Responsive Hybrid App | | von Annette Mattgey

Qual der Wahl: Auf was Sie bei der App-Auswahl achten sollten

Es gibt unüberschaubar viele Möglichkeiten, eine App zu bauen. Dabei dreht sich die aktuelle Diskussion vor allem um drei App-Varianten: Native Apps, Web Apps oder Hybrid Apps. Vor diesen Alternativen standen auch Marian Sollmann (rechts) und Jan Richter, die für die Ärzteempfehlungs-Plattform jameda (Tomorrow Focus) arbeiten. Im Beitrag für LEAD digital zeigen sie anhand von Beispielen, wie die App-Entwicklung gelingt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie mobile Anwendungen für die Nutzer der unterschiedlichen mobilen Softwares (vor allem Android und iOS) optimal dargeboten werden können und gleichzeitig personelle und finanzielle Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden. Diese Debatte fokussiert auf die Optimierung mobiler Anwendungen für unterschiedliche Betriebssysteme (vor allem iOS und Android), lässt jedoch die Adaption der Angebote auf die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Gerätetypen (Tablets und Smartphones) häufig außer Acht. Diese Lücke kann eine Responsive Hybrid App schließen. Für diese Variante hat sich auch kürzlich die Arztempfehlung jameda entschieden.

Native-App, Web-App oder Hybrid-App?

Die Native App zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie speziell für ein Betriebssystem programmiert wird. Zentraler Vorteil: Sie ist perfekt optimiert an die Anforderung des Betriebssystems, für das sie programmiert ist. Allerdings funktioniert die Native App entsprechend auch nur für dieses eine System und kann nicht auf andere Systeme übertragen werden. Ein prominentes Beispiel für eine native App ist die neue Facebook-App. Mitte August ist das Social Network mit einer nativen App für iOS gestartet. Vorher war Facebook mit einer Hybrid App auf HTML5-Standard in den App-Stores vertreten.

Die Web-App ist eine mobile HTML5-Website, die ein mobiles Endgerät erkennt und entsprechend darstellt. Sie wird über einen Internetbrowser aufgerufen und funktioniert mit allen Betriebssystemen auf allen moderneren mobilen Endgeräten. Nachteile sind vor allem, dass sie die Besonderheiten der unterschiedlichen Systeme nicht optimal bedienen und auch nicht über die App-Stores vertrieben werden kann. Ein gelungenes Beispiel für eine Web App bietet zum Beispiel gutefrage.net.

Die Hybrid App vereint die Vorteile von Native App und Web App. Sie ist wie die Web App auf HTML5-Basis programmiert, kann aber über die Integration in einem nativen Container für die verschiedenen Betriebssysteme angeboten und so über die unterschiedlichen App-Stores vertrieben werden. Da heißt: Die Hybrid App fühlt sich (fast) an wie eine native App, hat aber für alle Plattformen die gleiche Code-Basis. Damit bietet die Hybrid App die Möglichkeit, mit wenig Aufwand eine mobile Anwendung für die unterschiedlichen Betriebssysteme zu erstellen. Nachteil der Hybrid App ist eine leicht geringere Performance gegenüber der Native App, insbesondere auf Geräten mit geringerer Prozessorleistung. Die App der Bier-Community untappd ist ein bekanntes Beispiel für eine Hybrid App, die im iTunes-Store und GooglePlay-Store gleichermaßen vertrieben wird.

Das Beste zweier Welten: Responsive Hybrid App

Die Diskussion um die unterschiedlichen App-Varianten konzentriert sich stark auf die Anpassung an die unterschiedlichen Betriebssysteme (insbesondere an Android und iOS). Dabei wird die Optimierung des Designs an die unterschiedlichen Endgerät-Typen wie Smartphones und Tablets innerhalb der verschiedenen Systeme häufig vernachlässigt.

Die optimale Anpassung einer Website an die verschiedenen Anforderungen unterschiedlicher Endgeräte ist der Anspruch des Responsive Designs. Dabei geht es nicht nur um die Anzeige der optimalen Größenverhältnisse, sondern auch um die Strukturierung von bspw. Navigationselementen und Texten, so dass der vorhandene Platz immer optimal ausgenutzt wird. Beispielsweise hat man auf einem Tablet die Möglichkeit, dem Nutzer deutlich mehr Funktionen direkt anzuzeigen als beim Aufruf des gleichen Angebots über ein Smartphone. Oft hat der Tablet-Nutzer jedoch nur die Wahl zwischen einer „normalen“ Website oder einem mobilen Angebot (mobile Website oder App), das oft auf die Größe von Smartphones optimiert ist. Ersteres hat den Nachteil, dass die Darstellung oft zu klein und über den Touchscreen schwierig zu bedienen ist. Letztere Möglichkeit nutzt häufig die Größe des Tablets nicht optimal aus, so dass viele Funktionen ausgespart werden, die auf dem Tablet durchaus noch Platz gefunden hätten.

Die Anwendung des Prinzips des Responsive Designs auf die Programmierung einer Hybrid App ist hier die Lösung. Die „Responsive Hybrid App“ bietet dem Nutzer das angenehmen „App-Gefühl“ auf allen gängigen Betriebssystemen und bietet gleichzeitig auch eine optimale Ansicht für Smartphones und Tablets. Ein Beispiel für diese Art von App ist die neue App von jameda: Deren Nutzer bekommen über Ihre mobile Touch-Geräte immer eine optimierte Version zu sehen, die die unterschiedlichen Platzverhältnisse optimal ausnutzt. (iTunes, GooglePlay)

Fazit: Die Berücksichtigung der Tablets bei der Erstellung mobiler Angebote wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Allein im Jahr 2012 ist der Absatz von Tablets laut einer aktuellen Studie der Bitkom vom Oktober dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent gestiegen1. Die Responsive Hybrid App ist hier ein Ansatz, der es Entwicklern ermöglicht, bei effizientem Ressourceneinsatz eine App zu entwickeln, die den Nutzern auf allen gängigen mobilen Endgeräten ein sehr gutes Nutzungserlebnis bietet.

Marian Sollmann (re) ist seit 2008 leitender Mobile-Entwickler bei jameda. Er zeichnete bereits für die erste jameda-App verantwortlich und hat seitdem alle mobilen Angebote des Unternehmens federführend entwickelt. Jan Richter ist Mitgründer und Art Director von jameda. Als Experte für User Centered und Responsive Design prägte er die mobilen Entwicklungen von jameda von Anfang an maßgeblich mit. Vor der Gründung von jameda war Richter Mitinhaber einer Webdesign-Agentur.

Qual der Wahl: Auf was Sie bei der App-Auswahl achten sollten

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