Lesetipp | | von Annette Mattgey

Kein Respekt vor Bloggern: Die Doppelzüngigkeit der Verlage

Beim Thema Urheberrecht messen viele deutsche Verlage mit zweierlei Maß: Sie selbst bedienen sich dreist bei Blogger-Bildern, lassen aber kein politisches Forum aus, für ein rigides Leistungsschutzrecht für Verlage zu werben. Das regt Bloggerinnen wie Stefanie Bamberg auf. Bamberg hat sich vor allem in der Foodblogger-Szene einen Namen gemacht. "Schön und fein" sind denn auch die Dinge, über die sie meist schreibt. Darüber hinaus arbeitet sie als freie Grafikerin und PR-Beraterin in Leipzig.

Gar nicht fein ist dagegen das Verhalten großer Verlage beim Thema Urheberrecht. Explizit greift Bamberg einen aktuellen Fall der Zeitschrift "Wohnidee" aus dem Hause Bauer Media Group auf. Auf der zugehörigen Facebook-Seite postete das Social Media-Team ein Rhabarber-Bild einer Foodbloggerin - ungefragt, ohne Quellenangabe und dann noch nicht mal verlinkt zum Ursprungsort, dem Kleinen Kuriositätenladen. Genüsslich führt Bamberg aus, wieviel Kohle der Verlag mit seinen Zeitschriften scheffelt - ein paar Euro für die Bildrecht sollten da durchaus drin sein.

Und es war beileibe kein Ausrutscher. Alleine im Mai hat die Bloggerin noch zehn weitere Fotos gefunden, die Bauer widerrechtlich gepostet hat.

Gleichzeitig ist die Bauer Media Group an vorderster Front, wenn es um das Leistungsschutzrecht geht. "Man fordert medial wirksam Dinge, die man also klammheimlich selbst schlichtweg so gar nicht beachtet", lautet Bambergs Fazit.

Die Fotografin des Rhabarber-Bilds hat dem Bauer-Verlag eine Rechnung für die Verbreitung präsentiert. Hat er bezahlt?

Wie frech die Bauer Media Group auf den berechtigten Brief der Bloggerin geantwortet hat, lesen Sie hier im vollständigen Rant von Stefanie Bamberg.

Kein Respekt vor Bloggern: Die Doppelzüngigkeit der Verlage

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