Sven Kramer, Geschäftsführer von Liquam.
Sven Kramer, Geschäftsführer von Liquam. © Foto:Liquam

Consulting | | von Annette Mattgey

Mit diesem Test sehen Sie, wie fit Sie digital sind

Fühlen Sie sich als Vorreiter der digitalen Transformation? Oder wird Ihnen bei dem Gedanken eher mulmig? Wo Sie stehen, können Sie mit einem kleinen Schnelltest erkennen. Entwickelt hat ihn das Hamburger Beratungsunternehmen Liquam. Der "E-Quick-Check" ist ab sofort unter http://www.liquam.com/e-quick-check zu finden. LEAD digital sprach mit Geschäftsführer Sven Kramer:

Was hat Sie dazu bewegt, diesen Schnelltest auszuarbeiten?

Der E-Quick-Check ist ein Destillat unserer täglichen Beratungspraxis und gibt eine erste Orientierung und einen Überblick, über welchen Digitalisierungsgrad das jeweilige Unternehmen aktuell verfügt und wo sich noch Potenziale heben lassen. Der Schnelltest ersetzt keine tiefgreifende Analyse, kann aber hoffentlich hilfreiche Impulse geben, um sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Wo liegen aus Ihrer Sicht die schwierigsten Knackpunkte?

Den meisten Unternehmen ist bewusst, dass sie handeln müssen, und auch die Investitionsbereitschaft ist deutlich zu spüren. Allerdings wissen sie in der Regel nicht, wo sie ansetzen sollen. Das Feld der digitalen Transformation ist so weit, vielschichtig und immer in Bewegung, dass es schwerfällt, den für das jeweilige Unternehmen richtigen Weg zu identifizieren. Häufig wird von der Geschäftsleitung das Vorhaben "Digitalisierung" ausgerufen, die konkrete Vision fehlt jedoch. Hier können versierte Fachkräfte – ausgestattet mit entsprechenden Kompetenzen – helfen, die Handlungsfelder zu benennen und anzugehen.

Der Knackpunkt: In der Mehrzahl der Unternehmen gibt es diese speziellen Fachkräfte (noch) nicht. Findet ein Unternehmen einen Experten oder holt sich externe Unterstützung, wartet meist bereits die nächste Herausforderung: langwierige und komplexe Entscheidungsprozesse. Mögliche Maßnahmen zur Digitalisierung werden über Monate und oftmals abteilungsübergreifend gedreht und gewendet, bevor sie zaghaft umgesetzt werden – häufig aus Angst vor zu weitreichenden Veränderungen.

Fehlt es einfach an der "Startup-Mentalität" in etablierten Unternehmen?

Meiner Meinung nach ist diese gar nicht zwingend erforderlich – wohl aber die grundsätzliche Bereitschaft, eingefahrene Prozesse, althergebrachte Hierarchien und Abteilungsdenken zu überwinden. Mehr noch: Eine digitale Transformation muss in die DNA des Unternehmens übergehen – also auch in die Unternehmenskultur. Das funktioniert nur, wenn alle Abteilungen und Mitarbeiter im Change-Prozess mitgenommen werden. Das will gut vorbereitet und konsequent umgesetzt werden, sonst ist das Vorhaben digitale Transformation – und sei es nur in einzelnen Bereichen – zum Scheitern verurteilt.

Wo sollte man starten, wenn man digitaler werden will?

Unternehmen sollten sich das Thema nicht nur auf die Fahne oder in den nächsten Geschäftsbericht schreiben wollen, sondern sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, was Digitalisierung in dem jeweiligen Unternehmen bewirken und verbessern kann oder soll. Denn das unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Mögliche Ansätze reichen beispielsweise von einer Digitalisierung der Eingangspost im Rahmen von Lean-Management-Aktivitäten bis hin zu komplett neuen Geschäftsmodellen durch digitale Technologien.

Hilfreich ist es, sich zu fragen: Wie sieht mein Geschäft in fünf und in zehn Jahren aus, was erwarten meine Kunden, in welche Richtung entwickelt sich der Wettbewerb und wie muss sich das Geschäftsmodell verändern, um damit auch künftig Geld zu verdienen. Orientierung dabei kann der Blick auf Wettbewerber, Startups und andere Branchen bieten. Jedoch sollten Unternehmen diesen Orientierungspunkten nicht nur hinterherlaufen, sondern daraus eine eigene Digitalisierungsstrategie ableiten.

Ihr wichtigster Tipp?

Grundsätzlich gilt dabei: Lieber klein beginnen, als große Pläne zu entwickeln, die niemals oder nur halbherzig umgesetzt werden.

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