Mobile Payment | | von Annette Mattgey

DLD 2013: Brieftasche vom Aussterben bedroht?

In den nächsten zwei Jahre entscheidet sich das Schicksal mobiler Bezahlsysteme. Mit der Zukunft des Bezahlens befasste sich ein hochkarätig besetztes Panel am zweiten Tag der von Hubert Burda Media in München veranstalteten Digitalkonferenz DLD. Neben René Schuster (2. von links; CEO bei Telefónica Deutschland Holding) und Markus Braun (li., Vorstandsvorsitzender bei Wirecard) waren auch David Marcus (re., Päsident von Paypal) und Roman Friedrich (2. von re., Geschäftsführer und Partner bei Booz & Company in Düsseldorf und Stockholm) unter den Teilnehmern.

Dabei machte Paypal-Chef David Marcus deutlich, dass man sich von der Verbreitung der Mobilgeräte die hierfür nötige Grundlage erhoffe. „In den USA rechnen wir in den nächsten 18 Monaten mit dem Durchbruch von Mobile Payment, in Europa und einigen gut entwickelten asiatischen Märkten dürfte es in zwei bis drei Jahren so weit sein.“ Paypal komme dabei seine Kundenbasis von 122 Millionen Nutzern zugute. Wichtig sei aber nicht nur die große Nutzerzahl, sondern auch die Einfachheit der Anwendungen und die Fähigkeit, die passenden Partner von derartigen Services zu begeistern. Eine besondere Rolle dürften hier Early Adopter und jüngere Zielgruppen spielen. Ähnlich wie die Armbanduhr schon heute bei vielen Jugendlichen nicht mehr existent sei, könnte in Zukunft auch der Geldbeutel immer häufiger zu Hause bleiben.

Neben den klassischen Online-Payment-Anwendungen würden in den nächsten Jahren Bezahlvorgänge im öffentlichen Raum (etwa in Gaststätten oder Geschäften) zunehmend über Mobilgeräte erledigt. Für einige Staaten im afrikanischen und asiatischen Raum, in denen das klassische Bankensystem noch keine so große Rolle spielt wie in den westlichen Ländern, könnten Bezahldienste auch zum Kontoersatz werden.

Sichere Alternative mpass

René Schuster präsentierte auf dem DLD auch den Person-to-Person-Überweisungsdienst mpass. Dieser sei weniger riskant als beispielsweise kreditkartenbasierte Dienste, da er auf Prepaid basiert. Gleichzeitig machte er deutlich, dass man von den bislang 82 Prozent Anteil  an bargeldbasierten Bezahlvorgängen in Deutschland weg wolle. „Payment-Anwendungen sind ein neues wichtiges Standbein für die Telekommunikationsunternehmen.“ Da das bisherige Kerngeschäft ‚Voice‘ zunehmend in den Hintergrund trete und neuen netzbasierten Anwendungen Platz mache, entstünden hier neue Chancen für die TK-Branche. Gerade LTE, das sich in den nächsten Monaten in Deutschland stetig weiterentwickle, könne hier neue Impulse bringen, ebenso wie die Weiterentwicklung der Hardware auf dem Smartphone- und Tablet-Sektor.

Markus Braun (Wirecard) betonte den Stellenwert, den NFC (Near Field Communication) bei der Etablierung neuer Services spielen kann. „Wichtig für die Akzeptanz ist neben der Einfachheit der Zahlungssysteme auch deren Sicherheit sowie die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien der einzelnen Staaten.“ QR-Codes seien dagegen eher ein Hilfsmittel für Bezahlvorgänge, das jedoch nicht die Hauptrolle spielen werde.

Es sieht so aus, als ob das Payment-Thema, das seit nunmehr zehn Jahren als Trend propagiert wird, endlich an Relevanz gewinnt und auch bei den Verbrauchern ankommt.

Weitere Live-Berichte vom DLD finden Sie auch bei W&V.

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