Appyourself | | von Annette Mattgey

So funktionieren Apps im Do it yourself-Verfahren

Wenn es an die konkrete Umsetzung ihrer App-Pläne geht, fühlen sich viel Unternehmen unsicher. Lohnt es sich, einen Dienstleister zu beauftragen oder tut es auch eine App aus dem Baukasten? Benjamin Heisch, CEO von AppYourself, erläutert, wie die DIY-Apps funktionieren und für wen sie geeignet sind.

Es gibt viele gute Gründe für eine App. Anzuführen ist die hohe Smartphone-Verbreitung sowie die intensive Nutzung mobiler Geräte – fast 60 Prozent der Smartphone-Nutzer sind immer und überall online – und die dadurch resultierenden Möglichkeiten für Unternehmen: Neukundengewinnung und Kundenbindung. Die Kehrseite der Medaille sind die hohen Entwicklungskosten sowie die anfallenden Pflege- und Wartungskosten. Vor allem letztere sind nicht zu unterschätzen, da diese beispielsweise immer dann anfallen, wenn ein neues Mobile Device auf den Markt kommt und die App dafür optimiert werden muss. Laut einer iBusiness-Studie, in der Entwicklungsstudios und Agenturen befragt wurden, können sich die Durchschnittskosten für die App-Entwicklung, je nach Komplexitätsgrad der App, zwischen 16.500 und 79.000 Euro bewegen.

Für viele Unternehmen hat sich bereits an dieser Stelle die Frage nach einer App erübrigt. Exakt für diese Unternehmen gibt es mittlerweile jedoch eine Alternative: App-Baukastensysteme. Mit einem App-Baukasten kann jeder auch ohne Programmierkenntnisse schnell und einfach eine individuelle App erstellen und das zu einem Kostenpunkt, der selbst bei ausgereiftem Komplexitätsgrad 40 Euro pro Monat (exkl. Einrichtungsgebühr) nicht überschreiten sollte.

Das App-Baukastenprinzip: So funktioniert's

Ein App-Baukastensystem ist modular aufgebaut. Das bedeutet, dass der Nutzer aus einem Pool von vorgefertigten Modulen, die gewünschten App-Bausteine (Features) auswählt und in seine App integriert. Man startet mit einem App-Gerüst, das nach und nach mit verschiedenen Features bestückt wird. Hier eine kleine Auflistung möglicher Features:

  • Kontaktseite
  • Öffnungszeiten
  • Karte (Navigation)
  • Text, Bildgalerie, Video
  • Facebook, Twitter, RSS Feed
  • Feedback (Kundenmeinungen)
  • Mobiler Shop
  • Reservierung, Terminanfragen
  • Gutscheine
  • Veranstaltungen etc.

Mit Hilfe der gelisteten Module können Unternehmen eine mobile Webpräsenz bestehend aus Web App und nativer App erstellen, die die Interaktion und Kommunikation mit den mobilen Kunden fördert. Ist die Auswahl der Module erfolgt, pflegt der Nutzer im nächsten Schritt seine Inhalte ein und entscheidet sich für ein App-Layout.

Die inhaltliche Pflege und Verwaltung einer App erfolgt über ein Dashboard, in welchem dem Unternehmen alle notwendigen Funktionen bereitgestellt werden. Dazu loggt sich der Anwender einfach über seinen PC oder Laptop ein und kann anschließend die gewünschten Änderungen vornehmen, beispielsweise Module entfernen oder hinzufügen. Die Nutzungsstatistiken der App können ebenfalls über das Dashboard abgerufen beziehungsweise vom Anbieter des App-Baukastensystems bereitgestellt werden.

Die technische Pflege und Wartung der App, beispielsweise die Anpassung für neue mobile Geräte, übernimmt in der Regel der Anbieter des App-Baukastens. Dieser Service wird durch die monatlichen Gebühren abgedeckt.

Unter den Anbietern von App-Baukastensystemen ermöglichen einige die Erstellung einer Web App (mobile Website im Look & Feel einer App), andere die Erstellung einer nativen App (iOS- und Android App), die für den mobilen Nutzern im jeweiligen App Store zur Verfügung steht. Sehr wenige Anbieter, darunter AppYourself, bieten ihren Kunden eine Kombination aus Web und Native App an. Aber welche App-Version macht nun am meisten Sinn?

Die Frage nach dem mobilen Auftritt – Web App oder Native App?

Hat sich ein Unternehmen für einen mobilen Webauftritt entschieden und möchte diesen mit einem App-Baukastensystem realisieren, gilt es zu klären, wie die mobile Webpräsenz präsentiert werden soll – in Form einer Web App oder einer Native App? Um dies herauszufinden, sollte sich vorab die Frage gestellt werden, was mit der App erreicht werden soll. Möchte ich eine App, um mehr mobile Nutzer zu erreichen und das Neukundengeschäft voranzutreiben oder um die Bestandskundenpflege optimieren? Je nach Zielvorgabe ist der Einsatz einer Web App oder native App besser geeignet.

Unternehmerisches Denken sieht an dieser Stelle jedoch keine „entweder oder“-Abwägung vor, sondern stellt die Neukundengewinnung und die Bestandskundenpflege auf eine Stufe und erachtet beides als wichtig. Daher bietet Appyourself ein Paket an, das die Kombination von Web App und nativer App vorsieht. So ist die Unternehmens-App nicht nur im Store von Apple oder Google als native App vertreten, sondern auch im mobilen Web als Web App, zum Beispiel über mobile Suchanfragen via Google, auffindbar. Auch können QR-Codes genutzt werden, um mobiler Nutzer auf die mobile Unternehmenswebsite zu lenken. Somit eignet sich eine Web App optimal zur Akquise mobiler Neukunden. Native Apps bieten hingegen diverse Möglichkeiten zur Bestandskundenpflege und -bindung, beispielsweise durch den Versand von Push-Nachrichten, um auf aktuelle Aktionen oder Angebote hinzuweisen. Diese kurzen Nachrichten im Stil einer SMS erreichen den mobilen Kunden auch dann, wenn die App gerade nicht aktiv ist.

Für wen eignen sich App-Baukastensysteme?

Wie eingangs erwähnt, sind App-Baukastensysteme für alle Unternehmen geeignet, die aufgrund der hohen Entwicklungskosten bisher auf eine eigene App verzichtet haben. Technische Vorkenntnisse sind für die App-Erstellung mittels eines App-Baukastensystems nicht erforderlich, so dass praktisch jeder eine App erstellen kann und zwar auch für ein kleines Budget. In diesem Zusammenhang profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmenvon dem Baukastenprinzip.

Ein weiterer Anwendungsbereich des App-Baukastensysteme, der insbesondere für Agenturen relevant ist, ist die Reseller-Funktion. So bieten einige App-Baukasten-Anbieter spezielle Reseller Programme an, die es Agenturen ermöglichen, die App-Erstellung für ihre Kunden zu übernehmen und sie auf diese Weise beim Einstieg ins mobile Internet zu unterstützen. Neben der App-Erstellung übernimmt der Reseller, wenn vom Kunden gewünscht, die Pflege und Verwaltung der App. Bei der Auswahl eines Reseller Programms gilt es einige Punkte zu beachten, beispielsweise inwiefern eine flexible Preisgestaltung möglich ist oder der Reseller an Preisvorgaben des Anbieters gebunden ist und ob eine White-Label-Lösung sowie Marketing Kits zur Bewerbung der App angeboten werden. Spezielle Reseller-Workshops in puncto Vertrieb können hilfreich sein, um passende Argumente für das Verkaufsgespräch zu sammeln und sich über die aktuellen Marktentwicklungen zu informieren.

Benjamin Heisch ist Co-Founder und CEO der AppYourself GmbH und verantwortet die Bereiche Sales, Marketing und strategische Partnerschaften. AppYourself  wurde im April 2011 von Benjamin Heisch und Markus Kaiser gegründet und bietet mit dem gleichnamigen App-Baukastensystem klein- und mittelständischen Unternehmen den Einstieg ins Mobile Business.

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