Facebook Home I | | von Irmela Schwab

"People first": Mark Zuckerberg stellt Smartphone-Interface vor

Lange Zeit gingen Gerüchte über ein Facebook Phone um. Doch was CEO Mark Zuckerberg in Kalifornien nun am 4. April auf einer Konferenz vorstellte, hat sicherlich viele überrascht. "Seitdem es sie gibt, helfen Computer nur dabei, Aufgaben zu erledigen", erklärte Zuckerberg. Spaß habe der Umgang mit den sperrigen Geräten dabei aber nie gemacht. Das ändert sich nun mit den mobilen Geräten, bei denen allerdings - so monierte der Facebook-Chef - immer noch die Apps im Vordergrund stünden. Als logische Konsequenz dreht er jetzt die Reihenfolge um: Mit dem neuen User Interface fürs Smartphone Facebook Home setzt er die Menschen an erste Stelle. 

Die Status-Updates von Freunden sind fortan direkt auf dem Screen des Smartphones zu sehen. Wartet der User etwa in der Schlange der Supermarkt-Kasse, kann er auf Anhieb sehen, was seine Freunde so treiben (siehe Bild). Ein Feature, das Facebook "Cover Feed" nennt - und in etwa so wichtig ist wie Facebooks News Feed, der dem Netzwerk erst seine Seele gegeben habe, wie Zuckerberg auf der Kundgebung wieder einmal betonte. Über Fingerwischen kann der User dann seine Apps hinzu holen, wenn er sie braucht.

Ist er aber gerade damit beschäftigt, auf seinem Telefon einen Artikel auf einer News-Site zu lesen oder ein Spiel zu spielen, während ein Freund ihm eine Nachricht via SMS oder Facebook schickt, ploppt lediglich das entsprechende Freundes-Foto auf. Der User soll bei seiner Tätigkeit ja nicht gestört werden. Will er User den Artikel zu Ende lesen oder das Spiel fertig spielen, bleibt der Kopf auf den jeweiligen Seiten. Er kann sich aber auch antippen lassen, um die Nachricht sofort zu lesen. Oder aber verschieben oder ganz wegschieben lassen. Diese Funktion nennt Facebook "Chat Head".

Dass das Facebook-Interface - zumindest bisher - nur auf Android zum Download bereit steht, erklärt Cory Ondrejka, Director Mobile Engineering beim Social Network, so: "Android ist ein offenes System und daher dazu prädestiniert sich zu verändern und neue Features für den User bereit zu stellen." Auch Facebook Home soll sich kontinuierlich verändern: Jeden Monat ist ein neues Update geplant. Die erste Version kommt am 12. April. Zeitgleich erscheint auch das Mobiltelefon HTC First beim Telekommunikations-Provider AT&T für 99,99 Dollar. Es ist das erste Telefon, dass Facebook Home bereits vorinstalliert hat. "Mobile verändert unser Leben", sagte HTC-CEO Peter Chou auf der Konferenz. "Mobile ist ein echtes soziales Medium, weil es uns miteinander verbindet."

Nachdem Facebook nach seinem Börsengang im Mai 2012 die mobile Applikation auf solidere Beine gestellt hat - zunächst wurde die iOS-, dann die Android-Version verbessert - ist mit Facebook Home laut Zuckerberg nun Stufe zwei in der Smartphone-Strategie gezündet. In den vergangenen Wochen hatte das soziale Netzwerk bereits schon andere Änderungen verkündet, die etwa die Graph Search und den News Feed betreffen. Was Marktbeobachter wie Paul Ansellem, Präsident von Mobile Network Group, zu Facebook Home sagt, lesen Sie hier.

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