Location Based Services | | von Annette Mattgey

Mobalo: Ortsbezogene Werbung schon ab 99 Euro

Das Public Viewing zur Fußball-WM könnte der Startschuss für Location Based Advertising sein - gerade für mittelständische Werbungtreibende, die auf spontane Laufkundschaft hoffen. Eines der Start-ups, das sich mit dem Thema beschäftigt, ist Mobalo. Es belegt Display Ads, die über Realtime Bidding-Plattformen eingekauft werden, mit ortsgebundenen Botschaften. Dass das Unternehmen Potenzial hat, bescheinigte jüngst die europäische Raumfahrtbehörde ESA und vergab Fördergelder für die Nutzung von Geolocation-Techniken. Tom Rauhe, Geschäftsführer des Start-Ups aus München, erklärt, wie es funktioniert, und was im Einsteiger-Paket alles drin ist.

Herr Rauhe, was raten Sie Werbetreibenden, die Ihre Produkte jetzt an den WM-Fan bringen wollen?

Zuerst einmal sollten sie sich über eine Google-Suche darüber informieren, wo in der Umgebung Public Viewings stattfinden. Mit Mobalo kann man die Leute dort direkt mit einer relevanten, ortsgebundenen Message in ausgelassener und fröhlicher Feierlaune erreichen. Die Genaugkeit des Rasters variiert je nach den Daten, die wir bekommen, zwischen zehn und 50 Metern. Das reicht für eine lokalisierte Aussteuerung aus. Der Nutzer gibt beim Aufrufen der Seite oder Installation der App die Berechtigung, dass seine Positionsdaten verwendet werden dürfen. Nicht nur die WM ist eine gute Gelegenheit für ortsbezogene Informationen, sondern das funktioniert genauso mit Messen, Veranstaltungen oder Läden in Fußgängerzonen.

Welche Vorteile bringen lokal ausgesteuerte Werbemaßnahmen?

Damit kann man seine - gerade bei Mittelständlern meist begrenzten - Mittel sehr einfach in den Gebieten bündeln, in denen sich die Zielgruppe aufhält. Dies ist wirksamer als flächendeckende Werbung. Zudem können beispielsweise für verschiedene Spieltage separate Kampagnen mit entsprechender Textmessage angelegt werden. Es bietet sich immer an, den lokalen Bezug schon im Text zu erwähnen, weil das die Motivation, auf eine solche Anzeige zu klicken, deutlich erhöht. Der Vergleich mit Werbung ohne diese Personalisierung zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Klick dadurch um bis zu 60 Prozent steigt. Mit einer passenden Verlinkung zur eigenen Homepage macht man dann die Leute auf sich und sein Produkt oder seine Dienstleistung optimal aufmerksam.

Wie funktioniert Mobalo genau?

Wir arbeiten mit drei mobilen Real-Time-Bidding-Plattformen zusammen, demnächst kommen weitere hinzu. Die Abdeckung ist im Moment mehr als ausreichend, vor allem für Städte. Wir haben Techniken, Schnittstellen und Algorithmen entwickelt, die an diese RTB-Plattformen angeschlossen sind. Dort kann auf mobile Werbeflächen geboten werden. Wir analysieren dann die von App-Nutzern freigegebenen Geodaten und überprüfen, ob passende Werbeflächen für unsere Kundenkampagnen angeboten werden. Über die Plattform selbst (also im Self-Service) können nur die standarisierten Banner gebucht werden. Bei größeren Kampagnen und Kooperationen sind auch andere Formate oder Designs möglich. Die Aussteuerung erfolgt sowohl in mobilen Seiten als auch in mobilen Apps, in letzteren ist allerdings viel mehr Traffic vorhanden im Moment.

Der Algorithmus sorgt dafür, dass immer automatisch die günstigsten und passendsten Werbeplattformen angesteuert werden. Ist eine entsprechende Auktion gefunden, bieten wir und schicken gleichzeitig das Banner mit. Wenn wir den Platz gewinnen, sieht der Nutzer der App die Werbung unseres Kunden, dessen Angebot sich in unmittelbarer Nähe des Smartphone-Besitzers befindet. Dieser Prozess läuft in rund 150 Millisekunden ab. Unsere Kunden müssen also nur ihre Werbenachricht verfassen und den Radius um den Point of Sales beziehungsweise den Point of Interest wählen. Das kann der Verkaufsladen sein oder ein anderer Ort, an denen potenzielle Käufer vermutet werden. Wir kümmern uns dann darum, dass die 10.000 Impressions möglichst gleichmäßig über einen Monat verteilt ausgeliefert werden.

Wie sind die Reaktionen?

Unser Produkt ist noch sehr neu und erklärungsbedürftig. Viele potenzielle Kunden meinen fälschlicherweise, es handle sich um Popups, SMS oder iBeacons. Wir müssen noch klarer rausstellen, dass es sich um existierende Werbebanner handelt, die mit ihren Inhalten gefüllt werden können. Dort wo sonst beispielsweise Werbung für Amazon oder Zalando laufen würde, kann mit unserem Dienst dann die Werbung eines lokalen Anbieters stehen. Außerdem betonen wir immer wieder, dass wir außer auf die ohnehin freigegebenen Geodaten der Smartphone-Nutzer nicht auf sensible Daten zugreifen und auch gar nicht zugreifen können.

Welche konkreten Angebote haben Sie? 

Wir bieten derzeit drei Varianten unseres Dienstes an. In der Version Silber garantieren wir für 99 Euro, dass das Banner 10.000 mal angezeigt wird. Bei der Gold-Version sichert man sich 25.000 Impressions für 199 Euro und die Platin-Variante kostet 399 Euro, was 60.000 Anzeigen des Banners entspricht. Wir merken, dass die Kunden bereit sind, sich auszuprobieren und diesen neuen Weg mit uns zu gehen.

Wie stellen Sie sich die Zukunft Ihres Unternehmens vor?

Wir wollen unseren Dienst innerhalb des kommenden Jahres auch in Österreich, der Schweiz, England sowie den skandinavischen Staaten anbieten. Wir binden uns bereits an zwei größere Agenturen an, und zwar direkt in deren Mediaeinkaufsprozess. Denn jetzt ist genau die Zeit dafür. Die mobilen Bruttoinvestitionen lagen 2012 noch bei 62 Millionen Euro. 2013 waren es bereits 150 Millionen. Wenn wir jetzt nicht durchstarten, wann dann?

Mobalo: Ortsbezogene Werbung schon ab 99 Euro

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