Neue Perspektiven aufzeigen: Auf was es bei 360-Grad-Filmen wirklich ankommt.
Neue Perspektiven aufzeigen: Auf was es bei 360-Grad-Filmen wirklich ankommt. © Foto:Screenshot "Four Walls"

Virtuelles Storytelling | | von Irmela Schwab

South by Southwest: 6 Tipps für brillante VR-Filme

Menschen können drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser und drei Wochen ohne Essen auskommen - aber wie lange schaffen sie es zu überleben, ohne einen sicheren Platz als Heimat zu haben? Die Antwort darauf gibt das International Rescue Committee (IRC) in einem 360-Grad-Video. Mit dem Film "Four Walls" soll der Betrachter ganz mit dem Geschehen verschmelzen - und sich somit in die Lage der Flüchtlinge versetzen. Das Virtual-Reality-Format ist dafür wie geschaffen, so erklärten es Cathe Neukum, Executive Producer des IRC, und Gordon Meyer, Head of Marketing beim Technologie-Dienstleister Youvisit, beim Panel "Using VR to Drive Social Action" während des South by Southwest-Festivals in Austin.

Erzählstrategien, wie man sie aus klassischen Dokumentationen kennt, sind bei 360-Grad-Projekten fehl am Platz: Schließlich steht nicht der Erzähler, sondern der Betrachter im Zentrum des VR-Films. Um Menschen mit einem VR-Video wirklich zu erreichen, ist ein ganz neuartiges Storytelling notwendig. Die wichtigsten Erzähl-Tipps von Neukum und Meyer:

1. Seien Sie detailverliebt: Je mehr Details im Film berücksichtigt werden, desto unterhaltender und informativer wird es für den Zuschauer. Nebenbei stellen Sie sicher, dass für jeden ein Aspekt dabei ist, für den er sich beim Thema ganz besonders interessiert.

2. Gehen Sie dem Betrachter aus dem Weg: Nicht der Filmemacher, sondern der Zuschauer ist im Zentrum des Geschehens.

3. Zeigen Sie neue Perspektiven: Um Menschen - wie im Fall von "Four Walls" - zu verbinden, lohnt es sich die Geschichte aus jeweils ganz anderen persönlichen Perspektiven zu erzählen.

4. Keine Effekthascherei: VR bietet für den Betrachter viele neue Möglichkeiten, zum Beispiel hinter sich zu blicken. Doch mit der Zeit wird das uninteressant. Fokussieren Sie dagegen auf authentisches Storytelling und involvieren Sie den Zuschauer in einer sinnvollen Weise. 

5. Lieber einfach als zu komplex: Machen Sie es nicht zu kompliziert und überfrachten den Film. Am besten sind einfache und kraftvolle Geschichten. Überlegen Sie dabei, welche Aspekte sich für die immersive Erzähltechnik besonders eigenen. 

6. Bewerben Sie den Film: Stellen Sie sicher, dass der Film einfach zu finden ist, und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Sonst laufen Sie Gefahr, dass Ihre ganzen Bemühungen und das Budget umsonst aufgewendet wurden. 

South by Southwest: 6 Tipps für brillante VR-Filme

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