AGOF mobile facts | | von Annette Mattgey

Ronald Paul: "Deutschland verschläft den Trend zum Mobile Marketing"

Nach jahrelangen Vorarbeiten haben sie nun ihre endgültige Form gefunden: die mobile facts der AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung). Damit sind noch nicht alle Probleme gelöst, findet Ronald Paul, CEO der Performance Marketing-Agentur Quisma. Daher müssten sich die Marktbeteiligten auch an die eigene Nase fassen.

Es ist vollbracht: Kaum sind zwei Jahre ins Land gezogen, schon hat der aufstrebende deutsche Mobile-Markt seine Reichweiten- und Strukturdaten. Mit den Mobile Facts der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung, die dann ab Herbst hoffentlich vierteljährlich erscheinen werden, wurde eine wichtige Grundlage geschaffen, um dem alljährlich beschworenen Durchbruch des Mobile Marktes tatsächlich nun zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn da nicht noch der ein oder andere Stolperstein wäre und der ein oder andere Marktteilnehmer noch einige Hausaufgaben zu erledigen hätte, beispielsweise….

 …die Verbände: Die mobile facts sind ein sinnvoller Anfang, dennoch müssen die Planungsdaten für diesen dynamischen Markt noch aktueller und aussagekräftiger werden. Der BVDW sieht sich gefordert, die Standardisierung der Werbeformate weiter zu forcieren. Auch die tiefere Erforschung des Nutzungsverhalten in Mobile sollte auf der Agenda der Verbände ganz oben stehen. Und: Gezielte Aufklärung für User in Sachen Mobile-Targeting.

 …die Vermarkter und Suchmaschinen: Mobile Marketing bedeutet noch immer Mini-Patchwork. Die Einzelreichweiten der Angebote sind im Vergleich zu Online marginal. Es fehlen Kombi-Konzepte der Vermarkter, die mehrere Angebote zu sinnvollen Reichweiten-Portfolios bündeln – auch unter Zielgruppen-Aspekten. Und auch hier: Vermarkterübergreifende Standardisierung der Formate bzw. deren Bezeichnung. Gleichzeitig ist eine bewusste Preisentwicklung gefragt mit Ausgleich der steigenden CpCs bei der mobilen Suche durch höhere Conversions.

…die Agenturen: Mobile ist nicht Online! Das Nutzungsverhalten der beiden Kanäle unterscheidet sich grundlegend, aber auch die Aussteuerung, Optimierung und Bewertung von mobilen Werbekampagnen erfordert eine eigene Herangehensweise. Für die Bewertung medienspezifischer Conversions wie dem Download einer App oder eines Click2Calls gibt es bisher aber kaum sinnvolle Ansätze. Deshalb: Eigenständige Kreativ-Lösungen für Mobile statt plumper Adaptionen. Und: Kundenindividuelle oder zumindest branchenindividuelle Ansätze zur Conversion-Bewertung.

 …die Werbekunden: Häufig vernachlässigte, aber notwendige Voraussetzung, um das volle Potential einer mobilen Kampagne auszuschöpfen: Optimierung der eigenen Seiten für mobile Endgeräte oder eigene Apps mit Zusatznutzen für die User.

Fazit: Es nützt nichts, jedes Jahr von Neuem den Siegeszug des Mobile Marketings heraufzubeschwören. Solange Mobile noch immer als Anhängsel von Online behandelt wird, werden die Schlagzeilen auch 2013 und 2014 die immergleichen bleiben: Mobile vor dem Durchbruch. Und wir verschlafen in Deutschland womöglich ein goldenes Zeitalter – das des Mobile Marketings.

Ronald Paul: "Deutschland verschläft den Trend zum Mobile Marketing"

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