Instant Messaging | | von Irmela Schwab

Staub zu Staub: Warum es mit der SMS endgültig vorbei ist

Als vor über 20 Jahren die Mobiltelefonie erfunden wurde, war die SMS eigentlich als Abfallprodukt gedacht. Sie sollte lediglich dazu dienen, um Kunden über Netzstörungen zu informieren. Wer konnte damals ahnen, dass diese sich in Zukunft gegenseitig Grinsegesichter und pochende Herzen via Textnachrichten zusenden würden.

Denn so sieht die Kommunikation junger Erwachsener heute aus, wie eine aktuelle Studie von Deloitte erläutert. WhatsApp hat der Studie zufolge, die dem "Guardian" vorliegt, eine neue Generation an Instant Messaging-Superusern hervorgebracht, die ihr Smartphone dazu nutzen, um in diesem Jahr allein in Großbritannien geschätzte 300 Milliarden elektronische Nachrichten zu verschicken. Das ist gut die Hälfte mehr als im vergangenen Jahr.

Wie die Studie aufzeigt, wird der Trend von nichts Geringerem angefacht als von romantischer junger Liebe. Teenager drückten sich am liebsten durch diese Art von Zeichensprache aus, so die Studie. "Es gehört zu einer menschlichen Besonderheit, sich zu umwerben und dafür unterschiedliche Hilfsmittel zu nutzen" sagt Paul Lee, Head of Research bei Deloitte. Während die Verliebten früher in den Telefonhörer säuselten, tippten sie heute eben Botschaften über Apps wie WhatsApp, Facebook Messenger oder iMessage.

Durch das Aufkommen von Instant Messaging sind die an die sieben SMS, die eine Person pro Tag versendet hat, auf durchschnittliche 46 Botschaften angestiegen: Das bedeutet drei Stück pro Stunde tagsüber, in der Annahme, dass eine Person 16 Stunden wach ist. Eine kleine Prozentzahl davon darf sich zu den Superusern rechnen - das sind in Großbritannien etwa gut eine halbe Millionen junger Erwachsener, die bis zu tausend Nachrichten pro Monat verschicken.

Das Volumen der Instant Messages (IMs) hat die altmodische SMS im vergangenen Jahr erstmals überholt: 2013 wurden 145 Milliarden SMS versandt, aber rund 160 Milliarden Instant Messages. In diesem Jahr wird die gute alte SMS zum ersten Mal seit ihrer Einführung im Jahr 1992 mit nurmehr 140 Milliarden Stück einen Minustrend aufweisen. Bis sie dann womöglich endgültig im virtuellen Papierkorb landen wird.

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