denen eines Konzerns zu verbinden. Die neue Gesellschaft werde eigenständig und unternehmerisch am Markt agieren und digitale Produkte und Services entwickeln.

Leiten wird das Unternehmen ab 1. Januar 2017 Nicolaus Gollwitzer. Er kommt vom Konkurrenten Vodafone und war dort als CEO Vodafone Automotive und Global Head of Telematics tätig. "In der Vernetzung von Dingen und der smarten Datenanalyse steckt ein riesiges Potenzial für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Telefónica NEXT wird Lösungen entwickeln, die die Wirtschaft braucht, um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern", beschreibt er seine neue Aufgabe.

Diese Geschäftsfelder will Telefónica NEXT abdecken:

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Wenn es um Daten geht, kann das neue Unternehmen auf den großen Bestand der Mutter zurückgreifen. Mit 44 Mio. Kundenanschlüssen ist sie der größte Mobilfunkanbieter hierzulande. "Die Analyse dieser anonymisierten Daten bringt wertvolle Erkenntnisse für sämtliche Lebensbereiche: vom Verkehr bis hin zum privaten Konsum. Das ist ein sehr interessantes Geschäftsfeld für uns", sagt Florian Marquardt, Geschäftsführer Telefónica NEXT für den Bereich Advanced Data Analytics gegenüber mobilbranche.de.

Welche Chancen daraus für die Verkehrsplanung resultieren, untersucht Telefónica in einem Projekt in Stuttgart gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Zudem werden in einem Pilotprojekt in Nürnberg auf Basis von Mobilfunkdaten die Verkehrsströme und darüber die Luftverschmutzung analysiert. Erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen.

Gerade der stationären Einzelhandel kann von der smarten Datenanalyse profitieren: "Bislang waren Kaufhäuser und Einzelhändler auf Schätzungen angewiesen, um zu wissen, wie viele Kunden tatsächlich ihre Schaufenster passieren. Durch die smarte Datenanalyse können die Bewegungsströme vor Geschäften und in Innenstadtlagen statistisch exakter berechnet werden. Unsere Stichprobe aus anonymisierten Daten ist größer und aktueller", sagt Marquardt gegenüber Location Insider.

Großen Wert legt Telefónica NEXT auf Datenschutz. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland hat Telefónica Deutschland ein Anonymisierungsverfahren entwickelt, mit dem große Datenmengen in drei Schritten komplett anonymisiert werden. Das Verfahren wurde von der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit begleitet und vom TÜV zertifiziert. Trotz vollständiger Anonymisierung kann der Kunde der Verwendung seiner anonymisierten Daten jederzeit widersprechen.

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