Pepperbill | | von Annette Mattgey

Kneipe 3.0: So verändert Mobile die Gastronomie

Oft sprechen die Menschen im Web über Restaurants und Kneipen, selten ist die Gastronomie jedoch im direkten Dialog mit ihren Gästen. Stattdessen werden Erlebnisse in Restaurants, Bars und Co. auf einschlägigen Plattformen online geteilt, bewertet, empfohlen oder abgestraft. Langsam bildet sich jedoch eine digitale Dienstleistungsindustrie um die Gastronomie herum, die nicht zuletzt neue Formen der Kommunikation mit dem Gast ermöglicht. Marcel Mansfeld, Gründer und Geschäftsführer des App-basierten Kassensystems Pepperbill stellt die neuen Trends vor.

Die digitalen Vorreiter haben das Optimierungspotenzial in der Gastronomie längst erkannt. Das mobile Kassensystem ist dabei erst der Anfang einer weitreichenderen Digitalisierung der Gastronomie, die auch Bargeld überflüssig machen wird. Neben dem Trend zum Mobile Payment erleichtert das appbasierte Abkassieren jedoch vor allem auch das Customer Relationship Management. Bisher war es für Gastronomen schwierig, mit ihren Gästen einfach und direkt zu kommunizieren. Durch die Anbindung digitaler Kassensysteme können Wirte den Dialog, der bisher auf Portalen wie Qype, Foursquare, Facebook und Co. stattfand, zu sich holen und ihn selbst moderieren. So ist es zum Beispiel  möglich, den Gast mobil einchecken zu lassen und ihm basierend auf seine Bestell-Gewohnheiten spezifische Angebote zu machen, ihm eine digitale Kundenrabattkarte anzubieten oder ihn über Aktionen zu informieren. So wird die digitalisierte Kasse das zentrale Bindeglied zwischen Gastronom und Kunden.

Neben appbasierten Kassensystemen gibt es inzwischen auch sogenannte Gäste-Apps, die den Bestellprozess optimieren sollen und dem Gast zum Beispiel auch ermöglichen könnten seine Bestellung schon aufzugeben, wenn er erst noch auf dem Weg zum Restaurant ist. Bei Lieferdiensten hat sich die Bestellung per App bereits durchgesetzt. Ob sich dieser Trend zur „Appisierung“ auch in Restaurants und Bars durchsetzt, bleibt abzuwarten.  

Big Data für Schnitzel & Co.

Nicht nur der Gast wird durch den Besitz eines Smartphones multifunktional flexibel und kann theoretisch ‚on the way‘ bestellen oder vielleicht sogar per Voting auf das Tagesangebot Einfluss nehmen. Durch das genaue Wissen um die Gewohnheiten und Vorlieben der Gäste, kann die Speisekarte verbessert werden und die Kalkulierung der Lebensmittelbestellungen effizienter gestaltet werden. Auch der Personaleinsatz kann anhand übersichtlicher und genauer Datenauswertung genauer geplant werden. So können betriebsinterne Prozesse verbessert werden.

Nächste Stufe: Mobile Payment

Auch wenn mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets der potenzielle Markt für neue Bezahllösungen immer weiter wächst, hinken wir in Deutschland noch hinterher. Der Vorreiter sind, wie auch in vielen anderen Bereichen der Digitalisierung, die USA. Kooperationen wie zum Beispiel zwischen Starbucks und dem Mobile-Payment-Anbieter Square halten dort zunehmend Einzug und machen das mobile Bezahlen zum Standard. In Europa konnten sich solche Bezahlsysteme bisher noch nicht flächendeckend durchsetzten, doch aktuell arbeiten die großen Kreditkartenanbieter an einer Einführung der sogenannten NFC-Technologie. Dabei hält man zum Bezahlen sein Smartphone mit entsprechendem Chip vor ein Kassenterminal – die Bezahldaten werden ausgelesen und die Zahlung abgewickelt. In Polen konnte der Anbieter myWallet binnen kurzer Zeit zahlreiche Kunden für seine Mobile-Payment-Lösung gewinnen. Auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona wurden weitere mobile Bezahlmethoden vorgestellt, die zunächst in Kanada und Australien getestet werden. Anfang 2014 sollen die neuesten Systeme dann nach Deutschland kommen.

Lieber sich selbst ins Gespräch bringen als zum Gespräch werden

Auch wenn die Infrastruktur für das digitale Portemonnaie theoretisch steht, gibt es vorerst weitere Herausforderungen zu überwinden. Denn bisher greifen die Deutschen noch immer am liebsten zur EC-Karte und auch einige alteingesessene Wirte haben ihre Vorbehalte gegen iPad, Mobile Payment und Co. Besonders die Bedenken bezüglich des Datentransfers sind in den Köpfen der Deutschen verankert und die Akzeptanz mobiler Bezahltechniken somit nicht uneingeschränkt gegeben. Auch technisch gibt es noch Hürden zu überwinden. So ist beim E-Payment eine stabile Internetverbindung nötig. In hochfrequentierten Einkaufszentren oder abgelegenen Gaststätten könnte dies (noch) zu Schwierigkeiten führen. Gastronomen sollten sich jedoch, besonders im Hinblick auf den Bewertungsdruck im Netz, der Digitalisierung stellen. Es ist heutzutage keine Entscheidung mehr, ob man online im Dialog mit den Gästen stehen möchte, sondern ein Muss.  

Marcel Mansfeld (CEO), Andreas Stein (Produktmanager) und Prof. Volker Herwig (Strategie und internationale Beziehungen) haben im Juni 2012 Pepperbill gegründet. Die Idee dazu entstand, als die drei in einer Kneipe zu lange auf die Bedienung warten mussten. Die Gründer haben sich an der Fachhochschule Erfurt kennengelernt. Prof. Herwig hat dort die Professur für Wirtschaftsinformatik inne. Das Tech-Startup verfolgt die Mission, die gesamte Branche der Gastronomie-Kassensysteme zu revolutionieren. Mit dem professionellen, iOS-basierten Kassensystem Pepperbill werden iPad, iPad mini, iPhone oder iPod touch zur vollwertigen und kostengünstigen Kassenlösung.

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