Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Social Sharing-Dienst Uber: Der Anfang vom Ende?

Der Charme-Offensive von Uber auf der Dreamforce-Konferenz zum Trotz: Außerhalb seines Heimatorts San Francisco bläst dem Fahrdienst ein rauher Gegenwind entgegen. Diese Woche unterzeichnete Rio de Janeiros Bürgermeister Eduardo Paes ein Gesetz, dass dem Startup aus San Francisco verbietet, Passagiere zu befördern. Der Vorstoß wird als Anfang vom Ende gewertet: Wenn schließlich Brasiliens zweitgrößte Stadt im Land dem Taxischreck den Rücken zuwendet, sieht es auch in anderen Teilen Brasiliens, ja sogar ganz Südamerika düster um das Geschäft der Hobbyfahrer aus. Hinzu kommt, dass auch in anderne Teilen der Welt protestiert wird: In London fordern die Taxifahrer striktere Regulierungen, ähnlich solchen, denen sie selbst unterworfen sind.  

Und so stand das Auto diese Woche in einem ganz anderen Licht da, wie sich das die Macher der Internationale Autoausstellung IAA, die vergangene Woche neue Fahrzeugtechnologie vorgestellt hat, vermutlich gewünscht hatten. Alles drehte sich um die Krise bei Volkswagen. Der Abgas-Affäre vielen mehrere Top-Manager zum Opfer. Nach VW-Vorstand Martin Winterkorn, der Anfang September von der "Süddeutschen Zeitung" noch in den Himmel gelobt wurde, ging auch PR-Chef Stephan Grühsem. Sein Nachfolger Hans-Gerd Bode kommt von Porsche - genauso wie der neue Konzernchef Matthias Müller. Bodes Aufgabe ist nicht leicht: Er muss ausbaden, was die Manipulierung der Abgastests angerichtet haben. Die bisherige Krisenstrategie war bisher noch ein Desaster. 

Ob in Autokonzernen oder Agenturen: Dass die Arbeit  oft kein Zuckerschlecken ist, weiß auch Frank Behrendt. Der Fischer Appelt-Vorstand erteilt zehn Ratschläge wie man lockerer durchs (Berufs-)Leben kommt. Dabei vergleicht er den Job mit “Monopoly für Erwachsene”. Das relativiert von vornherein die Wichtigkeit, die man dem Büro bemisst. Auch ein guter Tipp: Anstatt auch noch im Flieger zu arbeiten, solle man lieber einen Beststeller lesen.

Eine Aussage, die Hellmuth Karasek sicherlich gefallen hätte. Der Literaturkritiker ist diese Woche im Alter von 81 Jahren gestorben. An der Seite von Marcel Reich-Ranicki half Karasek in der ZDF-Sendung “Literarisches Quartett” zwölf Jahre lang gute von schlechten Büchern zu unterscheiden. Der Spitzfindigkeit des Journalisten und Theaterprofessors fiel zuletzt auch der Ikea-Katalog zum Opfer: Das Video erzielte rund 350.000 Klicks.. Das Ikea-Buch, so meckert Karasek da zum Beispiel, erzähle zwar viel, sei aber vollgemüllt mit Gegenständen. Auch die anbiedernde Du-Ansprache geht ihm auf die Nerven sowie die Anmaßung zu erklären, wie man zu schlafen oder nicht zu schlafen habe. Seinen Humor wird die Nachwelt vermissen: Auf Twitter macht die Netzgemeinde ihrer Trauer Luft.

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