Felix Heimbrecht, Sapient Nitro, sieht einen Mehrwert von Google Glass etwa in Produktions- oder Wartungsprozessen.
Felix Heimbrecht, Sapient Nitro, sieht einen Mehrwert von Google Glass etwa in Produktions- oder Wartungsprozessen. © Foto:Sapient Nitro

Interview | | von Annette Mattgey

Google Glass bloß "Spielzeug in der Schublade"

Ein massives Imageproblem attestiert Felix Heimbrecht, Director Innovation bei Sapient Nitro, der Datenbrille Google Glass. Daher bezweifelt er auch, dass sie bereits 2015 auf den Markt kommt. Welche Chancen sieht er dennoch?

Wie groß ist die Akzeptanz der Google-Brille heute in Deutschland?

Mir ist die Brille bisher nur in verschiedenen Innovation-Labs und dort vor allem für Prototypen im Bereich Logistik und Wartung über den Weg gelaufen. In der Öffentlichkeit taucht sie faktisch nicht auf. Ich kenne einige Leute, die privat eine besitzen, sie aber nicht tragen. Und das liegt nicht nur an der mangelnden Akzeptanz in der Öffentlichkeit, sondern auch daran, dass sie im Moment noch eher ein Spielzeug ist, das nach einer Ausprobierphase in der Schublade verschwindet.

Welche realen Marketingpotenziale für die Brille bestehen aktuell?

Aufgrund der fehlenden Verbreitung sehe ich momentan und in naher Zukunft kein Potential für einen Einsatz im Marketing.

Wie setzen Marken Google Glass-Applikationen derzeit im Marketing ein?

Mir sind keine aktuellen Kampagnen von Marken mit Google Glass bekannt. Gerade in Deutschland ist man sehr zurückhaltend, da die Brille mit Datenschutzproblemen assoziiert wird. Auch, dass Träger der Brille gerne als "Glassholes" verunglimpft werden, fördert natürlich die Einsatzmöglichkeiten im Marketing nicht gerade. Die Brille hat letztendlich ein massives Imageproblem, das sie für Marken weitgehend uninteressant macht.

Wo wird sich die Nutzung 2015 in Deutschland hinbewegen?

Es wäre eine Überraschung, wenn Google die Brille tatsächlich 2015 in den Konsumentenmarkt bringen würde. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sie – wenn überhaupt – zunächst in Nischenmärkten eingesetzt wird, beispielsweise zur Unterstützung bei Produktions- oder Wartungsprozessen. Hier kann sie auch trotz ihrer aktuell noch eingeschränkten Funktionalität und Optik einen echten Mehrwert liefern.

Google Glass bloß "Spielzeug in der Schublade"

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