Sumup-Lösung für den PoS.
Sumup-Lösung für den PoS. © Foto:Sumup

American Express, Groupon und Rocket Internet | | von W&V Online

Sumup schluckt Payleven: Große Fusion in der Payment-Branche

Die Reihen der Mobile Payment-Anbieter formieren sich, um sich gegen die Konkurrenz zu rüsten: Im Geschäft mit Bankkarten-Lesegeräten für Smartphones und Tablets gibt es eine große Fusion. Die Berliner Anbieter Sumup und Payleven schließen sich zusammen und wollen den Effizienzgewinn auch im internationalen Wettbewerb nutzen. Das gemeinsame Unternehmen wird den Namen Sumup tragen, wie die beiden Anbieter ankündigten. Der bisherige Sumup-Chef Daniel Klein wird es weiterführen. 

Payleven-Mitgründer Konstantin Wolff wird Marketing-Chef. "Neue Spieler im Markt haben jetzt die Chance, schneller zu agieren als alteingesessene Finanzdienstleiter und den Markt durch flexible wie dynamische Lösungen weit über das Thema Zahlung hinaus umzukrempeln und dauerhaft zu prägen," sagte Wolff bereits 2013 in einem Gastbeitrag für LEAD digital.

Die Technologie-Plattform werde zu großen Teilen von Sumup übernommen und durch einzelne Elemente von Payleven ergänzt. Auch die Lesegeräte werden von SumUp kommen. Zugleich wolle man von den Stärken von Payleven im Vertrieb profitieren, sagte Klein der dpa. "Für uns selbst ist es ein signifikanter Schritt bei der Umsetzung unserer Vision, die erste globale Marke für Kartenakzeptanz zu werden", lässt sich Klein vom Branchenportal "Gründerszene" zitieren. Der Deal sei mehrere Monaten lang vorbereitet worden, sagte Klein.

Payleven gehört zur Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet, weitere Investoren sind Seventure Partners (u.a. Holtzbrinck Ventures). Bei Sumup sind als Investoren neben anderen American Express und Groupon mit an Bord. Es gab keine Angaben dazu, wie sich die Anteile an dem neuen Unternehmen auf die bisherigen Investoren verteilen.

Das neue Sumup werde rund 300 Mitarbeiter haben, sagte Klein. In den Bereichen, die sich überschneiden, sei ein nicht näher bezifferter Stellenabbau notwendig geworden. Sumup gab bisher die Zahl der Mitarbeiter auf seiner Website mit mehr als 100 an. Beide Anbieter hatten in den vergangenen Jahren auf eine schnelle internationale Expansion gesetzt und sind zum Teil in den selben Ländern aktiv.

Die Lesegeräte, mit denen Smartphones und Tablets als Kassen genutzt werden können, sind vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen wie Cafés oder Taxi-Betriebe gedacht. "Es ist ein sehr kleinteiliges Geschäft, es ist schwierig, Margen zu erzielen", sagte Klein. "Es gab ursprünglich sehr viele Wettbewerber und mittlerweile nicht mehr." Einige Unternehmen - wie etwa Yapital, hinter dem die Otto Group steckt, sind bereits wieder vom Markt verschwunden. Er rechne für die Zukunft mit einem beschleunigten Wachstum des Marktes, sagte Klein. Die Entwicklung hin zur Karten-Nutzung auch bei kleineren Zahlungen dauere in Europa länger als viele angenommen hätten. Man brauche einen langen Atem für die nächsten zehn Jahre und zusammen sei das einfacher. Sumup selbst sei kurz davor gewesen, die Verlustzone zu verlassen. In dem Markt sind noch weitere Rivalen wie iZettle aus Schweden, PayPal oder in den USA der Pionier Square aktiv.

(am/dpa)

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