Seit Anfang 2016 ist Ramesh Srinivasan der neue CEO von Ooyala.
Seit Anfang 2016 ist Ramesh Srinivasan der neue CEO von Ooyala. © Foto:Ooyala

Ooyala Q1/2016 Video-Index | | von Thuy Linh Nguyen

Mobile Videos: Wie lange darf's denn sein?

Rund 3,5 Milliarden Video-Analyse-Ereignisse pro Tag, über 220 Millionen Zuschauern weltweit: Das ist die Grundlage des Video-Index von Ooyala fürs erste Quartal 2016. In seinem Report analysiert der Anbieter für Video-Publishing, -Analyse und -Monetarisierung den Zusammenhang zwischen der Content-Länge und den Abbruchraten sowie welchen Einfluss Content-Empfehlungen auf die Verweildauer der Zuschauer haben. 

Die Daten zeigen, dass Zuschauer dazu neigen ein Video abzubrechen, wenn es ihnen zu lang wird. Besonders ungeduldig sind die Nutzer vor dem PC. Kurze Videos verzeichnen die höchsten Abschlussraten von 90 bis 95 Prozent. Unabhängig von der Videolänge brechen Zuschauer vor dem PC früher ab als diejenigen vor mobilen Geräten. Entscheidend dabei ist auch die sogenannte Bufferquote: also das Verhältnis zwischen der Zeit, die mit Zwischenspeichern und der Zeit, die mit Betrachten des Videos verbracht wird. Wer lange warten muss, schließt das Fenster lieber wieder. Bei einer Bufferquote von einem Prozent tut dies die Hälfte der Zuschauer. Eine Bufferquote von 0,2 Prozent oder weniger ist am erfolgreichsten, damit Zuschauer die Videos bis zum Ende anschauen. Bei einer Quote von 0,4 Prozent brechen 43 Prozent der Zuschauer ein Video ab.

Content-Empfehlungen haben großen Einfluss auf die Verweildauer der Zuschauer. Daten von Ooyala Discovery, der Content-Empfehlungs-Technologie des Unternehmens zeigen, dass Zuschauer im Durchschnitt 40 Prozent des Contents, der ihnen empfohlen wird, ansehen. Nach Content-Empfehlungen werden im Durchschnitt zehn Prozent mehr Videos angesehen. Das führt dazu, dass Zuschauer sechs bis 23 Prozent mehr Zeit auf einer Seite verbringen.

Neben dem anhaltenden Wachstum von Premium-Programmatic-Trading und mobilen Aufrufen, zeigt der Report auch den Erfolg von Anti-Ad-Blocking, sogenannter Ad-Reinsertion-Technologie sowie Sehgewohnheiten zu unterschiedlichen Tageszeiten. So stieg der Anteil an Premium-Inhalten, der durch die globale Nutzerbasis von Ooyala Pulse (Programmatic-Trading-Plattform für Premium-Videos von Ooyala) zur Verfügung gestellt wurde, zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem ersten Quartal 2016 um 22 Prozent. Die Paid Impressions stiegen um insgesamt 74 Prozent an.

Der Report konzentriert sich auch auf den anhaltenden Anstieg der Verbreitung von Ad-Blocking auf allen Geräten und den Erfolg, den Sender und Medienunternehmen erzielen, die die Ad-Reinsertion-Technologie von Ooyala, Ooyala Unlock, einsetzen. Sender, die zuvor durch Ad-Blocker beeinträchtigt waren, erzielten durch den Einsatz von Ooyala Unlock 15 Prozent mehr Ad Impressions. Medienunternehmen in der gleichen Situation verzeichneten sogar 23 Prozent mehr Ad Impressions.

Im Q1 2016 Video Index werden zudem die Entwicklungen bei der Kundenbindung zwischen Subscription-Video-on-Demand (SVOD) und Advertising based Video-on-Demand (AVOD), also Abonnement-basierten und werbebasierten Modellen verglichen. Premium-Content-Anbieter können daraus ableiten, wie sich die Zuschauer der beiden Geschäftsmodelle unterscheiden und ihre Monetarisierungsstrategie entsprechend anpassen. In beiden Modellen zeigen die Ergebnisse einen großen Zusammenhang zwischen Content-Länge und Zuschauerbindung. Fast 100 Prozent der Aufrufe bei Abonnement-basierten Angeboten sind Long-Form-Content wie Serien oder Spielfilme von mindestens 20 Minuten.

Die Nutzung bei werbebasierten Modellen unterscheidet sich je nach Gerät hingegen deutlicher. So bevorzugen Smartphone- und PC-Nutzer mit 66 bzw. 55 Prozent kurze Inhalte. Tablet-Nutzer schauen kaum Mid-Form-Content, stattdessen teilen sie ihre Zeit gleichmäßig zwischen Long-Form- (43 Prozent) und Short-Form-Content (44 Prozent) auf. Auf Smart-TVs hingegen dominieren mit 92 Prozent eindeutig lange Videos.

Darüber hinaus zeigt sich eine nahezu gleiche Aufteilung bei der Kundenbindung zwischen Geräten mit kleinen und mit großen Bildschirmen. AVOD-Zuschauer verbringen ihre Zeit zu 55 Prozent vor dem PC, während es bei den SVOD-Zuschauern andersherum ist: Dort verbringen 55 Prozent der Nutzer ihre Zeit auf mobilen Endgeräten. Das legt nahe, dass SVOD-Angebote persönlichere Erfahrungen sind und daher auch persönlichere Geräte bevorzugt werden.

"Die Revolution des Fernsehens hat einen Wendepunkt erreicht, da sich aktuell bestehende komplexe Themen vermischen und damit noch größere Herausforderungen an Anbieter von Premium-Inhalten stellen. Egal ob Erfahrungsqualität, Bufferquote, Geschäftsmodell-Strategien oder Kundenbindung – große Fragen benötigen starke Lösungen, um in der heutigen Fernsehlandschaft erfolgreich zu sein", sagt Holger Schöpper, Regional Director CEU bei Ooyala. "Ein datengetriebenes und durch Analytics gestütztes Geschäftsmodell ist ausschlaggebend, um die Komplexität zu verringern und ein gesundes, lukratives Videogeschäft aufzubauen."

Weitere Ergebnisse des Q1 2016 Video Index:

  • Mobile Aufrufe stellen 48 Prozent aller Online-Aufrufe dar. Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und von 129 Prozent im Vergleich zu 2014.
  • Fast jeder fünfte (18 Prozent) mobile Aufruf erfolgt von Tablets aus. Damit ist dies das dritte Quartal in Folge mit einem Wachstum bei Tablet-Aufrufen.
  • An Werktagen erhöhen sich die Aufrufe von allen Geräten gleichzeitig am Morgen. PCs überholen tagsüber die Aufrufe von Tablets und Smartphones zusammen, bevor nachts die Aufrufe von Smartphones und Tablets die Oberhand gewinnen.
  • An Wochenenden weisen alle Geräte interessanterweise denselben Zyklus auf: Sie fahren morgens hoch, bleiben den Tag über stabil und fallen abends ab.
Mobile Videos: Wie lange darf's denn sein?

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