CES | | von Deutsche Presse-Agentur

Mobilität 2.0: Audi kurvt selbstständig zur CES

Audi will zur Technik-Messe CES mit einer fast 900 Kilometer langen Tour beweisen, dass selbstfahrende Autos bereit für die Straße sind. Ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug des Modells A7 mit dem Spitznamen "Jack" fährt in zwei Tagen die Strecke vom Entwicklungslabor im kalifornischen Silicon Valley zur Messestadt Las Vegas. Selbstfahrende und vernetzte Autos stehen dieses Mal noch stärker im Fokus der Elektronik-Show, vor allem deutsche Autohersteller drängen sich in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Bis Sonntagabend Ortszeit legte der Audi mit US-Journalisten an Bord rund die Hälfte des Weges zurück und kam bis zur kalifornischen Stadt Bakersfield, wie der Leiter von Audis Elektronik-Entwicklung, Ricky Hudi, in Las Vegas sagte. Dabei sieht das Fahrzeug äußerlich aus wie alle anderen Autos des Modells A7.

Die Volkswagen-Tochter hatte bereits auf der vergangenen CES Anfang 2014 ein automatisiertes Audi-Fahrzeug durch Las Vegas fahren lassen und ließ vor wenigen Monaten einen autonomen Sportwagen mit 240 Kilometern pro Stunde über eine Rennstrecke flitzen. Auch andere Hersteller wie Daimler oder Nissan arbeiten an Roboterwagen, die nach Branchenschätzungen bis 2020 regulär auf die Straße kommen könnten.

Der Grafik-Spezialist Nvidia bot zum Auftakt der Messe einen Blick hinter die Kulissen des autonomen Autos. Die US-Firma, die unter anderem eng mit Audi zusammenarbeitet, zeigte einen Computer, der besonders schnell und präzise Objekte in seiner Umgebung erkennen soll. Das System "Nvidia Drive" unterscheide zum Beispiel zwischen Fußgängern und Radfahrern und könne auch einzelne Automodelle auseinanderhalten, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Der Autocomputer ist dafür mit reichlich Rechenleistung ausgestattet und kann gleichzeitig Bilder von bis zu zwölf Kameras verarbeiten. "Das Auto der Zukunft wird von Software bestimmt", betonte der Nvidia-Chef.

Für Aufsehen sorgen auch die positiven Nachrichten aus der Elektronik-Branche: Das Geschäft mit Fernsehgeräten kommt nach einer jahrelangen Durststrecke wieder in Gang. Für dieses Jahr erwarteten Marktforscher ein weltweites Absatz-Wachstum von zwei Prozent auf 251 Millionen Geräte, hieß es am Sonntag zum Auftakt der Technik-Messe CES in Las Vegas. Dabei steige der Anteil von Geräten mit der besonders hohen Ultra-HD-Bildqualität explosiv an, prognostizierte der Chefanalyst des Messeveranstalters CEA, Steve Koenig. In diesem Jahr dürften die Verkäufe der sogenannten 4K-Fernseher auf 23,3 Millionen Geräte von 9,3 Millionen 2014 hochspringen. China sei der größte Markt: Dort sollen 13,3 Millionen solcher Geräte verkauft werden.

Zugleich blieben Smartphones der wichtigste Wachstumstreiber der Branche, betonte Koenig. In diesem Jahr werde ihr Absatz weiter um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Geräte steigen. Drei Viertel davon dürften in Schwellen- und Entwicklungsländern verkauft werden. Da dort günstigere Geräte gefragt seien, werde das Umsatzwachstum deutlich langsamer ausfallen. Die CEA und der Marktforscher GfK rechnen mit einem Zuwachs von neun Prozent auf 406,7 Milliarden Dollar.

Obwohl bei der CES Massen neue Geräte wie Computeruhren oder Fitnesstracker vorgestellt werden, machen sieben Produktkategorien 80 Prozent der Branchenumsätze aus, betonte Chefanalyst Koenig. Die wichtigsten sind dabei Smartphones und Tablets, die alleine 46 Prozent einbringen. Außerdem gehörten Kameras, Fernseher und PCs zu der Spitzengruppe. Bei manchen anderen Geräteklassen wie etwa Spielekonsolen könne es dagegen sogar sein, dass man derzeit die letzten Produktgenerationen sieht, bevor ihre Funktionen in die Internet-Cloud abwandern.

Experten rechnen mit Dutzenden Milliarden solcher vernetzter Gegenstände in den kommenden Jahren. Damit würde auch das seit langem vorhergesagte "Smart Home" - das intelligente Zuhause zur Realität werden. Die Google-Tochter Nest, die vernetzte Thermostate und Rauchmelder verkauft, baute ihre Position mit der Vorstellung von 15 neuen Partnern aus.

Die Fachmesse CES öffnet offiziell am Dienstag. Diesmal steht bis 9. Januar neben Autos die Vernetzung aller Geräte im Mittelpunkt.

Hier der Tweet mit dem Audi-Video:

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