Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück.
Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Mehr Kreativität, bitte: Was User von Ads auf Screens erwarten

Sie bieten Pralinen an - und keiner greift zu? Gestern nicht, heute nicht? Vermutlich morgen immer noch nicht. Weg also mit dem Schokozeug. Eigentlich logisch. In der digitalen Werbeindustrie scheint diese Art der Kausalität nicht anzukommen. Jüngster (Vor)fall ist Samsung

“Samsung Smart TVs Force Ads Onto Menu Screen”: Die Überschrift in Advertising Age lässt nichts Gutes erahnen. Der koreanische Elektronikhersteller hat in seinem jüngsten Smart TV-Update Display Ads innerhalb seines App Menüs integriert. Das bedeutet: Jedesmal, wenn der Zuschauer durch seine Streaming-TV-Apps von Hulu bis Amazon zappt, erhält er Werbung auf dem Schirm, die bis zu drei Vierteln des Screens einnehmen können.

So haben sich die Zuschauer sogenanntes “smartes Fernsehen” offenbar nicht vorgestellt: Entweder Free und Ads oder Paid und keine Ads - aber beides zusammen? Eines steht jedenfalls fest: Noch mehr Werbung ist nicht das, was der Konsument gerne möchte, wenn er das Gerät einschaltet. 

Ein Übermaß an Werbung macht den Konsumenten blind und unempfänglich für die Markenbotschaft. Das ist bekannt. Eine Studie von Yieldmo belegt nun, wie sehr Banner Ads den User überfordern: Bei der ungesetützten Werbeerinnerung erinnern sich mit 86 Prozent das Gros der Befragten nicht mehr an den Banner, der ihnen auf dem Smartphone aufdringlich entgegenwinkte. Dabei handelt es sich um das 300 x 250 Medium Rectangle-Format.

Die gute Nachricht: User mögen, ja lieben Werbung - wenn sie gut ist. So gaben laut Studie 66 Prozent der Befragten an, kreativer gestaltete und user-freundlichere mobile Ads zu mögen. Und sich dann auch besser an sie zu erinnern.

Was bedeutet das für Sie, liebe Marketer und Kreative? Lassen Sie bei den Ads endlich ihren kreativen Geist raus. Ein unordentlicher Schreibtisch etwa kann nicht länger als Entschuldigungsgrund hingehalten werden - im Gegenteil: Laut einer Analyse der Universität von Minnesota ist derjenige, mit dem vermülltesten Schreibtisch am Kreativsten! 

Wie Sie auch immer vorgehen - denken Sie immer an uns, den Konsumenten: Wir wollen überrascht und überwältigt werden - und dabei ein Gefühl der Freude spüren, nicht der Ohnmacht.

Mehr Kreativität, bitte: Was User von Ads auf Screens erwarten

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