Mobile am POS | | von Irmela Schwab

Sephora hält Showrooming-Shoppern die Tür auf

Handelsunternehmen geht beim Experimentieren mit Mobile Marketing ein bisschen die Luft aus. Das hat eine Studie von BDO USA eruiert, die hundert CMOs amerikanischer Handelsunternehmen zu ihren Marketingvorhaben 2013 befragt hat. Danach hatten in diesem Jahr nur 38 Prozent der Händler in mobiles Marketing investiert. Im vergangenen Jahr waren es noch 50 Prozent. Wie die Untersuchung nahe legt, besteht der Grund dafür darin, dass die Marketer den mobilen Return on Invest noch nicht zufriedenstellend nachweisen können.

Die Kosmetikkette Sephora, die sich als digital Leader sieht, pirscht indes vor, indem sie aktuelle Trends ganz akribisch beobachtet - und für sich nutzt. Stichwort Showrooming: Wie Johnna Marcus, Direktorin Mobile und Digital Store Marketing bei Sephora in San Francisco gegenüber Mobile Marketer sagt, würden Händler ihren Kunden die Nutzung ihrer Geräte im Laden am liebsten verbieten. Unter Showrooming ist gemeint, dass Kunden lediglich in den Laden gehen, um Produkte auszuprobieren,und diese danach im Internet zu erwerben - oftmals zu einem günstigeren Preis.

Für Marcus sind Smartphone-Verbote der völlig falsche Weg. Wenn der Kunde sein Telefon nutzen will, um sein Einkaufserlebnis zu verbessern, sollte der Händler seinerseits ebenfalls an diesem Ziel arbeiten. Ihrer Meinung nach liegt ein großes Potenzial gerade darin, dass Kunden ihre Mobiltelefone zum Einkaufen ins Geschäft mitnehmen. Anstatt "on the go" zu shoppen werde sich das Smartphone künftig immer mehr zu einem persönlichen Assistenten entpuppen, der dem Kunden im Laden beratend zur Seite steht. Darüber sprach sie vor kurzem auch in einem Mini-Interview, das auf YouTube abrufbar ist.

Laut Angaben der Managerin haben in diesem Jahr bereits rund 30 Prozent aller Sephora-Kunden den Laden mit gezückten Mobiltelefon betreten. Darin erkennt Marcus den Trend zum Pre-Shopping. “Die Kunden sehen sich die Produkte bereits vor ihrem Ladenbesuch an und verwenden das Telefon im Geschäft dann dazu, um bereits erstellte Wunschlisten abzurufen und mehr Informationen zu suchen - zum Beispiel in dem sie Produkte scannen, um Ratings und Reviews zu lesen, die ihnen dabei helfen, eine bessere Entscheidung zu treffen”, beschreibt sie.

Eine mobile Anwendung, der die Mobile-Expertin große Chancen einräumt, ist die im vergangenen Sommer gelaunchte Rubrik My Beauty Bag: Darin werden alle Produkte angezeigt, die eine Kundin bereits gekauft hat. Die Idee dahinter ist, dass sie leichter wiederfindet, was sie bereits gekauft hat - und sich nicht beispielsweise im Farbton des Make-ups irrt. Neu ist auch die Funktion, dass die Wunschliste an eine weitere Person verschickt werden kann - diese weiß dann leichter, womit sie dem anderen eine Freude zum Geburtstag oder Weihnachten machen kann.

Sephora hält Showrooming-Shoppern die Tür auf

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