Stellte den besten Content auf Twitter vor: Selman Careaga, Coca-Cola.
Stellte den besten Content auf Twitter vor: Selman Careaga, Coca-Cola. © Foto:Unternehmen

Konferenz | | von Irmela Schwab

Festival of Media: Wie Unternehmen die Macht der Transformation nutzen

Shakespeare hat gesagt: “We know what we are, we don´t know what we might be.” Mit diesem Zitat wies der amerikanische Philosoph und Filmemacher Jason Silva die Gäste beim Festival of Media in Miami darauf hin, dass Transformation nur auf einem Weg möglich ist: indem man althergebrachte Denkmuster loslässt. Schließlich, so führte Silva aus, findet Entwicklung nicht linear statt sondern exponential - und das immer schneller, der digitalen Technologie sei Dank, erklärte Silva: “Die physische Welt wird programmierbar.”

Die Aufbruchstimmung der Konferenz, die neben Europa und Asien, auch für den lateinamerikanischen Markt ausgerichtet wird, lag in der Luft. Unter dem Motto “Harnessing the Power of Transformation” (deutsch: “Von der Macht der Transformation profitieren”) kamen Manager aus Unternehmen, Medien und Agenturen aus Mexiko bis Argentinien zusammen, aber auch aus den USA und Europa. Selbst Gerhard Zeiler war aus London angereist. Der ehemalige RTL-CEO ist Präsident bei Turner Broadcasting und sagte, dass noch nie soviel lineare TV wie heute geguckt werde. Mit insgesamt 189 Kanälen in den USA hätten die Zuschauer außerdem mehr Auswahl und Qualität wie nie zuvor. 

Die Technologie in Form von Screens auf denen der Zuschauer seine Inhalte abruft, spielt Zeiler zufolge keine Rolle. Je mehr Bildschirme involviert sind, desto größer sei die Freiheit des Konsumenten Inhalte abzurufen, wo immer er will. Natürlich müsse sich auch einiges verändern, beispielsweise kommt es heute darauf an, dass Medienhäuser verstärkt lokalen Content zur Verfügung stellten, um Nähe und damit Relevanz herzustellen.

Diese Einbettung in einen kulturellen und - bestenfalls auch unmittelbaren - Kontext stellte auch Selman Careaga heraus. Der Vice President Coca-Cola in Mexiko hat auf der Konferenz seinen bisher erfolgreichsten Content auf Social Media vorgestellt: Ein Bild, das die krausen Haare des Torwarts Guillermo Ochoa auf einer Coca-Cola-Dose vorstellte, als dieser gerade besonders gut während der WM in Brasilien performte. Um diese Art von Storytelling zu bewerkstelligen, müsse man wie ein Publisher denken, riet Careaga. Zudem kommt es darauf an, dabei um die Kernwerte des Unternehmens zu wissen. 

Eine Vorgehensweise, die auch Andrea Pinotti Cordeiro, Marketing Director bei der Bank Itaú Unibanco aus dem brasilianischen São Paulo ausprobiert hat. Weil eine Bank schließlich nicht über Sex, Drugs und Rock´n´Roll berichten könne, hat sie nachgeforscht für was die Bank eigentlich im Innersten zusammenhält - und dabei tief in den unternehmenseigenen Geschichtsbüchern geblättert. Es stellte sich heraus, dass die Gründer der Institution das Leben der Menschen über ein eigenes Sparkonto verbessern wollten. “Profit ist wichtig, aber sicherlich nicht der alleinige Ziel eine Unternehmung zu starten”, glaubt Cordeiro. Ergo hat die Bank zum Beispiel städtische Mobilität zu ihrem Thema gemacht und dafür in ausleihbare Fahrräder in São Paulo investiert. Inzwischen gebe es in der Stadt immer mehr Radfahrer, die zu ihrer Arbeit radeln. “Menschen erwarten mehr von Unternehmen als nur eine schöne Rede zu halten”, sagt die Bankmanagerin. Als Konsequenz dringen die Werbebotschaften somit immer tiefer in den Alltag der Menschen ein.

Dass sich Erfolge nicht über Nacht einstellen, darauf wies Ted Nash hin, der auf dem Festival of Media als "Transformer" im Programm angekündigt wurde. Als 13-jähriger hatte sich Nash Geld seiner älteren Schwestern ausgeliehen, um sein eigenes Startup zu gründen - und die braven Schwestern hatten ihm alle ihre Ersparnisse von eigenen Geburtstagen und Weihnachten anvertraut. “Ich habe beides verloren, das Geld und meine Schwestern”, bilanzierte Nash. Doch brauchten die Teilnehmer kein Mitleid haben: Heute hat der junge Unternehmer 1,4 Millionen US-Dollar an Investorengeld für Tapdaq, einen Community-Marktplatz für Mobile Advertising, eingesammelt. Erfolg komme nun mal nicht so daher, wie es die meisten Leute erwarten, sagte Nash und hält es da ganz mit Winston Churchill: “Success is walking from failure to failure with no loss of enthusiasm.” 

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