Kommentar | | von Annette Mattgey

Lindhof kritisiert Eprofessional-Umfrage als Stimmungsmache

"Ein großes Fazit ohne Wert," kommentiert Norbert Lindhof, Geschäftsführer von Aller Best. Die Agentur Experten, die Umfrage von Eprofessional. Die Performance Marketing-Agentur hatte darin vergangene Woche festgestellt:„40 Prozent des Marketing-Budgets sind fehlinvestiert“. Lindhof bemängelt denn auch weniger die Aussage als die fehlenden Strategien, wie man aus der Misere herauskommen könnte. Bei den Online-Marketern ist die Lösung zumindest nicht alleine zu finden.

Text: Norbert Lindhof

Wie sagte schon Winston Churchill so schön:“ Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast“. Im vorliegenden Fall der Eprofessional-Umfrage unter rund 120 Online-Marketing-Experten war aber nicht einmal das nötig. So eindeutig und einleuchtend das Ergebnis.

Nur was fängt man damit an? Welche tatsächlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen können aus dieser Umfrage abgeleitet werden?  Irgendwie bringt einen auch diese „Auftrags-Forschung/Umfrage“ nicht weiter. Klar, Silodenken und Platzhirsch-Gehabe sind möglicherweise ein Indiz für das erschreckende (???) Umfrageergebnis.

Aber das, was diese Umfrage auch ganz eindeutig beweist: Hier wurden nur „Silo-Denker“ befragt: Eben 120 Online-Marketing-Experten.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn „knapp die Hälfte der von uns befragten Experten vermutet, das Budgets falsch eingesetzt werden, weil die verantwortlichen Entscheider gar nicht wissen, was die einzelnen Marketing-Kanäle und –Technologien tatsächlich leisten können“, so ein Kommentar zu dieser Umfrage.

Wer also nicht weiß, wann und wo ich meine Budget-Mittel einsetze, kann auch nicht richtig liegen.

Dass aber gerade die Vertreter einer Online-Agentur oder die durch sie befragten 120 Online-Marketing-Experten wissen, wie und wo eine wirklich zielgenaue Marketing-Investition zu erfolgen hat, gibt die Umfrage auch nicht her.

Insofern ist diese Befragung und deren Ergebnisse interessant. Aber mehr auch nicht.

Richtig was anfangen kann man damit nicht. Wichtige Hinweise, wie oder was anders werden müsste, sind auch nicht zu erkennen.

Ein interessanter Versuch mit „Silo-Antworten“ eine gewisse Stimmung zu erzeugen.

Was jetzt wirklich gebraucht wird, sind

# Menschen die gesamtheitlich denken können – die gibt es schon in dem einen oder anderen Unternehmen – die aber auch gleichzeitig die Budget-Hoheit beim Einsatz der Mittel über alle Kommunikations-Disziplinen haben.

# und Kommunikations-Dienstleister, die nicht immer und immer wieder einer anderen Disziplin vorhalten, sie könne doch gar nicht die wirklich erforderlichen Leistungen erbringen.

Als Marketingentscheider auf Unternehmensseite kann man daher das Ergebnis einer solchen Umfrage „als nice to know“, aber in gar keinem Fall als „need to know“ ablegen.

Lindhof kritisiert Eprofessional-Umfrage als Stimmungsmache

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