Bezahlung | | von Annette Mattgey

Paypal regelt ein Drittel aller deutschen Online-Geschäfte

Rasantes Wachstum für Paypal: 29 Prozent aller Online-Bezahlprozesse in Deutschland werden über die Ebay-Tochter abgewickelt und damit doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Das ändert allerdings nichts daran, dass nach wie vor die Rechnung eines der beliebtesten Zahlungsverfahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist. Das ergab die Studie „Der Internet-Zahlungsverkehr aus Sicht der Verbraucher in D-A-CH“ (IZV11) des E-Commerce-Center, der Hochschule Aschaffenburg und der PaySys Consultancy. Dazu wurden knapp 2000 Internetnutzer hinsichtlich ihrer Zahlungsgewohnheiten und -vorlieben befragt. 

Generell dominieren die traditionellen Zahlungsverfahren, die bereits aus dem stationären und dem Versandhandel bekannt sind  (Rechnung, Nachnahme, Vorkasse, Kreditkarte, Lastschrift). Dennoch zeigen sich einige deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und den beiden Alpennationen: So haben in Deutschland rund 70 Prozent der Internetnutzer schon einmal mit Paypal bezahlt, in Österreich und der Schweiz sind es nur 54,8 bzw. 52,2 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit der Lastschrift: In Deutschland haben drei von vier Online-Shoppern schon einmal per Bankeinzug online bezahlt, in Österreich sind lediglich 44 Prozent und in der Schweiz nur 34 Prozent der Online-Shopper auch Lastschrift-Nutzer. Dafür erfreut sich in Österreich und der Schweiz die Kreditkarte einer deutlich größeren Beliebtheit als in Deutschland. Während zwei von drei Österreicher und acht von zehn Schweizer schon einmal mittels Kreditkarte online eingekauft haben, hat erst knapp die Hälfte der Deutschen die Kreditkarte schon einmal online genutzt.

Für rund 29 Prozent der Kauftransaktionen in Deutschland wird Paypal für den Bezahlprozess genutzt. Die Rechnung schafft es in allen drei untersuchten Ländern auf Platz zwei der am häufigsten genutzten Bezahlverfahren. In Deutschland wird nach wie vor knapp jeder fünfte Online-Kauf über Rechnung abgewickelt – in der Schweiz sogar noch ein wenig mehr. Auch die Lastschrift erreicht mit knapp 15 Prozent in Deutschland noch einen wesentlichen Marktanteil und damit noch vor der Kreditkarte den dritten Rang. In Österreich und der Schweiz hingegen kann die Lastschrift diesen Platz nicht behaupten und hat mit 5,7 beziehungsweise 2,2 Prozent Marktanteil eine deutlich geringere Bedeutung. „Die signifikant größere Bedeutung der Kreditkarte in Österreich und der Schweiz lässt sich unter anderem mit der internationalen Einsetzbarkeit des Bezahlverfahrens erklären. In Österreich zum Beispiel wird rund die Hälfte der Internet-Bestellungen in ausländischen Online-Shops getätigt. Hier ermöglicht die Kreditkarte besonders einfach den grenzüberschreitenden Konsum“, erläutert Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.  

Geschätzter Anteil der Top 5 Zahlungsverfahren an allen Kauftransaktionen in D-A-CH

 

Je mehr Mobile Shopping, desto mehr Mobile Payment

Internetspezifische Bezahlverfahren holen besonders im Bereich des Mobile Shoppings auf. In Deutschland hat bereits ein knappes Drittel der Befragten mobile Zahlarten (SMS, mpass, etc.) beim Kauf über das Smartphone genutzt. Über Amazon Payments hat bereits ein Viertel der Smartphone-Nutzer eingekauft. Paypal führt in Deutschland mit 44,1 Prozent auch hier das Feld der genutzten Zahlarten an. In Österreich und der Schweiz haben sich mobile Bezahlverfahren bereits auf Rang drei der meistgenutzten Zahlungsverfahren über das Smartphone vorgearbeitet. In Österreich werden die meisten mobilen Transaktionen über die Kreditkarte (48,1 Prozent) oder Paypal (29,8 Prozent) abgewickelt. Schweizer nutzen für ihren Einkauf mit dem Handy am häufigsten die Kreditkarte (59,5 Prozent) und die Zahlung auf Rechnung (28,1 Prozent). „Angesichts der erheblichen politischen Anstrengungen Zahlungssysteme zu europäisieren, ist es wirklich frappierend, wie stark nationale Eigenheiten im Zahlungsverkehr erhalten geblieben sind – und das sogar im angeblich „grenzenlosen“ Internet. Händler mit grenzüberschreitenden Ambitionen werden nur dann erfolgreich sein, wenn sie diese Unterschiede berücksichtigen“, so Malte Krüger von der Hochschule Aschaffenburg.

5,8 Prozent der Befragten geben an, schon einmal im stationären Handel mit Hilfe eines mobilen Geräts bezahlt zu haben und 6,8 Prozent haben schon einmal ein mobiles Gerät zur Bezahlung an einem Automaten eingesetzt. Gut die Hälfte der Nicht-Nutzer kann sich auch zukünftig nicht vorstellen, mobile Geräte zur Zahlung zu nutzen – unabhängig davon, ob es sich um das eigene Gerät oder das des Händlers handelt. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Studie auf der einen Seite ein großes Potenzial von neuen, speziell für mobile Geräte entwickelten Zahlungslösungen, machen aber gleichzeitig deutlich, dass hier noch ein hoher Informationsbedarf und eine gewisse Skepsis unter den Verbrauchern herrschen, die es zunächst zu beseitigen gilt.

Top 10 bereits genutzte Zahlungsverfahren beim mobilen Einkauf digitaler Güter in einem App-Store:

 

Die Frage, welches Zahlungsverfahren Konsumenten beim Online-Einkauf auswählen, ist von einer Vielzahl subjektiver Kriterien und Präferenzen abhängig. Zu den wichtigsten zählen die Sicherheit des Verfahrens bzw. dem Schutz vor Missbrauch, der Seriosität des Anbieters, der Rückerstattungsmöglichkeit sowie den Kosten. Dies verdeutlicht den hohen Anspruch der Internetnutzer an Sicherheit, Kosten, Vertrauen, Verbreitung und Nutzerfreundlichkeit eines Verfahrens.

Paypal regelt ein Drittel aller deutschen Online-Geschäfte

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