Grenzen einreißen wird zum Megatrend
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Grenzen einreißen wird zum Megatrend

Babyfreude im Silicon Valley: Marissa Mayer hat Zwillings-Mädchen bekommen, Mark Zuckerberg seine erste Tochter. Und während die Yahoo-Chefin schon nach drei Wochen wieder ihren Dienst antreten will, gönnt sich der Facebook-CEO erst mal eine Babypause: ganze zwei Monate lang. Am Stück. Solche Brüche mit den gängigen Gender-Klischees sind heute keine Seltenheit.

Zwar müssen Frauen nach wie vor mehr leisten, um in den Führungsetagen ernst genommen zu werden: Darum ging es in dieser Woche beim W&V Women Business Summit in München. Doch hat der Angriff der Frauen auf die Chefetagen auch zur Folge, dass sich das Männerbild ändert. Peu à peu. So wird der Vaterschaftsurlaub von Zuckerberg als Zeichen gesehen. Auch der Videodienst Netflix hat eine bezahlte Elternzeit von bis zu einem Jahr eingeführt.

Kleine Schritte führen eben auch ans Ziel. Das zeigt auch der Umgang mit Shitstorms auf sozialen Medien. Als die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der Kampagne unter dem Hashtag #weilwirdichlieben präsentierte, hagelte es Häme und Unmut aus der Berliner Bevölkerung. Nun hat die BVG nachgelegt: Mit dem Video “Is mir egal”.

Die Geduld und Selbstironie, wie die BVG auf Kritik reagierte, lobt etwa das Wirtschaftsmagazin "Impulse": "Es lohnt, die erste Welle an Häme auszuhalten – als Nahverkehrsunternehmen muss man damit wohl rechnen. Die Kunst liegt darin, auf die Kritik in liebenswerter Form zu antworten.”

Solche Basics sollte man heute schließlich auch beherrschen. Denn der Fokus der Aufmerksamkeit ist längst hin zum Internet of Things gewandert und realitätserweiternden Welten. Technik, so der Visual Trend Report von Getty Images, wird heute als Teil des Körpers aufgegriffen. Der Mensch will einfach keine Grenzen mehr zu akzeptieren. Dazu zeigt der Bilderdienst ein Bild eines Babys mit einer VR-Brille. Für die Analyse griff Getty auf Downloads von Bildern zurück, warf aber auch ein Blick auf die Populärkultur und das weltweite Konsumverhalten.

Für VR steht immer mehr Content zur Verfügung. So entwickeln auch die Lufthansa, das Münchner Erlebnisunternehmen Jochen Schweizer und die Comdirect Bank gemeinsam mit der Video-Marketing-Agentur Videobeat Networks 360 Grad-Filme. Für Videobeat-Gründer Christoph Gaschler ist "gerade die Onlinevideo-Welt immer in Bewegung".

Weltweit wächst sie langsam zusammen. Während die Videos von Youtubern bereits weltweit abgerufen werden können, gibt es bei Streaming-Diensten immer noch geografische Zugangsbegrenzungen. Die will die EU-Kommission nun innerhalb ihrer Länder abschaffen. Künftig sollen Reisende innerhalb der gesamten EU unterwegs den gleichen Zugriff auf ihre Musik, Filme, E-Books und Spiele haben wie Zuhause. 

Die Woche aus der Social Media-Perspektive finden Sie wie gewohnt im W&V Viralanzeiger. Diesmal u.a. mit mehreren Opas, einer Madonna a capella in Paris und den Publikumslieblingen der Youtube-Werbespots 2015.

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