GfK | | von Annette Mattgey

Marktforscher wollen via Smartphone an Informationen

Die Zeiten von Block und Bleistift sind vorbei. Die Marktforscher von heute wollen den Datenstrom anzapfen, den Verbraucher per Smartphone erzeugen. Auch das Marktforschungsunternehmen GfK setzt große Hoffnungen in die Auswertung entsprechender Daten. "Die Welt der Marktforschung ist viel breiter und viel bunter geworden", sagte Vorstandschef Matthias Hartmann (Bild) anlässlich der Verkündung des GfK-Jahresergebnisses 2012 gegenüber dpa. Die GfK werde ihren Kunden deshalb in diesem Jahr zum ersten Mal die Erhebung und Verknüpfung von sogenannten mobilen Daten anbieten. In Zusammenarbeit mit Mobilfunkanbietern werden dabei anonymisierte Daten über die mobile Nutzung des Internets und entsprechender Apps in Echtzeit übertragen und nach verschiedenen Kriterien ausgewertet.

An der dafür nötigen Technologie haben die Franken schon eine ganze Weile geforscht; sie soll nun zunächst in den USA und Großbritannien eingeführt werden. Nicht zuletzt dadurch soll das aus eigener Kraft erzielte Umsatzwachstum in diesem Jahr drei bis vier Prozent betragen. Auf eine absolute Zahl wollte sich Hartmann nicht festlegen, um sich bei den Zukäufen kein starres Korsett anzulegen. 2015 jedoch soll der Gesamtumsatz 1,9 bis 2 Milliarden Euro betragen. Im vergangenen Jahr erlöste der Konzern mit weltweit 12 700 Mitarbeitern knapp 1,52 Milliarden Euro, ein Plus von 10,2 Prozent. Auf organisches Wachstum entfielen davon rund drei Prozentpunkte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 8,8 Prozent auf knapp 131 Millionen Euro zurück. Das in der Branche verwendete und um viele Faktoren angepasste operative Ergebnis blieb mit rund 188 Millionen Euro konstant, während die Marge sank.

"Der vorübergehende Mehraufwand für den Umbau des Konzerns, die Aufwendungen zur Schaffung neuer Geschäftspotenziale, der starke Ausbau des Asiengeschäfts und ein schwieriges Marktumfeld in einigen europäischen Ländern belasteten die Marge", erläuterte die GfK SE. Auch ein kürzlich entdeckter Betrugsfall bei einem Tochterunternehmen in der Türkei schlug sich in den Zahlen nieder. In erster Linie wegen der einmaligen Rückstellung in Höhe von 21 Millionen Euro ging das Konzernergebnis um 27 Prozent auf 66,4 Millionen Euro zurück.

Elke Ritter, dpa

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