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Gelbe Seiten plant Mobile-Schub für Einzelhandel in Karlsruhe
© Foto:Gelbe Seiten Marketing

Pilotprojekt Location Based Services | | von Annette Mattgey

Gelbe Seiten plant Mobile-Schub für Einzelhandel in Karlsruhe

Mit einem groß angelegten Pilotprojekt will Gelbe Seiten Marketing die Chancen von Location Based Services (LBS) testen. Dabei arbeitet das Unternehmen mit der Hochschule der Medien Stuttgart und der Stadt Durlach zusammen. Ein verkaufsoffenes Wochenende (23./24. April) lockt Besucher nach Durlach und versorgt sie dann mit lokal passender Werbung. Durlach, bis 1938 eigenständig, ist mit rund 30.000 Einwohnern der größte und älteste Stadtteil Karlsruhes. Reale Orte, wie Restaurants, Boutiquen und Bars, werden mit virtuellen Umkreisen gekennzeichnet. Betreten die Nutzer der App von Gelbe Seiten die betreffenden Zonen erhalten sie Informationen als Push-Nachrichten direkt auf ihr Smartphone.

Die Teilnahme ist für alle Unternehmen kostenfrei und bietet ihnen die Chance, eine neue Technologie zu erproben. Die teilnehmenden Händler können potenzielle Kunden in unmittelbarer Nähe ansprechen, die Aufmerksamkeit auf das eigene Geschäft lenken und den Kaufimpuls auslösen. Zudem kann die verkaufsaktivierende Werbung der Inserenten durch eine "virtuelle Litfaßsäule" verstärkt werden. Hierbei werden Push-Benachrichtigungen an die Nutzer verschickt, die sich weniger als einen Kilometer entfernt von dem eigenen Geschäft aufhalten.

Jürgen Seitz, Professor für Marketing, Medien und Digitale Wirtschaft an der Hochschule der Medien Stuttgart, sagt: "Das Projekt ist für uns und den Einzelhandel in Deutschland besonders spannend, da LBS erstmals mit lokalen Unternehmen erprobt wird. Es gab schon einige Feldversuche mit Filialisten, der Einzelhandel war bisher unterrepräsentiert."

Im Gespräch mit Florian Treiß, Locationinsider, betont Stephan Theiß, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft, dass Location Based Services gerade für kleinere Händler ein neues Terrain ist: "Wir wollen daher mit 'Digitales Durlach' zeigen, dass dies eine sehr praktikable Lösung ist. Und dass Location Based Services von ihnen recht einfach genutzt werden kann, um echte Mehrwerte zu generieren. Das gelingt natürlich besser, wenn man dies nicht nur bei ein oder zwei Händlern macht, sondern in einem größeren Umfeld wie an einem verkaufsoffenen Wochenende in Durlach. Und da wird viel passieren: Wir haben noch nie eine so hohe Dichte an Aktionen gesehen, wie wir sie an dem Wochenende umsetzen wollen. So können wir auch gut herausfinden, wie hoch die Akzeptanz und Conversion bei den Nutzern ist."

Als Technologiedienstleister ist das Berliner Unternehmer Bitplaces beteiligt. Die Ortung erfolgt teils via Geofencing, also GPS- und WLAN-Ortung, teils via Beacons. "Die Technologie ist für uns aber eher zweitrangig. Es geht uns vielmehr darum, dass die Händler ein Gefühl dafür bekommen sollen, was sie für Aktionen machen können, in welchem Radius und welches Potenzial darin liegt", so Theiß.

Positiv beurteilt auch Alexandra Ries, Ortsvorsteherin von Durlach, das Projekt: "Wir haben in unserem traditionellen Ortskern viele innovative Unternehmer und sind uns sicher, dass wir viele kreative Aktionen sehen werden. Von Seiten der öffentlichen Institutionen werden wir ebenfalls mitmachen und uns etwas für die Bürger einfallen lassen".

Wer bei der Aktion mitmachen will, hat nicht nur den Anreiz, Rabatte und Vergünstigungen zu bekommen, sondern kann auch Gutes tun. Als Sockelbetrag wird die Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft 2.000 Euro spenden. Wenn jedoch über 1.000 Personen am Aktionswochenende die App von Gelbe Seiten herunterladen, wird die Spende auf 5.000 Euro erhöht. Diese Summe kommt am Ende der wohltätigen Organisation Durlacher Selbst e.V. zu Gute. Die App von Gelbe Seiten ist für alle Smartphone im Store für iOS und Android Geräte verfügbar oder auf www.GelbeSeiten.de.

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Bilanz zum Beacon-Projekt in Karlsruhe: Hohe Mitmach- und Kaufraten

von Annette Mattgey

Das Beacon-Pilotprojekt in der Karlsruher Innenstadt wollte Mobilfunk-Nutzer und Einzelhändler von der Technik überzeugen. Daran beteiligt waren die Hochschule der Medien Stuttgart, die Stadt Durlach und die Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. Am verkaufsoffenen Wochenende 23./24. April 2016 wurde der Karlsruher Stadtteil Durlach zu einer digitalen und interaktiven Versuchsanordnung. Über 50 Unternehmen und städtische Einrichtungen wie Restaurants, Boutiquen und Bars ließen sich auf das Experiment ein. Wer die App von Gelbe Seiten geladen hatte, bekam je nach Standort Informationen und Angebote als Push-Nachrichten direkt aufs Smartphone.

Das sagen die Zahlen:

Über 1.600 Teilnehmer an der Aktion, 5.409 versendete Nachrichten, davon über 30 Prozent gelesen und 877 ausgelöste Transaktionen – so lautet die Bilanz des Feldversuchs. Die regionalen Händler konnten durch den Einsatz von Location Based Services, trotz eines verregneten Samstags, spürbar ihren Umsatz steigern. Beeindruckt zeigten sich alle Beteiligten vor allem von den hohen Mitmach- und Kaufraten, dem entscheidenden Faktor für regionale Wirtschaft.

So bewerten die Beteiligten das Wochenende: 

Die Initiatoren des Experiments "Digitales Durlach" sehen damit aber vor allem Hemmschwellen bei Händlern und Usern abgebaut. "Die Location Based Services von Gelbe Seiten waren an diesem Wochenende das Stadtgespräch, jeder – ob jung oder alt – wollte es selbst einmal ausprobieren", erklärt Alexandra Ries, Ortsvorsteherin des Stadtteils Durlach. Der Vorsitzende des örtlichen Gewerbevereins Durlacher Leben e.V., Marcus Fränkle, ergänzt: "Schon im Vorfeld hat die Einfachheit der Handhabung und Umsetzung die lokalen Unternehmer überzeugt. Der Zuspruch durch die Kunden am verkaufsoffenen Wochenende war dann natürlich ideal und eine tolle Bereicherung der beiden Tage. Die mediale Präsenz – auch in den überregionalen Medien – für diese Aktion sollte natürlich auch nicht unterschätzt werden."

Die Analyse der Marktforscher: 

In der begleitenden Marktforschung, die von der Hochschule der Medien Stuttgart bei Endkunden und lokalen Unternehmen durchgeführt wurde, hat sich die positive Einschätzung vom Wochenende bestätigt. "Unsere Untersuchung macht deutlich, dass Angebote und Informationen lokaler Unternehmen bei den Kunden sehr gut ankommen", erläutert Professor Jürgen Seitz von der Hochschule der Medien Stuttgart.

Das denken die Händler:

Mehr als die Hälfte bewerten die Aktion als einen Erfolg. Vor allem Unternehmen, die nicht in den absoluten Toplagen angesiedelt oder relativ neu vor Ort sind, wollen auch zukünftig von zusätzlichen Kunden und Absatz durch Location Based Services profitieren. Mitgemacht haben Unternehmen aus den Branchen Gesundheit & Wellness, Hotels & Gastronomie und Nahrungs- & Genussmittelhandel, aber auch Behörden, Verbände und gemeinnützige Einrichtungen.

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Besonders gefreut hat Stephan Theiß, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft, das große Interesse der lokalen Händler an einem solchen Pilotprojekt und die Chance, die sie darin sehen. "Das Aktionswochenende hat gezeigt, dass Location Based Services nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch in der Praxis. Die Unternehmer vertrauen Gelbe Seiten, sonst hätten wir nicht so schnell so viele zum Mitmachen begeistern können."

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Was Nachahmer-Projekte beherzigen sollten:

"Wichtig ist aber, dass die Kommunikation sowohl authentisch, als auch spielerisch ist und die Aktionen durch begleitende Maßnahmen vor Ort unterstützt werden," rät Marktforscher Seitz.

Auch Theiß räumt ein, dass die Technik kein Selbstläufer ist. "Es besteht ein hoher Bedarf an Beratung, um diese Services als Mittel zur Belebung der Innenstädte richtig einzusetzen. Hier sind wir mit unserer Marketing-Kompetenz und unseren langjährigen Kundenbeziehungen besonders gefordert." Mit den gewonnenen Daten und Best Practices wollen die 16 Gelbe-Seiten-Verlage Unternehmer, Gewerbevereine und Gemeinden regional bei ihren Vorhaben unterstützen.

von Annette Mattgey - Kommentare Kommentar schreiben