Safer Internet Day | | von Annette Mattgey

Smartphone-Besitzer schieben Verantwortung ab

Fast die Hälfte der Deutschen fühlt sich nicht für die Sicherheit des eigenen Smartphones verantwortlich. Stattdessen soll's der Hersteller richten. Das zeigen aktuelle Zahlen, die Intel Security erhoben hat. Anlässlich des Safer Internet Day am 10. Februar ruft das Unternehmen, dessen bekannteste Marken die Antiviren-Software McAfee ist, Smartphone-Nutzer dazu auf, einen digitalen Gesundheits-Check durchzuführen. Wer diese fünf Empfehlungen von Intel beachtet, hat schon viel für seine Sicherheit getan.

Nahezu die Hälfte (47,6 Prozent) der Befragten fühlen sich nicht für die Absicherung ihres Mobilgeräts verantwortlich. Hier seien die Hersteller in der Pflicht, meint über ein Viertel der Smartphone-Nutzer (26,2 Prozent), oder auch die  Telekommunikationsunternehmen, so 16,1 Prozent.

Allerdings ist ihnen ihr eigenes Verhalten nicht ganz geheuer: Nur knapp über fünf Prozent sind sich keines Risikos für die Sicherheit ihrer mobilen Daten bewusst. Die AGBs beim Download von Apps lesen trotzdem nur wenige durch – nur ein Fünftel antwortete hier mit "Ja".

"Hersteller und Netzbetreiber können die Verantwortung für die IT-Sicherheit von Smartphones nicht übernehmen", so Andreas Volkert, Experte für Online-Sicherheit bei Intel Security. "Nur durch einen bewussten Umgang mit dem Gerät, inklusive der gebotenen Vorsicht bei jedem Klick, jedem Download und einer technischen Absicherung, können sich Nutzer schützen. Die Absicherung des eigenen Smartphones sollte jeder mindestens ebenso ernst nehmen, wie die Absicherung des PCs."

Hacker machen mobil

Im Jahr 2014 zählte Intel Security über fünf Millionen neue Schadprogramme, die auf Mobilgeräte abzielen. Ende des Jahres 2013 hatten die Labs noch drei Millionen Varianten beobachtet, Ende 2012 eine Million. Für das Jahr 2015 rechnet Intel Security mit einem starken Wachstum bei Malvertising. Der Begriff bezeichnet virenverseuchte Werbeanzeigen, die häufig auf Mobilgerätenutzer abzielen. Zudem erwartet Intel Security eine Zunahme von Erpresserprogrammen für Mobilgeräte, so die Vorhersagen im aktuellen Intel Security Threat Report.

Frauen sind verantwortungsvoller

Mehr Frauen (55,9 Prozent) als Männer (50,1 Prozent) fühlen sich für die Sicherheit ihres Smartphones verantwortlich. Im Vergleich der Altersgruppen geben vor allem die Befragten über 55 Jahren die Verantwortung an die Hersteller oder Telekommunikationsunternehmen weiter. 57,7 Prozent der 55-64-Jährigen und 54 Prozent der 65 Jährigen und älter sehen die Absicherung des Smartphones nicht als ihre Aufgabe an. Die 55-64-Jährigen wähnen sich zudem weniger in Gefahr als der Durchschnitt. In dieser Gruppe gaben über zehn Prozent an, dass sie kein Risiko für die Sicherheit ihres Smartphones erkennen könnten.

AGB? Ich will's gar nicht wissen

Dass kaum jemand die AGB liest, ist inzwischen ein bekanntes Problem: 24,8 Prozent der Frauen und nur 16,3 Prozent der Männer gaben an, dies immer zu tun. Vor allem die jüngeren Befragten verzichten auf diese Informationen, zwei Drittel (67,3 Prozent) der 18-24-Jährigen lesen keine AGB. Fast die Hälfte (47,5 Prozent) aller Befragten hat dazu nach eigenen Angaben keine Zeit, 12,4 Prozent sind die AGB schlichtweg "egal". Ein Viertel (25 Prozent) gab auch an, den App-Stores zu vertrauen, 11 Prozent vertrauen den Entwicklern. Auch bei dieser Frage dürfte das Gewissen nagen – nur vier Prozent halten Apps grundsätzlich für harmlos.

"Die gestiegene Bedrohungslage in Kombination mit dem noch immer geringen Sicherheitsbewusstsein erhöht das Risiko für Smartphone-Nutzer", so Volkert. "Hackern ist die mangelnde Vorsicht zudem bewusst, sie sehen mobile Nutzer als leichtere Ziele".

Die fünf Empfehlungen von Intel:

1. Schenken Sie Ihrem Handy genauso viel Aufmerksamkeit wie Ihrem PC, wenn es um Sicherheit geht? Installieren Sie auch auf dem Smartphone eine Antivirus-App.

2. Wissen Sie genau, was Sie herunterladen? Lesen Sie die Bewertungen anderer Nutzer genau, bevor Sie sich dazu entscheiden, eine neue App herunterzuladen.

3. Werden Sie in Apps automatisch angemeldet? Ändern Sie dies, um sicherzustellen, dass nur derjenige, der das Passwort kennt, auch Zugriff hat.

4. Teilen Sie nicht alles mit jeder App. Wenn eine App Zugriff auf zu viele Informationen haben möchte, laden Sie sie gar nicht erst herunter.

5. Machen Sie regelmäßig ein Backup Ihrer Daten? Tun Sie dies jeden Monat, damit Sie alle wichtigen und sensiblen Informationen parat haben, falls Ihr Handy einmal verloren geht oder gestohlen wird.

Smartphone-Besitzer schieben Verantwortung ab

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