Thorben Fasching | | von Thorben Fasching

Selbstversuch: Eine Woche Apple Watch

Was sagt eigentlich ein Experte für Usability und E-Commerce zum neuen Wearable von Apple? LEAD-digital-Blogger Thorben Fasching* war jetzt eine Woche mit der Apple Watch unterwegs. Seine Erkenntnisse.

Wenn eine Uhr hilft, den Alltag zu erleichtern

"User Experience" ist ein Begriff, der in vielen Bereichen meines Berufes eine große Rolle spielt – selten geht es dabei aber um mein eigenes User-Verhalten. Seit einer Woche trage ich nun allerdings eine Apple Watch an meinem Handgelenk – Zeit für einen kleinen Rückblick

Design und Tragekomfort sind Dinge, die ich bei dem Wearable aus dem Hause Apple einfach mal außen vor lassen möchte, da ich in etwa wusste was mich erwartet und sich bekanntlich über Geschmäcker streiten lässt. Vielleicht ein Satz: Sie ist leicht, absolut bequem zu tragen und passt auch hervorragend zu jedem Outfit.

Zwischen Benutzung und Nutzen

Völlig gleich ob zum Anzug oder der Laufshorts – die Apple Watch bietet viel mehr als das, was sie derzeit zeigt: Abhängig von den Apps und neuen Entwicklungen im Bereich Lifestyle, Health und Connected Commerce stellt sie ein optimales Wearable dar, das sich mit der Weiterentwicklung von Apps an den User und seine Wünsche anpassen wird. In Puncto Usability und Darstellung bieten die Apple Watch Apps noch eindeutig Luft nach oben –  beweisen aber bereits in der Anfangsphase ihr Potenzial:

Dank der MyTaxi-App bestelle ich binnen Sekunden mein Taxi, ohne das Mobiltelefon aus der Tasche gezückt zu haben. Äußerst praktisch, wenn es mal schnell gehen muss - aber  schade, wenn der Fahrer mindestens genauso lange braucht wie bei einem Anruf. Trotzdem pünktlich beim Meeting angekommen (das hat mir die Zeitanzeige der Smartwatch verraten), betrete ich das Gebäude. Im Eingangsbereich: zwei Fahrstuhltüren und ein Eingang zum Treppenhaus. Mein neues gesundheitsbewusstes Smartwatch-Ich befiehlt mir die Treppe zu nehmen und ich freue mich bereits jetzt, was mir die Fitness-App am Abend sagt. Selbstverständlich wird nach dem Meeting auch die Treppe runtergegangen.

Kurze Zeit für einen Kaffee – den kann ich jetzt auch mit der Apple Watch bezahlen. Während ich meine Mails und Termine einfach und direkt am Handgelenk checke, geht es für mich wieder zurück nach Bremen ins Büro. Mit Unterstützung der DB-Navigator-App in streikfreien Zeiten ist zumindest das mobile Ticketing via Smartwatch ein echtes Vergnügen.

Einfach ist auch die Bedienung: Die Menüführung ist intuitiv, so wie man es von Apple gewohnt ist. Das Rad bietet eine gute Hilfe beim Scrollen und die Icons sind auf dem Display wider Erwarten erstaunlich gut für den Finger zu erreichen. Gold wert ist die Funktion des Annehmens und Ablehnens von Telefonaten, sei es privat oder im Meeting.

Neue Basis für Connected Commerce

Das Zusammenspiel zwischen dem iPhone und der Watch ist nahtlos, auch im Bezug auf native Apps und die der Drittanbieter - wie zum Beispiel unsere airberlin-App, die bereits zum Release der Apple Watch in den Startlöchern stand. Ob zur Buchung, der zukünftigen Bezahlung oder als Boardingpass, wird das Wearable ein ganzheitlicher Allrounder im Alltag sein, der sich seamless in die User-Journey einfügt.

Ziel ist und wird für die Unternehmen und App-Entwickler sein, die Dynamik der Connected Customer Experience aufzugreifen und somit Apps zu schaffen, die sich noch mehr mit der Lebenswelt der User verknüpfen – also Connected Commerce am Desktop zuhause, mit dem Smartphone und dem Wearable zu jeder Zeit ermöglichen. Der Mehrwert für den User ist hier eindeutig, dass auf seine Wünsche in den unterschiedlichen Situationen eingegangen wird. An dieser Stelle schließt Apple wieder eine Lücke auf dem Weg zu einem runderen System – für den User und das Unternehmen.

Fazit

Es liegt eindeutig an den App-Entwicklern und Agenturen, adäquate Konzepte und Businessmodelle zu entwickeln, die sich an die eher rudimentär ausgefallene Vorlage von Apple machen müssen. Das Wearable bietet vielversprechende Möglichkeiten, die Funktionen deutlich zu erweitern und mehr als Push-Nachrichten zu bieten.

Das allgemeine Fazit fällt besser aus als ein rein technisches oder designorientiertes, gerade weil das Potenzial so enorm ist und die Möglichkeiten für Connected Commerce in eine neue interessante Richtung gehen. Für unsere Agentur HMMH war mit der Ankündigung der Apple Watch klar, dass sie einen großen Teil zur Revolution der Smart Wearables beitragen wird. Es ist viel mehr das Zusammenspiel von der Idee, der Bedienung und dem Nutzen für den User, die dieses Produkt so wertvoll für die Zukunft macht.

Bereits jetzt schon sehe ich an den persönlichen Erfahrungen, dass sich mit der Smartwatch mein Userverhalten im Bezug auf die Nutzung meiner Devices verlagert und verteilt. Ich habe die Möglichkeit schneller und effektiver Dinge zu tun – egal wann und wo ich sie tun will.

* Thorben Fasching ist Director Marketing & User Experience bei der Serviceplan-Tochter HMMH und schreibt regelmäßig für LEAD Digital.

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