Studie | | von Annette Mattgey

Smart TV-Nutzer haben häufig zwei Bildschirme im Blick

Wer sich einen vernetzten Fernseher zulegt, konsumiert mehr Medieninhalte und ist gleichzeitig länger online. Er gibt mehr Geld für Pay-TV-Abos aus und sieht oft zwei Bildschirme gleichzeitig. Das sind die ersten Ergebnisse einer dreiteiligen Studie zur Nutzung vernetzter TV-Geräte und Werbung in Deutschland, die die Rovi Corporation  und Decipher Research soeben veröffentlicht haben. Die zweiten Geräte dienen häufig dazu, um online nach Informationen zur aktuell laufenden TV-Sendung zu suchen.

„Smart-TVs ändern grundlegend die Nutzungsgewohnheiten der Konsumenten und der Werbemodelle im Fernsehen“, sagt Jeff Siegel, Senior Vice President Worldwide Advertising bei Rovi. „Durch unsere Studien erhalten deutsche Werbeagenturen und Marketingexperten ein klareres Bild davon, wie vernetzte Geräte die Nutzer beeinflussen. Mit diesen Erkenntnissen können unsere Kunden neue Plattformen nutzen, um Verbraucher durch gezielte Marken-Kampagnen interaktiv einzubinden und messbare Ergebnisse zu erzielen.“ In der jetzt aktuellen erste Studien-Phase ging es den Forschern darum, die Demographien und Nutzungsgewohnheiten von Smart TV-Nutzern zu erfassen. Die zweite und dritte Phase der deutschen Studie (im vierten Quatal 2012) beschäftigt sich mit der Akzeptanz und Effektivität von interaktiver Werbung auf vernetzten Geräten.

Die Besitzer von vernetzten Geräten sind vorwiegend männlich (71 Prozent) sowie besser ausgebildet und verdienen mehr als der Bundesdurchschnitt. Unter ihnen gibt es 2,5 mal so viele Tablet-Besitzer wie in der Bevölkerung. Gleichzeitig legen sie auf eine schnelle Breitbandverbindung Wert. Von ihnen haben sich 19 Prozent für den Fernsehsender Sky entschieden (zum Vergleich: neun Prozent der Gesamtbevölkerung).

67 Prozent schätzen sich selbst als technologiebegeistert ein und  geben an, dass sie sich über die neuesten Entwicklungen informieren. 45 Prozent sagen, dass sie von ihren Freunden die Ersten sind, die neue Technologie kaufen. Die Käufer sind auch die Nutzer: 80 Prozent von ihnen verwenden vernetzte Funktionen. Zudem nutzen sie vorinstallierte TV-Apps, auch wenn sie zusätzlich durchschnittlich sechs weitere Apps herunterladen. Am beliebtesten sind die neuen Möglichkeiten, um Inhalte zu suchen (das machen 38 Prozent), den TV-Konsum zu planen (31 Prozent) und Programme zu finden (24 Prozent).

Bei den Apps ist ihnen eine einfache Bedienung - möglichst ohne zusätzliches Gerät - sehr wichtig. Wenn das gut funktioniert, verzichten die User schon mal aufs Internet: 16 Prozent verbringen weniger Zeit im Internet, weil sie nun über den Fernseher Zugang zu Apps haben. Dafür sehen 13 Prozen wegen der vernetzten Funktionen mehr fern.

Mehr als eine Stunde länger als der Durchschnitt sind Haushalte mit vernetzten Geräten online, und zwar 3,1 Stunden täglich. Wenn sie einen zweiten Bildschirm während des Fernsehens vor sich haben, so vorwiegend Tablets (51 Prozent), gefolgt von Smartphone und Laptop (49 bzw. 40 Prozent). Hauptverwendungszweck: Die Recherche nach Informationen zur laufenden TV-Sendung. Bewegte Bilder ziehen sie auch im Web vor. Ihre Lieblingsseiten sind YouTube (60 Prozent), Sat1.tv (38 Prozent), ZDF Mediathek (38 Prozent), VoxNow (35 Prozent) und Kabeleins.tv (34 Prozent).

Smart TV-Nutzer haben häufig zwei Bildschirme im Blick

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