Ericsson ConsumerLab | | von Annette Mattgey

Internet und Social Media begleiten immer mehr den TV-Konsum

So wichtig die tägliche Zeit vor dem Fernseher ist, so stark ändert sich die Herangehensweise der Zuschauer an das Medium. Zum einen schauen sich 67 Prozent TV- oder Videoinhalte auch auf Tablet-PCs, Smartphones oder Notebooks an. Zum anderen surfen und chatten sie gerne, während ihre Lieblingssendung läuft. Das zeigt der "TV & Video Consumer Trend Report 2012" des  Ericsson ConsumerLab. Die Daten wurden in Brasilien, Chile, China, Deutschland, Großbritannien, Italien, Mexiko, Schweden, Spanien, Südkorea, Taiwan und den USA erhoben. Dazu wurden unter anderem 12.000 quantitative Online-Befragungen durchgeführt. Die erhobenen Daten sind repräsentativ für mehr als 460 Millionen TV- und Videonutzer.

Unter den Nebenbei-Beschäftigungen verzeichnet der digitale Zeitvertreib die höchten Wachstumsraten. 2012 wird mehr im Internet gesurft, gechattet und in sozialen Netzwerken geschaut als noch im Vorjahr. So kommunizieren heute 62 Prozent der Nutzer während des TV- oder Video-Konsums einmal pro Woche oder häufiger über Soziale Netze. Das bedeutet eine Zunahme von 18 Prozent innerhalb eines Jahres - Frauen mit 66 Prozent deutlich häufiger als Männer (58 Prozent). 25 Prozent derjenigen, die beim Fernsehen gleichzeitig Soziale Netze nutzen, unterhalten sich dabei über das aktuell laufende Programm.

 

Auch für den TV-Konsum selbst spielen mobile Endgeräte eine immer wichtigere Rolle. Niklas Rönnblom, Senior Advisor des Ericsson ConsumerLab: „Etwa 67 Prozent schauen sich Fernseh- oder Videoinhalte mittlerweile auf Smartphones, Tablet-PCs und Laptops an. Darüber hinaus geben 60 Prozent der Konsumenten an, mindestens einmal pro Woche On Demand-Dienste zu nutzen. TV- und Videoinhalte werden heute auch nicht mehr nur daheim genutzt. Während der Hälfte der Zeit, in der Videoinhalte auf mobilen Endgeräten konsumiert werden, sind die Nutzer nicht zuhause. Der fortlaufende Ausbau der mobilen Breitbandnetze forciert diese Entwicklung. Außerdem steigt der Bedarf nach verbesserten Möglichkeiten, Inhalte zu finden und TV-Angebote mit sozialen Medien zu verknüpfen - und zwar unabhängig von den verwendeten Endgeräten."

Sparen an den Ausgaben fürs Fernsehen wollen die wenigsten: Lediglich sieben Prozent aller Verbraucher weltweit geben an, weniger für den TV-Konsum ausgeben zu wollen. Tatsächlich würden – global betrachtet – die Fernsehzuschauer für ein besseres TV-Erlebnis sogar mehr zahlen: Immerhin 41 Prozent der befragten Personen wären bereit, für TV- und Videoinhalte in High Definition-Qualität auch Mehrkosten in Kauf zu nehmen.

In Deutschland noch kein Interesse an interaktiven TV-Geräten

Von den internationalen Trends sind auch die deutschen Studienteilnehmer betroffen. So stieg etwa die Popularität von Video On Demand (VoD)-Angeboten zwischen 2010 und 2012 von 33 auf 40 Prozent. Die Beliebtheit von Bezahlangeboten wuchs in diesem Zeitraum von 13 auf 22 Prozent. Am höchsten ist die Zahlungsbereitschaft der deutschen TV-Zuschauer mit jeweils 25 Prozent für Filme und Videos in HD-Qualität und für aktuelle Kinofilme. Dagegen interessieren sich nur wenige Zuschauer (4 Prozent) für interaktive Funktionen, die etwa bei IPTV-Programmen möglich sind.

Im Bereich der VoD-Angebote werden die Online-Mediatheken von ZDF (45 Prozent der Befragten) und ARD (43 Prozent) besonders intensiv genutzt. Zwischen 2011 und 2012 stieg die Nachfrage nach diesen Angeboten um jeweils 7 Prozent. Die Nutzung vergleichbarer Angebote von RTL und SAT 1 lag dagegen bei 32 beziehungsweise 12 Prozent. In diesem Zusammenhang sank der Medienkonsum durch das sogenannte Filesharing in Deutschland von 14 auf 11 Prozent.

Auch die deutschen Umfrageergebnisse zeigen, dass das Fernsehen im Jahre 2012 immer stärker zu einem Begleitmedium wird. 78 Prozent der Befragten surften während des TV-Konsums  häufiger im Internet (ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2011). Rund die Hälfte nutzte dabei soziale Netze wie Facebook (Anstieg um 15 Prozent auf nunmehr 51 Prozent) und 37 Prozent chatten, während der heimische Fernseher läuft. 68 Prozent der Befragten - und damit 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor - gaben an, sich während des Fernsehens mit anderen Menschen zu unterhalten. 72 Prozent (plus 9 Prozent gegenüber 2011) essen vor dem Fernseher.

Den sehr anschaulich gestalteten TV & Video Consumer Trend Report 2012 des Ericsson ConsumerLab kann man hier auf der Website herunterladen.

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