BVDW | | von Annette Mattgey

Misstrauisch oder wissbegierig? Deutsche surfen häufig parallel zu Dokus

Mit einem Auge die Lieblingsserie im Blick, mit dem anderen Mails: So verhält sich jeder zweite Fernsehzuschauer, zumindest manchmal. Das belegt die aktuelle Studie Mediascope 2012, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in Kooperation mit dem IAB Europe durchgeführt hat. Damit hat sich die Zahl der Nebenbei-Surfer rasant entwickelt: 2010 bewegte sich gerade mal ein Fünftel der Deutschen (20 Prozent) parallel zum Fernsehen im Internet. „Die hohe parallele Nutzungsintensität von TV- und Online belegt einen entscheidenden Wandel im Medienumgang. Vor allem das Bedürfnis nach Unterhaltung und Information bildet bei der Multiscreen-Nutzung in Deutschland den Schwerpunkt. Daher sollten Unternehmen bei der Planung Ihrer Kommunikationsstrategie die Potenziale von Multiscreen mit berücksichtigen“, erklärt Marco Zingler (Bild), Geschäftsführer der Agentur Denkwerk und Vorsitzender der Fachgruppe Agenturen im BVDW.

Allerdings beschäftigt sich nur ein Viertel auch auf dem Second Screen mit dem Inhalt des TV-Programms. 26 Prozent unter den Parallelnutzern geben an, dass die Online-Aktivität mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Bezug zu dem TV-Programm hat, das er oder sie gerade verfolgt. Der europäische Durchschnitt liegt in diesem Bereich mit 33 Prozent jedoch höher. Typischerweise wird übrigens abends nebenbei gesurft. Das tritt auf 77 Prozent der befragten TV-Nutzer in Deutschland zu.

Zeitliohe Verteilung im Tagesablauf:

 

Hohe Surf-Rate während Doku-Formaten

Deutsche Nutzer suchen besonders bei Entertainment-Sendungen (67 Prozent), Nachrichten (57 Prozent) und Dokumentationen (51 Prozent) parallel im Web nach verwandten Inhalten. Das Dokumentationsgenre spornt besonders die Deutschen zum gleichzeitigen Surfen an: Im EU-Vergleich ist nur jeder Dritte (35 Prozent) bei solchen Sendungen im Internet unterwegs.

 

Frage: "AND WHICH TYPES OF TV PROGRAMMES OR CONTENT DO YOU TEND TO BE WATCHING WHILST DOING SOMETHING RELATED ONLINE?"

Keine Überraschung: 16- bis 24-Jährige am intensivsten im Netz

Die parallele Nutzung von TV und Internet ist in der jüngeren Zielgruppe der 16- bis 24-Jährigen mit 78 Prozent am ausgeprägtesten. In den Altersgruppen von 25 bis 54 Jahre surft immerhin etwa jeder zweite Deutsche (56 bis 49 Prozent) manchmal parallel im Internet während des Fernsehens. Einen leichten Abfall gibt es bei den Nutzern im Alter zwischen 55 und 64 mit 43 Prozent. Bei den über 65-Jährigen nutzt noch jeder Dritte (33 Prozent) bisweilen beide Medien gleichzeitig.

Nur jeder Zehnte geht per Smartphone online

Mit 41 Prozent ist der stationäre Computer des Deutschen beliebtestes Endgerät zur crossmedialen Nutzung beim Fernsehen. Nur neun Prozent gehen per Handy oder Smartphone online. Sieben Prozent haben Tablets vor sich. Nur jeder dritte Tablet-PC Besitzer (31 Prozent) verwendet während der Tablet-Nutzung kein weiteres Gerät parallel (EU: 15 Prozent).

Für die repräsentative Untersuchung des BVDW befragte das IAB Europe im Februar 2012 mittels Omnibus- und Online-Methodik in Deutschland ca. 2.000  und europaweit ca. 51.700 Personen über 16 Jahre. Die Ergebnisse sind als „Fokusreport Multiscreen“ ab sofort kostenfrei als PDF-Dokument auf der BVDW-Website unter www.bvdw.org erhältlich.

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