Das iPad ist eine Art Steuerbord im Apartimentum von Lars Hinrichs.
Das iPad ist eine Art Steuerbord im Apartimentum von Lars Hinrichs. © Foto:LEAD digital

Data Marketing Wednesday | | von Irmela Schwab

Lars Hinrichs: In seinem Haus wird aus Daten Lifestyle

Einige Sekunden dauert es. Dann blitzt plötzlich ein blauer Streifen auf der schwarz verchromten Tür auf  - und sie öffnet sich wie durch Zauberhand. Lars Hinrichs hat aus einigen Zentimeter Entfernung sein Smartphone vor die Tür gehalten, bis sich das Bluetooth-Signal mit der Tür verbunden hat.

Willkommen in Hinrichs Apartimentum, im Hamburger Nobelviertel Rotherbaum. Am Mittelweg in einem der schönen Häuser mit Gründerfassade funktioniert alles smart, man würde es von außen nicht vermuten. Welche Geräte miteinander kommunizieren und welcher Mehrwert dabei für den Konsumenten entsteht, präsentiert Hinrichs, Gründer des Berufsnetzwerks Xing, der nun in die Immobilienbranche gewechselt ist, erstmals bei der Dmexco im Panel "The Demo Café: Connected House” am 14. September, einem internationalen Publikum. Die Dmexco gewährt exklusiv für LEAD digital erste Einblicke in das Smart Home, in denen nun die ersten Mieter einziehen.

Unten am Eingang  sind zum Beispiel Briefkästen angebracht, ganz wie in einem normalen Haus. Doch die Briefkastenschilder sind digital und mit den jeweiligen Wohnungen vernetzt. Flattert neue Post in den Kasten, wird das über eine App auf dem iPad Mini an der Wohnungstür angezeigt. Vom Tablet aus können verschiedene weitere Funktionen gesteuert werden: wie zum Beispiel Wasser und Strom (s. Bild). Das Licht kann eingestellt werden, und über die Nest-App kann die Temperatur geregelt werden. Auch von unterwegs aus.

Damit soll der Energieverbrauch gesteuert werden. Der soll im Vergleich zu einem normalen Haus zwischen 40 und 70 Prozent niedriger ausfallen. "Das Haus muss auf mich reagieren", so wünscht es sich Hinrichs. Aus Kälte soll Wärme gewonnen werden und umgekehrt. Dafür hat er 100 Kilometer Ethernet-Kabel verlegt. Die Netzwerkstruktur beträgt zehn Gigabit. "Je mehr in smarte Geräte investiert wird, desto mehr Energie kann gespart werden." Je intensiver sich diese untereinander austauschen, desto besser. "Es geht um die Semantik", erklärt Hinrichs. Die vom Haus generierten Daten werden übrigens in der Cloud gespeichert. Aber nur für interne Zwecke.

Auch die Küche funktioniert smart. Ist der Herd an, schalten sich - wenn nötig - auch Dunstabzugshaube und die Raumbelüftung automatisch ein. Im Badezimmer kann das Badewasser per intelligenter Programmierung über das iPad Mini eingestellt werden. So kann schon, bevor der Besitzer geweckt wird, ein individuell wohl temperiertes Badewasser eingelassen werden.

Von unterwegs aus lässt sich auch die 120 Kilogramm schwere Tür öffnen, die mit Kamera, Mikrofon und Sensoren ausgestattet ist und sogar über eine eigene IP gesteuert ist. Klingelt jemand an der Haustür, wird das auf dem Smartphone angezeigt. So kann der Hausbewohner Besucher einlassen, auch wenn er selbst gar nicht zuhause ist. Über zeitlich begrenzte Codes können Freunde oder Handwerker eingelassen werden. 

Wer ein Apartment mietet, muss mit einem Quadratmeterpreis rechnen, der laut Hinrichs zwischen 30 und 40 Euro liegt. Von einem "Smart Home" spricht der Internet-Unternehmer übrigens schon lange nicht mehr.  Er nennt sein Projekt "Living as a Service". Das erinnert ans Tech-Vokabular wie "Software as a Service" oder "Communication as a Service". Und tatsächlich: Letztlich geht es Hinrichs darum. Eine Wohnung sei fortan keine Frage des Baumaterials mehr, sondern der Software. Damit lassen sich die Wohnung neu programmieren und auf Klick modernisieren.

Lars Hinrichs: In seinem Haus wird aus Daten Lifestyle

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