Crowdtesting | | von Annette Mattgey

Stresstest: So überstehen Apps auch heikle Situationen

Gerade einmal 31 Prozent aller Unternehmen weltweit testen ihre Apps vorab (Cap Gemini World Quality Reports 2012). Dabei mangelt es nicht an passenden Testing-Technologien und Services. Markus Steinhauser, PR-Manager bei Testbirds.de, erklärt, warum man Apps auf Herz und Nieren prüfen sollte und warum man dabei auf die Weisheit der Masse vertrauen kann. 

Egal um welche Kategorie von App es sich handelt, mittlerweile steht fest: die Funktionalität und die Benutzerfreundlichkeit sind wettbewerbsentscheidend. Denn wenn eine Applikation nicht auf Anhieb überzeugt, heißt es bei den Usern nicht App, sondern „zapp“ – das Angebot ist schließlich riesig. Allein der Google Play Store bietet rund 800.000 Programme (Stand: Januar 2013), um Android Smartphones unterhaltsamer zu machen.

Gesamtpaket: Eigene Analysen plus Crowdtesting 

Crowdtesting eignet sich als Ergänzung interner Tests: Ist die App intuitiv bedienbar? Entspricht sie den Ansprüchen der Kunden? Haben die Entwickler an alle notwendigen Features gedacht? Läuft die App auf allen gängigen Endgeräten und Systemkonfigurationen?

Crowdtesting-Anbieter sorgen für den organisatorischen Ablauf. Mit Hilfe der Schwarmintelligenz des Internets werden mobile Apps und Webseiten auf Funktionalität und Usability geprüft. Echte Endanwender testen auf ihren eigenen Geräten Apps und geben Feedback zur Anwendung. Durch die Crowd kann Software kundenspezifisch – auch vor dem Release – auf Herz und Nieren getestet werden. Unterschiedliches Nutzungsverhalten, verschiedenen Vorgehensweisen und die Vielfalt an Endgeräten sind ausgewählte Aspekte und die großen Vorteile des Crowdtestings, die bei herkömmlichen, meist automatisierten Tests oder internen Q&A's kaum hergestellt werden können. Crowdtesting ergänzt deshalb die vorhandenen Verfahren sinnvoll, indem es das Softwaretesting mit Crowdsourcing vereint. Über die Plattform von Crowdtesting-Anbietern kann sich theoretisch jeder, der ein Smartphone oder einen Desktop Computer besitzt, registrieren und Teil der Crowd werden. Die Nutzer legen ein Profil an und machen u. a. Angaben zu soziodemografischen Daten sowie zu den verfügbaren Geräten oder technischen Kenntnissen. Von Studenten über Hausfrauen bis hin zu Experten können unterschiedliche Tester-Profile mit verschiedenen Geräten – je nach Bedarf und Problemstellung – von Crowdtesting-Anbietern flexibel zur Verfügung gestellt werden. Unterschiedliche Testszenarien ermöglichen ein umfassendes Testen von Software. Außerdem finden Laien häufig Fehler, die in der Entwicklung gar nicht bemerkt wurden.

Die Nutzermeinung entscheidet über Top oder Flop

„Die App gefällt mir sehr gut.“ „Nützliche neue Features.“ „Alles läuft.“: solche Rezensionen liest man in App Stores gerne. Sie zeugen von zufriedenen Kunden. Dazu sind sie die beste Werbung für ein Unternehmen und seine mobile Anwendung. Negative Bewertungen hingegen können vernichtende Auswirkungen haben. Nicht nur, dass enttäuschte Kunden in den seltensten Fällen zurückkommen, sie schrecken mit ihrer Bewertung auch Interessenten davon ab, die App überhaupt erst zu installieren. Wie gesagt, das Angebot ist groß.

Beide Bewertungsszenarien machen deutlich, dass das crowdbasierte Testen von Apps das interne, oftmals automatisierte Testing sinnvoll ergänzt. Im besten Falle  sorgt Crowdtesting für mehr Zufriedenheit auf Anbieter- sowie auf Anwenderseite. Crowdtesting ermöglicht außerdem das Reproduzieren von Bugs. Wurde ein Problem auf einem spezifischen Gerät festgestellt, kann dieser Fehler von anderen Testern auf deren Endgerät und Systemkombination überprüft werden.

Drei Schritte zum crowdbasierten Testing

1.Sorgfältige Vorbereitung

In einem gemeinsamen Briefing mit einem Projektmanager werden individuell die Testbedingungen aufgesetzt. Dabei geht es um Fragen wie: Was soll durch den Test optimiert werden? Wie viele Tester sind für da Projekt nötig? Welche Eigenschaften und soziodemographischen Angaben sollen die Tester mitbringen? Welche quantitativen und qualitativen Fragen sind für das Testergebnis von Interesse? Wann und wie oft soll getestet werden? Auf Basis dieser Fragen entstehen das Anforderungsprofil und die Rahmenbedingungen für den gesamten Testverlauf. Die konkrete Ausgestaltung hängt freilich von der Komplexität, dem Umfang und den Kundenwünschen ab.

2. Praxistest, Dokumentation und Analyse

Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, testen im Mittel 25 Menschen auf unterschiedlichen Endgeräten und mit unterschiedlichen Betriebssystemen eine App. Testen kann im Übrigen jeder, der über einen Internetanschluss bzw. ein internetfähiges Gerät verfügt. Es ist lediglich notwendig, sich zu registrieren und einen Qualifikationstest zu absolvieren, damit der Crowdtesting-Anbieter die Qualität seiner Dienstleistung sicherstellen kann. Bei einem Projekt geben die Tester schriftlich Rückmeldung zur Benutzerfreundlichkeit der Anwendung, beantworten Fragen und belegen ihr Vorgehen anhand von Screenshots.

3. Feedback an den Auftraggeber

Dieses Tester-Feedback ist das Rohmaterial. Ein Projektmanager, der den gesamten Testablauf koordiniert und kontrolliert, wertet die Testergebnisse aus und hält schriftlich konkrete Handlungsempfehlungen für den Auftraggeber fest. Abschließend werden dem Kunden in einem Management Summary die Ergebnisse präsentiert.

Durch umfassende Expertise im optimalen Einsatz von Ressourcen können Fokusgruppen ganz nach Auftraggeberwunsch zusammengestellt und auf Projekte verteilt werden. Schließlich erfolgt die Umsetzung des Tests hinsichtlich Funktionalität und Usability innerhalb weniger Tage.

Das Einsatzgebiet reicht von der technischen Korrektheit bis zur Usability

Crowdtesting kann verschiedene Testanforderungen abbilden, die spezifisch auf bestimmte Aspekte des Qualitätsmanagements abgestimmt sind. Das Durchspielen von vorgegebenen Testcases und das Aufspüren von Bugs gehören dabei zur technisch-orientierten Qualitätssicherung, die durch Beta-Testing, Prototypen-Evaluation und Konkurrenzstudien als Komponenten einer marketing-orientierten Qualitätssicherung (Usability-Studien) ergänzt werden. Diese beiden Bereiche können kombiniert und individuell an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Neben reinem bzw. kombinierten Usability- und Bugtesting auf verschiedenen Geräten und Browsern mit unterschiedlichen Menschen, bietet Testbirds ein sogenanntes „Bug Approval“ an. Dabei werden Bugs, die ein Tester gefunden hat, von einer bestimmten Anzahl anderer Tester auf deren Systemen verifiziert oder falsifiziert, um zu überprüfen, ob die Fehler generell auftreten oder nur auf speziellen Geräten in bestimmten Systemkonstellationen.

Auf Softwarequalität und Softwarefehler können sowohl mobile Business- und Consumer-Apps unter allen führenden, mobilen Betriebssystemen, Games (browserbasiert und mobil) als auch Webseiten und Webshops unter Windows, Apple OS X und Linux mit allen im Markt befindlichen Systemkonfigurationen getestet werden.

Als Testkonstellation benutzen die individuell ausgewählten Tester ihre eigenen Geräte. Alle Tester absolvieren einen Eignungstest, damit die qualitativen Ansprüche sichergestellt werden können. Außerdem legen alle Tester ein ausführliches Profil an, um so spezifische Zielgruppen auszumachen. Die Crowd der Testbirds etwa spiegelt einen Querschnitt der Gesellschaft wider: Neben Studenten, Hausfrauen und Führungskräften stehen zahlreiche Experten mit einem riesigen Pool an Geräten zur Verfügung.

Markus Steinhauser hat Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert. Bei Testbirds ist er als Marketing und PR Manager für die Kommunikation mit Kunden, Testern sowie Journalisten zuständig. Neben der Unternehmenskommunikation verantwortet Markus Steinhauser die Testingprojekte sowohl auf Kunden- als auch auf Testerseite und kümmert sich um das Management der Crowd.

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