McCann | | von Annette Mattgey

Mobilfunknutzer: Grenzenlos naiv und optimistisch

80 Prozent der Konsumenten glauben, dass mobile Kommunikation ihr Leben verbessert. Allerdings fürchten sie auch, sie lenke  von den wirklich wichtigen Dingen ab. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung in Deutschland. McCann Truth Central, die globale Forschungs- und Research-Unit der McCann EricksonWorldgroup, führte eine globale Forschungsstudie mit über 9.000 Teilnehmern durch. „The Truth About Connected You“ deckte verborgene Ängste, Wünsche und Urteile auf. 55 Prozent der Teilnehmer geben zu, andere Menschen nach ihren Geräten zu beurteilen. In China und Indien denken mehr als 80 Prozent, durch ihre Devices zu besseren Menschen zu werden. Dabei unterscheidet sich in vielen Ländern die Persönlichkeit, je nach Art der Kommunikation. Wer im wahren Leben schüchtern ist, agiert am Handy oft wesentlich lebhafter. Mehr als 30 Prozent der Chinesen und Südafrikaner sind am Handy extrovertierter, bei den Deutschen sind es nur sieben Prozent. Die Studie zeigt, dass 74 Prozent der Teilnehmer sagen, dass ihre Mobilgeräte ihnen geholfen haben, „dazuzugehören“ statt nur abseits zu stehen. Während 55 Prozent zugeben, dass sie Menschen aufgrund der Geräte bewerten, die sie besitzen, sagen 40 Prozent, dass sie Menschen nach dem gewählten Mobilfunk-Anbieter beurteilen.

Werbung fehlt der Entertainment-Faktor

Mobile Werbung kennen die meisten nur als SMS. Daher wundert es kaum, dass sich 63 Prozent mehr unterhaltsame Werbung auf ihrem Handy oder Tablet wünschen. Gleichzeitig kann die Mobilwerbung eine echte Chance für Marken sein, eine Beziehung zu Konsumenten herzustellen, fand die Studie.Wenn Mobilanzeigen witzig sind und Nutzen bringen, sind die Konsumenten auch bereit, sie anzunehmen. Bis 2017 soll der mobile Werbemarkt von neun (2013) auf 24 Milliarden US-Dollar ansteigen. „Menschen haben zu ihrem Handy eine weitaus persönlichere Beziehung als zu ihrem Computer oder Fernseher. Ein Handy gilt als erweiterte Persönlichkeit. Für Kommunikation bedeutet das, sie muss persönlicher auf den Nutzer und seine Interessen zugeschnitten sein und unterhaltsamer und relevanter sein als bei anderen Werbekanälen. Wer das als Marke nicht leistet, wird schnell ausgemustert“, kommentiert Andreas Trautmann, CEO McCann Worldgroup Deutschland.

Mit klangvollen Namen gruppierte McCann die Mobilfunknutzer in verschiedene Kommunikationstypen ein: Die fünf verbreitetsten sind „Mobile Maître-D“ (15 Prozent weltweit, Nr. 1 in Spanien, China und Südafrika), „Data Diva“ (11 Prozent weltweit, Nr. 1 in USA und Großbritannien), „Wireless Warrior“ (10 Prozent weltweit, Nr. 1 in Südafrika), „iChatty“ (9 Prozent weltweit, Nr. 1 in Indien und Brasilien) und „Linked-Out Loyalist“ (8 Prozent weltweit, Nr. 1 in Japan). Wer selbst testen will, zu welcher Kategorie er gehört, kann unter www.truthprofiler.com den Mobile Personality Profiler aufrufen und online herausfinden, welcher der zehn Charaktere seiner Mobil-Persönlichkeit entspricht.

Viel Begeisterung und Hoffnung für eine zukünftige Welt

Der optimistische Standpunkt, den die Studie unter den erwachsenen Mobiltelefonnutzern entdeckte, zeigt, dass sie von ihrer Konsum-Historie betrachtet immer noch Teenagern ähneln. Nahezu 40 Prozent der Menschen denken, dass die Mobiltechnologie uns wahrscheinlich dabei helfen wird, weltweite Lösungen gegen Verbrechen zu entwickeln. 21 Prozent glauben, dass die Mobiltechnologie uns unterstützen kann, weltweite ökonomische Krisen zu vermeiden und 16 Prozent hoffen, dass die Mobiltechnologie helfen könnte, eine Grippe-Pandemie zu verhindern.

„Weltweit betrachtet ist der durchschnittliche Konsument erst seit 12 Jahren Mobiltelefonnutzer,“ sagt Laura Simpson, Global Director, McCann Truth Central. „Das heißt, dass wir in Mobil-Jahren gerade erst Teenager werden. Und wie die meisten Jugendlichen setzen wir uns Risiken aus und probieren neue Dinge aus. Unsere Daten zeigen, dass die Konsumenten in ihren relativ jungen heranwachsenden Mobil-Jahren 6,4 Geräte besessen haben und alle 22 Monate einen Vertrag für ein neues Gerät oder bei einem neuen Mobilfunk-Anbieter abschließen.“ „Unsere Mobiltelefon-Jugendjahre bieten fantastische Gelegenheiten für Marken, ihre Beziehung zu ihren Kunden zu verbessern,“ sagt Kevin Nelson, Global Telecom Lead bei McCann. „Aber Marken müssen auch erkennen, dass die Menschen an Mobilfunk einen höheren Standard anlegen als an andere Medien.“

 

In Deutschland fühlen sich 62 Prozent der Handybesitzer eher abgelenkt von ihrem Gerät. Auch in anderen entwickelten Märkten wie Großbritannien, den USA und Spanien stimmen dem zwischen 39 und 47 Prozent zu.

Die quantitative und qualitative Online-Studie bündelt Antworten von 9.000 Teilnehmern in neun Ländern (USA, Deutschland Brasilien, Großbritannien, Spanien, Südafrika, Indien, China und Japan)  und gibt nahezu 20.000 Diskussionsbeiträge in Online-Foren wieder, die in denselben neun Ländern plus den Philippinen, Chile, Ägypten, Norwegen und Schweden erfasst wurden. Die Daten für diese Studie wurden von Harris Interactive im Auftrag von McCann Truth Central erhoben. McCann war für das Studiendesign und die Datenauswertung verantwortlich.

Das Executive Summary dieser Studie „The Truth About Connected You“ steht auf dieser Webseite zum Download bereit.

Mobilfunknutzer: Grenzenlos naiv und optimistisch

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