Mobile Web Watch | | von Annette Mattgey

Gute Aussichten für Cloud-Dienste und Mobile Payment

Der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture hat nicht nur untersucht, wieviele Menschen mobil ins Netz gehen, sondern auch nach welchen Kriterien sie ihren Anbieter wählen und welche Services Zukunftschancen haben. In Deutschland gehen heute hochgerechnet mehr als 30 Millionen Menschen mobil ins Internet. 2011 waren es noch rund 14  Millionen. Der Zuwachs beim Surfen mit Mobiltelefonen ist der höchste seit dem Jahr 2008, in dem die Erhebung erstmals durchgeführt worden war.

Mit einem Smartphone sind 50 Prozent der befragten Internetnutzer im Netz unterwegs (2011: 28 Prozent), 17 Prozent mit einem Tablet (2011: 3 Prozent). „Mittlerweile ist ein riesiger Markt für mobile Services und Apps rund um die Mobilfunkkunden entstanden“, sagt Studienleiter Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications, Media, Technology bei Accenture. „Davon könnten die Telekommunikationsunternehmen noch stärker profitieren, indem sie ihren Kunden zum Beispiel Leistungen wie Cloud-Services und mobiles Bezahlen anbieten.“

Bei Cloud-Diensten können User zum Beispiel ihre Daten mit verschiedenen Geräten abrufen, bearbeiten und speichern. 34 Prozent  der mobilen Surfer in Deutschland verwenden solche Angebote bereits heute oder in Kürze. Elf Prozent bezahlen bereits mit Smartphone oder Tablet. Ebenfalls elf Prozent nutzen so genannte „Augmented  Reality“-Angebote. Diese Dienste blenden beispielsweise virtuelle Zusatzinformationen in Bildern und Videos realer Dinge und Umgebungen ein. „In Deutschland verbreiten sich mobile Zahlungsangebote und Cloud-Services langsamer als im Ausland, weil es hier größere Sicherheitsbedenken gibt“, erläutert Mohr. „Für Unternehmen ist das durchaus eine Chance: Wer für Mobile Payment alltagstaugliche, sichere Lösungen entwickelt, kann sich auf diesem Marktplatz der Zukunft etablieren.“

Informationen zu jeder Zeit an jedem Ort: Das prägt die App-Nutzung. 71 Prozent der User greifen auf Apps zu, davon 72 Prozent Informations-Apps (Wetter- und Reiseauskünfte, Nachrichten), 70 Prozent Unterhaltungs-Apps. Beliebt sind E-Mail (70 Prozent), Online-Communities (62 Prozent) und Instant Messaging (61 Prozent).

Gerade für Schwellenländer (Brasilien, Mexiko, Russland, Südafrika) sind mobile Geräte eine günstige Alternative. Sie sind denn auch Spitzenreiter bei der Nutzung von mobilen internetfähigen Geräten. In jedem dieser Länder nutzen mehr als 70 Prozent der Befragten mobiles Internet. Eine Mehrheit der Befragten in diesen Ländern will in den kommenden Monaten ein Internethandy kaufen: Brasilien: 78 Prozent, Mexiko: 61 Prozent, Russland: 73 Prozent, Südafrika: 57 Prozent (Schnitt aller befragten Länder: 46 Prozent). 27 Prozent der Befragten in den Schwellenländern twittern und bloggen mobil. 46 Prozent erledigen Bankgeschäfte über ihr mobiles Endgerät.

Die Netzwerk-Qualität ist global gesehen der wichtigste Auswahlfaktor für einen Mobilfunk-Anbieter. Das geben 89 Prozent der Befragten an. Die geografische Abdeckung berücksichtigen 88 Prozent, die Verbindungsgeschwindigkeit 85 Prozent und die Kosten 81 Prozent.  Zwei Drittel der Befragten in Deutschland bezeichnen das Betriebssystem eines Smartphones und Tablets als „wichtigen Faktor“ bei der Gerätewahl (65 Prozent). Davon bevorzugen 46 Prozent Android, 26 Prozent iOS (Apple) und 20 Prozent Microsoft Windows. „Die meisten User entscheiden sich für ein mobiles Ökosystem, das aus Betriebssystem, Geräten und Diensten besteht“, sagt Mohr. „Darin ist in der Regel alles mit jedem kompatibel, der Anwender muss sich nicht mit unterschiedlichen Oberflächen und Standards herumschlagen. Ihn dort wieder herauszulocken, ist sehr schwierig. “

Der Erhebung zufolge haben 74 Prozent der User Sicherheitsbedenken beim mobilen Surfen. Von denen, die sich für mobile Cloud-Angebote interessieren, sind es 82 Prozent. „Die Provider müssen weitgehende Datensicherheit im mobilen Web garantieren können, um Kunden zu gewinnen, vor allem für ihre neuen Dienste“, ist Mohr überzeugt. „Die Wünsche der Kunden nach Netzqualität, neuen Diensten und Datensicherheit fordern von den Anbietern weiter hohe Investitionen“, so Mohr. „Wer an IT- und Telekommunikationsinfrastruktur spart, wird es schwer haben, mit den schnellen Entwicklungs-Zyklen im Cloud-Zeitalter Schritt zu halten.“

Für die repräsentative Untersuchung „Mobile Web Watch 2012: Mobile Internet – Spawning new Growth Opportunities in the Convergence Era“ befragte das Marktforschungsinstitut GfK 1.615 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland nach Vorgaben und im Auftrag von Accenture. Die Untersuchung wird seit 2008 jährlich durchgeführt. Erstmals nahmen dieses Jahr weitere 12 Länder mit insgesamt 17.225 Internetnutzern an der Umfrage teil, darunter Brasilien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Mexiko, Österreich, Russland, Südafrika, die Schweiz und Spanien.

Gute Aussichten für Cloud-Dienste und Mobile Payment

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