Strategy Analytics | | von Annette Mattgey

Mobile Media-Wirtschaft wächst in Deutschland 2012 um mehr als 20 Prozent

Für Apps, Streamingdienste, Klingeltöne & Co. geben die Deutschen  2012 etwa 2,76 Millionen Euro aus. Das ist ein Plus von 21,2 Prozent. Die Werbungtreibenden pumpen knapp 340 Millionen Euro in Mobile Media. Das prognostiziert zumindest Strategy Analytics. Weltweit erwartet der Marktforscher einen Zuwachs von 17 Prozent auf 149,8 Milliarden Dollar.  

Bereits das abgelaufene Jahr war ein Glücksfall für die Branche: Erstmals lagen die weltweiten Konsumausgaben für Medienangebote, Apps und Services für Mobiltelefone über der magischen Linie von 100 Milliarden Dollar-Grenze. Der aktuelle Global Mobile Media Forecast von Strategy Analytics geht davon aus, dass Verbraucher ihre Ausgaben für Mobile Media 2012 um 13,4 Prozent auf 138,2 Milliarden Dollar steigern werden. Zu Mobile Media zählen die Forscher User-Content, Applikationen und Services, die auf mobilen Geräten angeboten und genutzt werden, etwa Webbrowsing, Musik- und Video-Downloads, Musikstreaming, Games, Apps oder Media Alerts. Hinsichtlich der Werbeausgaben rechnet Strategy Analytics sogar mit einer Verdopplung auf 11,6 Milliarden Dollar.

Den mit 60,2 Prozent größten Anteil geben die Nutzer für Datentarife und Webbrowsing aus. Dafür kassieren die Mobilfunkbetreiber rund 82,8 Milliarden Dollar 2012, ein Plus von 9,5 Prozent im Vorjahresvergleich. Ein weiterer Wachstumstreiber ist der App-Markt, der es im Vorjahr auf eine unglaubliche Zahl von 23 Milliarden Downloads schaffte. Hier sieht Strategy Analytics ein Potenzial von + 38 Prozent auf 32 Milliarden Downloads. Apps bilden inzwischen die zweitgrößte Kategorie der Ausgaben - sowohl für Konsumenten als auch für Werbungtreibende - und sind dabei, der entscheidende Distributionsmechanismus für Medien auf Mobiltelefonen zu werden. Im US-Markt geben Unternehmen 2012 voraussichtlich  mehr Geld für In-App-Advertising (1,7 Milliarden Dollar) aus als für Display Ads im mobilen Web (934,5 Millionen Dollar). David MacQueen, Director of Wireless Media Strategies bei Strategy Analytics, erklärt dazu: "Werbungtreibende sehen in der Tatsache, dass Marken mehr für In-App-Advertising ausgeben als in mobiles Web, ein klares Zeichen, dass die Verbraucher Apps für immer mehr Aktivitäten bevorzugen. Aus der Sicht vieler Werbungtreibender spielt Webbrowsing auf Smartphones dagegen eine untergeordnete Rolle in der App-Wirtschaft."

Sowohl Musik als auch Video werden mobil konsumiert. Musik macht etwa 16 Milliarden Dollar oder 11,6 Prozent der Konsumausgaben im Jahr 2012 aus. Geändert hat sich jedoch der Zugang zu den mobilen Musikanwendungen und die Zahlungsweise der Nutzer. Klingeltöne verlieren stark, aber Musik-Streaming-Services wie Spotify, Pandora und Deezer - die durch Abonnements oder Werbung bezahlt werden -, gewinnen  in Westeuropa und den USA an Akzeptanz. 2011 wurden 108 Milliarden Videos auf Mobiltelefonen angeschaut, diese Zahl wird auf  fast 280 Milliarden ansteigen. Verdienen kann man daran jedoch wenig: Trotz des Einnahmenzuwachses von 23,8 Prozent machen Videos mit  2,4 Prozent (3,6 Milliarden Dollar) der gesamten Mediaausgaben einen sehr geringen Teil aus. "Die geringen Einnahmen sind auf die wenigen Hauptanbieter von mobilen Videoservices zurückzuführen, die dem Endverbraucher mobile Videos kostenlos zur Verfügung stellen", so MacQueen. "Entweder finanziert durch Werbung (wie zum Beispiel YouTube) oder im Paket und ohne Zusatzkosten durch Pay TV-Anbieter wie Sky Go in Europa oder AT&T U-verse in den USA. Trotz eines enormen Publikums von 271 Millionen Nutzern sind die Werbeeinnahmen durch mobile Videos winzig - magere 223 Millionen Dollar weltweit im Jahr in 2011. Während die Werbeeinnahmen sich auf 726 Millionen US-Dollar im Jahr 2012 verdreifachen werden, ist es immer noch eine klare Herausforderung für Werbetreibende, die Verbraucher durch Videowerbung auf Smartphones zu erreichen."

Für Deutschland schätzt Strategy Analytics die Ausgaben der Verbraucher dieses Jahr auf 2,427 Millionen Euro, die der Werbungtreibenden  im deutschen Mobile Media-Markt auf 338,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung zu 2011 von 106,8 Prozent. 2012 sind die Konsumenten weltweit bereit 30,7 Prozent mehr auszugeben als noch im Jahr 2011 - das entspricht einer Steigerung auf 19,9 Milliarden Euro im Jahr 2012. Nur die Deutschen knausern: Sie wollen im Schnitt nur 25 Prozent (441,3 Millionen Euro) mehr für Mobile Games and Applications ausgeben. Parallel dazu entwickeln sich auch die Einnahmen in diesem Bereich: Bei den Mobile Games und App-Werbeeinnahmen wird für Deutschland im Jahr 2012 ein Zuwachs von 64,7 Prozent, auf insgesamt 32 Millionen Euro, erwartet.

 

Mobile Media-Wirtschaft wächst in Deutschland 2012 um mehr als 20 Prozent

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