Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Google Betriebssystem für die vernetzte Welt und das i-Auto

Google greift nach den Sternen, wieder mal. Auf der derzeit in San Francisco stattfindenden Entwicklerkonferenz verkündete der Internetkonzern seinen Masterplan: Er will die Kontext-Maschine für die vernetzte Welt sein. Dafür hat Google ein Betriebssystem namens Brillo für vernetzte Geräte vorgestellt, das Protokoll dazu heißt Weave. Sie sollen sowohl miteinander als auch mit Smartphones und der Cloud kommunizieren. 

Daneben hat Google seinen Smartphone-Assistenten über die Funktion “Now on Tap” ergänzt. Damit kann Google Now noch mehr Kontext erfassen und funktioniert in Apps, ohne diese zu verlassen. Schickt jemand beispielsweise eine Email über einen Film, lassen sich per einfachem Klick auf den Home-Knopf Informationen über den Streifen aufrufen. Interessant ist auch das neue Bezahlsystem: Nach Google Wallet können User mit Android Pay und Fingerabdruck-Login bezahlen.

Android Pay - das klingt wie Apple Pay, und wird natürlich auch als Kampfansage für die i-Devices-Hersteller gewertet. Diese machen indes mit Gerüchten um den Einstieg in eine völlig neue, und doch naheliegende Branche von sich reden. Nachdem die Pläne für ein Apple-Fernsehgerät wohl begraben sind, sagte Jeff Williams auf einer Konferenz des Technologieblogs Recode: ”Das Auto ist das ultimative Mobil-Gerät, nicht wahr?” Entschlüsselt weist dieser Satz, geäußert auf einer Konferenz des Technologieblogs "Recode", eindeutig auf den Einstieg in die Autobranche hin. Ob man mit dem neuen i-Auto auch telefonieren und bezahlen kann?

Verschlüsselung ist auch ein Thema, das die NSA derzeit plagt. Immer mehr Unternehmen gehen seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden dazu über, die Kommunikation ihrer Kunden zu verschlüsseln. Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden sorgen sich darüber, dass auch Kriminelle die nicht entschlüsselbaren Kommunikationsmittel wählen. Strafverfolger fordern daher, bei Bedarf die unverschlüsselten Informationen anfordern zu dürfen. Die US-Tech-Branche sieht das ganz anders: Erst kürzlich forderten diverse große Unternehmen in einem offenen Brief an US-Präsident Obama "echte, starke Verschlüsselung". Sie betrachten die Aktivitäten der NSA als geschäftliches Risiko.

Mit geschäftlichem Risiko spielen auch diejenigen Unternehmen, die den Like-Button auf ihrer Website installiert haben. Der nämlich wird nicht länger geliked - zumindest nicht von deutschen Verbraucherschützern. So geht die Verbraucherzentrale NRW derzeit gegen Firmen vor, die Facebooks Like-Button verwenden, darunter die Hotelbuchungsplattform HRS, Payback sowie die Textilhändler Peek & Cloppenburg und KIK. Wer einem Gerichtsverfahren aus dem Weg gehen möchte, aber nicht auf Social-Plug-Ins verzichten möchte, kann die Einbindung von Scripten erwägen, welche die Aktivitäten von Plug-Ins erst nach Bestätigung durch den Nutzer ermöglichen. 

Google Betriebssystem für die vernetzte Welt und das i-Auto

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