Fünf Erkenntnisse zum digitalen Sportmarketing von W&V-Autorin Lisa Geiger.
Fünf Erkenntnisse zum digitalen Sportmarketing von W&V-Autorin Lisa Geiger. © Foto:Lisa Geiger

Sportmarketing | | von Lisa Geiger

Näher dran geht nicht: Diese 5 EM-Einblicke bietet Snapchat

 Man kennt es aus Artikeln wie "Snapchat: Entgeisterte Marketer suchen ihre Story" oder "Endlich Snapchat verstehen: Wo muss ich draufdrücken?". Zur EM ist die Messenger-App der Generation Z das angesagteste Social Network im Sportmarketing. Fußballstars und ihre Mannschaften nutzen das soziale Medium als Vermarktungstool und bieten ihren Fans damit persönlichere Einblicke denn je. Hero-Content mit Help-Faktor oder unnützes Wissen? Ein Blick in die App erlaubt fünf Erkenntnisse zum digitalen Sportmarketing während der Europameisterschaft.

1. David Alaba (FC Bayern München) schafft es mit einem Snapchat-Fauxpas in die Massenmedien.

Wer die Story verpasst hat: David Alaba snapte die Ankunft der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft in Mallemort inklusive Teamhotel und der eigentlich geheimen "Players Lounge". Der einzige, dem die Schwenks durch das bescheidene Lager aufgefallen sind, war wohl der Österreichische Fußball-Bund. Der hatte erst für den Abend des Ankunftstages eine Medienschulung einberufen – und genau solche Einblicke untersagt. Zum Glück der Geheimnishüter löschen sich Snaps automatisch nach 24 Stunden. Jetzt zeigt der geläuterte Nationalspieler nur noch unverfängliche Autofahrten mit Teamkollegen, während der Journey-Hit "Don't Stop Believing" die entsandten Kicker gen Arena trommelt.

Bei Snapchat folgen: da_twentyseven

2. Snapchat selbst zeigt ein Best of aller EM-Snaps im „Live Story“-Feature.

Große Events wie die EM zeigt Snapchat kuratiert aus Community-Perspektive. Jeder Snapchat-Nutzer, der sich an einem der offiziellen EM-Spielorte befindet und seine Ortungsfunktion eingeschaltet hat, kann seine aufgenommenen Snaps in so genannte "Live Storys" posten. Auch dieser Story werden permanent neue Snaps hinzugefügt und solche, die älter als 24 Stunden sind, verschwinden. Der User feiert mit Fans unter dem Eiffelturm und im Stadion in Saint-Denis. One night in Paris, bequem von der Couch aus. Und das sogar jugendfrei.

Bei Snapchat folgen: Live-Story "Euros"

3.  Die "Bild" veranstaltet Tippspiel über User Generated Content.

Es gibt wohl keinen Anlass, den die umtriebigen Social-Media-Beauftragten von Bild.de nicht nutzen, um ihre User zum Einsenden von Snaps aufzufordern. Der erste Schnee im Winter? Schickt uns euer liebstes Winterbild! Die EM 2016 in Frankreich? Wir veranstalten das klassische Tippspiel als UGC-Kampagne! Technisch eine ausgefuchste Bastelarbeit: Die Follower des Bild-Accounts schicken diesem über die Direct Messaging Funktion eigene Fotos mit EM-Tipp. Da Snaps normalerweise aber nicht aus gespeicherten Bildern gepostet werden können, muss das findige Social Media Team die Snaps der User per Screenshot festhalten oder abspeichern und dann über eine Drittanbieter-App hochladen. Verdiente Fleißpunkte für die Bastler von der Bild.

Bei Snapchat folgen: hellobild

4.  Social Media Anwalt Thomas Schwenke gibt Rechtsratschläge zur EM-Terminologie.

Snapchat als E-Learning-Plattform: Rechtsanwalt Thomas Schwenke zeigt, dass in 10-sekündige Snapchat-Videos mehr als nur Sexting passt. Der Buchautor, Berater und Vortragsredner packt praktisches Medienmacher-Wissen in seine Story: Er bespricht die Do's & Don'ts der Terminologie zur EM. Offiziell gebrauchen dürfen Medien und Marken die Begriffe "EM", "EM 2016" und "Europa-Meisterschaft". Geschützt sind dagegen "Le Rendez-Vous", "UEFA" und "Euro 2016". Wenn es kompliziert wird, hilft dann aber doch nur Longform-Content.  Bei der Frage: "Dürfen Marken "Euro 2016" als Hashtag benutzen?" verweist der Social Media-spezialisierte Rechtsanwalt auf seinen Blogbeitrag. Clevere Crosspromotion mit Mehrwert für Medienleute.

Bei Snapchat folgen: thschwenke

5. Promoted Snaps von Poldi & Co: Influencer-Marketing at its worst.

Keiner erwartet von Fußballstars geistreiche Gedanken zu Politik und Gesellschaft per Snapchat. Wenn die Kicker ihren Alltag zeigen, beinhaltet der nun einmal Luxus-Karren, VIP-Events und den mattschwarzen Mannschaftsjet. Trotzdem drängt sich auf, wie häufig die reichweitenstarken Fußball-Influencer irgendwelche Kopfhörer (Csecs Fabregas vom FC Chelsea mag wohl Beats By Dre), Rucksäcke (Poldi hat auf seiner Rückentüte ein flächenfüllendes Glitzer-"P" eingestickt) oder Kleidung in die Kamera halten. Alex Song vom FC Barcelona posiert besonders aufdringlich gefühlt jeden Tag in anderen Neon-Sneakers seines Klamottenlabels "Systeme Tchakap". Vielleicht brauchen die Kicker mal einen Kurs bei Kim Kardashian. Die hält zwar auch permanent glitzernde Yeezys in die Kamera, filmt sich zwischendurch aber mit lustigen Filtern beim Contouring. Manchmal ganz gut, dass die Zahl der Views für Follower nicht sichtbar ist.

Bei Snapchat folgen:

Csesc Fabregas (FC Chelsea): cescky4

Lukas Podolski (Galatasaray): Lukas10Podolski

Alex Song (FC Barcelona): a.song17

Kim Kardashian (Team West): KimKardashian

 

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