Hardware | | von Annette Mattgey

Tablets für alle? Die fünf häufigsten Fehler bei der Einführung

American Airlines war eine der ersten Firmen, die ihre Mitarbeiter mit Tablets ausgestattet haben. Doch nicht für jeden und in jeder Arbeitssituation ist das Gerät geeignet. Die Planung am Reißbrett ist dann doch etwas anderes als die Praxis, zieht Maya Leibman, Chief Information Officer bei American Airlines, Bilanz.

Laut Forrester Research werden 25 Prozent der Arbeitsleistung von mobilen Geräten wie iPads und Smartphones aus erbracht. Tendenz steigend. Bei der Einführung tappen viele Unternehmen jedoch in die Falle. Hier die fünf gravierendsten Fehler: 

1. Keine Strategie
Einfach aus Prestige-Gründen 20.000 Tablets anschaffen und verteilen, das hat keinen Sinn. Damit vergeudet man Geld und schafft nur Frustrationen, meint Chris Curran, Analyst für Technologie und Innovation bei PricewaterhouseCoopers. Stattdessen sollte zuerst eine kleine Gruppe in Schlüsselpositionen dasmit ausgestattet werden. Aus ihren Erfahrungen und Verbesserungsvorschlägen kann das Unternehmen seine Schlüsse ziehen und sein weiteres Vorgehen überlegen. Vorab geklärt sollte auch werden, wem die Geräte gehören und wer für die Wartung verantwortlich ist.

2. Keine Ahnung, was Tablets können - und was nicht
Tablets sind wahre Alleskönner, dennoch ersetzen sie Desktop-PCs bei weitem nicht. Einige traditionelle Computer-Programme laufen nicht auf ihnen. Außerdem können Dokumente bestimmte Eigenschaften verlieren, wenn sie per Mail auf ein mobiles Gerät geschickt werden. "Es gibt keine Garantie, dass die Dateien, die vom Desktop geschickt werden, vollständig und korrekt angezeigt werden," erklärt Ken Dulaney von Gartner. "Und es gibt auch keine Anzeige, dass etwas fehlen könnte." Einige Unternehmen versuchen das Problem zu umgehen, in dem sie ihren Mitarbeitern einen Web-basierten Zugang zu ihrem Desktop-PC am Arbeitsplatz geben. Auch das ist nicht ohne Tücken: Angestellte der Hotelgruppe Hyatt mussten feststellen, dass sie einige Funktionen auf dem iPad nur unter Zuhilfenahme einer Tastatur oder einer Maus bewältigen konnten. Nun will das Unternehmen seine PC-Programme benutzerfreundlicher für Mobilgeräte machen.

3. Falsche Erwartungen an Apps
In ihrer Naivität glauben viele Unternehmen, sie finden schnell und leicht die für sie passenden Apps. Nur die wenigsten haben selbst genügend Können und den Willen, eigene Apps zu produzieren und sie aktuell zu halten. Auch wenn die Stores für iOS- und Android-Geräte zum Brechen voll sind, so haben sie doch ihre Grenzen. "Am Anfang gab es eine Menge, das nicht funktioniert hat," räumt James McBeath, Marketing-Chef des Kajak-Herstellers Jackson Kayak ein.Von der Planung des Produktionsablaufs bis zum Hochladen von Bildern: überall hakte es. Am Ende fand das Unternehmen in den allgemein zugänglichen Stores die passenden Apps - und musste nur eine spezifische selbst entwickeln. Sie erklärt den Kunden die Historie des Unternehmens.  

4. Fehlkalkulation: Tablets sind günstiger als PCs
Der günstige Anschaffungspreis von Tablets sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Geräte öfter ausgetauscht werden müssen. Die Software-Firma SAP hat rund 14.000 Tablets an ihre Mitarbeiter verteilt und ersetzt sie nach eineinhalb bis zwei Jahren, um die neuesten Verbesserungen an Hard- und Software realisieren zu können. Wie man die Altgeräte entsorgt und wieviele Ersatzgeräte man auf Vorrat haben sollte, sind ebenfalls bedenkenswerte Punkte. Nicht zu vergessen auch die Ausgaben für die Mobilfunk-Tarife und die Apps.

5. Trugschluss: Tablets sind sicher und bequem zu managen
Einerseits brauchen die Geräte eine Menge Programme, um sie sinnvoll verwenden zu können, andererseits muss auch gewährleistet sein, dass sie sicher sind. Was passiert etwa, wenn ein privates Tablet, das zur Arbeit verwendet wird, gestohlen wird? Kann das IT-Management die Festplatte löschen? Keinen Schutz gibt es auch vor Mitarbeitern die tausende Apps und Programme herunterladen, die die IT zur Verzweiflung treiben. Bei Hyatt gab es keine Sicherheitsprobleme, aber "das Wachstum der Mobilgeräte hat uns schnell überfordert, sie fachgerecht zu betreuen," so John Prusnick, Director of IT Innovation and Strategy bei Hyatt. "Wir dachten zuerst, wir schaffen das selbst, aber wir mussten einsehen, dass wir bessere Tools und Support brauchen." Hyatt hat daraufhin neue IT-Management-Systeme eingeführt, die Sicherheit, Monitoring und technischen Support erleichtern.

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