Die Chatterbox ist sehr variabel: Der Nutzer hat die Wahl und fühlt sich nicht gestört.
Die Chatterbox ist sehr variabel: Der Nutzer hat die Wahl und fühlt sich nicht gestört. © Foto:Adform

Interview: Holger Mews, Adform | | von Annette Mattgey

Neue Werbeformate sind Chance auf sinkende Adblocker-Zahlen

Zusätzlicher Content mit Mehrwert, der sich erst auf Wunsch des Users öffnet - das ist eine Werbeform, die nicht belästigt, sondern bereichert, findet Holger Mews, Vorstand von Adform. Der Ad Tech-Anbieter hat gerade sechs neue Werbeformate entwickelt, die nach den Wünschen und Bedürfnissen der User entstanden sind. 

Die Formate sind sowohl für Tablets als auch Desktop- und Mobilgeräte ausspielbar. Sie sorgen dafür, dass sich Verbraucher durch die Werbeeinblendung weniger gestört fühlen, bei gleichzeitig besseren Ergebnissen für Advertiser und Publisher. Adform wertet seit Jahren die Wirkung zahlreicher Werbeformate aus. Zentrale Erkenntnis: Rich-Media-Werbeformate sind sechs Mal effektiver als traditionelle Bannerformate und eignen sich daher besonders für Brand-Kampagnen. Zudem befindet sich die Engagement-Rate von Rich-Media-Formaten seit mehreren Jahren in einem Aufwärtstrend.

Zu den neuen Formaten zählt etwa die Chatterbox. Sie hat ein sehr intuitives Design. Die Werbeanzeige kann in die Mitte des Bildschirms gezogen werden, um an weitere Informationen und Content zu gelangen, wie etwa Videos, Bilder, White Paper, APIs, etc. Entwickelt wurde die Chatterbox für Tablets, aber sie funktioniert auch auf dem Desktop und für Multikanal-Kampagnen. Beim Contextual Match werden Kontext-bezogene Bilder und redaktioneller Text in der Werbeanzeige dargestellt. So wird eine starke Verbindung zwischen Marke und Leseverhalten des Konsumenten erzeugt. Dieses Format ermöglicht zusätzlich die Einbindung einer gezielt auslieferbaren Videoplatzierung. Einen ersten Video-Eindruck aller sechs neuen Formate kann man sich hier verschaffen.

LEAD digital sprach mit Adform-Vorstand Holger Mews über seine persönliche Schmerzgrenze und die zukünftige Nutzungsrate von Adblockern:

 

Banner und insbesondere Pop-ups sind für viele User ein Grund, sich einen Werbeblocker zu installieren. Haben Sie zumindest ein bisschen Verständnis?

Natürlich habe ich Verständnis dafür. Auch mich stört es das ein oder andere Mal, wenn ich etwas lesen möchte und ich vor lauter, aufdringlicher Werbemittel den eigentlichen Inhalt kaum finde oder von den gleichen Produktbannern über das gesamte Internet "verfolgt" werde. Das ist leider noch auf zu vielen Seiten der Fall.

Was ist Ihre Reaktion darauf?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Wenn ich, wie gesagt, in meinem Lesefluss unterbrochen werde und die Werbeanzeigen sehr aufdringlich sind, kommt es vor, dass mich das stört. Andererseits kann Werbung eben auch einen großen Mehrwert bieten, wenn sie personalisiert und zum richtigen Zeitpunkt an mich ausgespielt wird. Es gibt ja schließlich auch Werbeformate, wie zum Beispiel die sechs neuen Formate von Adform, die sich nicht so vehement aufdrängen und besser zum Online-Verhalten der Nutzer passen.

Warum sind Ihre neuen Formate weniger belästigend als bisherige?

Wir haben unsere neuen Formate ausschliesslich basierend auf dem Feedback der Nutzer entwickelt. Daher entsprechen sie den Vorstellungen der Verbraucher von guter Onlinewerbung. Die Formate sind zurückhaltend in ihr Umfeld eingebettet und bieten nur auf Wunsch des Users mehr Content, wie zum Beispiel Videos, an. Der Nutzer wird aber nicht daran gehindert, sein eigentliches Anliegen, wie etwa das Lesen eines Artikels, zu verfolgen. Ihm wird im Gegenteil zusätzlicher Content mit Mehrwert angeboten.

Welche Komponenten braucht eine Online-Anzeige, um vom Nutzer positiv bewertet zu werden?

Sie muss für ihn relevante Inhalte haben, also zu einem gewissen Grad personalisiert sein. Neben redaktions-ähnlichen Inhalten funktionieren vor allem Rich Media–Formate nachweislich gut bei Verbrauchern. Eine klare Kennzeichnung als Werbung gehört selbstredend dazu. Und natürlich muss die Werbeanzeige zum Nutzungskontext passen, sprich sie sollte berücksichtigen, ob jemand gerade mobil surft oder am PC.

Glauben Sie, die anderen Anbieter ziehen mit und achten generell mehr auf Qualität?

Ich denke ja. Es ist der einzige Weg für Advertiser und Publisher, um Verbraucher auf lange Sicht noch mit Werbung zu erreichen und somit im Geschäft zu bleiben. Wer nur seine eigenen Interessen durchsetzen und möglichst präsent sein will, ohne auf die Bedürfnisse des Nutzers einzugehen und ihnen Mehrwert zu bieten, unterstützt damit indirekt den Wunsch der Verbraucher nach mehr Adblocking-Software.

Wird sich das bis zu den Adblock-Nutzern rumsprechen? Oder müssen wir mit einem konstanten Satz von Werbeverweigerern rechnen?

Natürlich wird es immer Menschen geben, die von Werbung genervt sind – egal, wie gut diese womöglich auf ihre Interessen eingeht. Ich gehe aber davon aus, dass die Zahl derer, die Adblocker nutzen, durchaus wieder sinken kann, wenn die Werbungtreibenden, Publisher und wir Adtech-Anbieter den Nutzer beziehungsweise Leser wieder in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen. Gute Onlinewerbung ist solche, die die Wünsche und Bedürfnisse des Nutzers respektiert.

Neue Werbeformate sind Chance auf sinkende Adblocker-Zahlen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht