Vanessa Bouwman, Managing Director von We Are Social, München.
Vanessa Bouwman, Managing Director von We Are Social, München. © Foto:We Are Social

Branchen-Umfrage | | von Annette Mattgey

Digital-Trends 2017: Das wird in diesem Jahr wichtig

LEAD digital hat einige Digital-Experten gefragt, was für 2017 zu erwarten ist. Alles dreht sich um Influencer-Marketing in den unterschiedlichsten Facetten. Aber auch Cross-Device-Marketing, standortbezogenes Mobile Marketing, Instagram und Virtual-Reality-Formate stehen auf der Agenda. Zudem wird die digitale Transformation deutlich mehr Beratungsleistung erfordern.

Besser Micro- als Mega-Influencer

Der Influencer-Markt wird sich weiter professionalisieren. Neue Influencer und neue Influencer-Marketing-Agenturen werden auf den Markt strömen. Die Herausforderung für Marken wird es sein, hier noch gezielter auszuwählen, welcher Influencer zum eigenen Image und den eigenen Zielen passt. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind das A und O. Hier werden die sogenannten Micro-Influencer an Bedeutung gewinnen, mit denen Marken enge Verbindungen eingehen können. Anders als bei berühmten Mega-Influencern mit Millionen Followern, liegt ihr Potential genau darin, ein ausgewähltes Publikum anzusprechen, dass sich durch starkes Engagement auszeichnet. Reichweite bedeutet hier nicht immer gleich Qualität. Auch in punkto Messbarkeit dürfen wir uns 2017 auf verbesserte und neue Tools freuen.

Vanessa Bouwman, Managing Director von We Are Social, München

 

Cross-Device-Marketing vor dem Durchbruch

Cross-Device Marketing wird 2017 endlich Realität und sollte fester Bestandteil in der Mediaplanung sein, um eine positive Customer Experience über alle Endgeräte zu liefern. Da Nutzer ständig zwischen mehreren Endgeräten wechseln, ist es essentiell, dass personalisierte Werbung datenbasiert und zugleich datenschutzkonform über mehrere Devices ausgesteuert wird und so den Konsumenten genau dort erreicht, wo er sich gerade befindet.

Carsten Frien, Gründer & CEO von Roq.ad, Berlin

 

Standortbezogenes Mobile Marketing

In Deutschland ist eine starke Nachfrage nach Location-Based-Marketing wahrzunehmen. Aber warum ist das so und warum gerade jetzt? Insbesondere der Handel erkennt, dass standortbezogenes Marketing die Möglichkeit bietet, das Online-Verhalten potenzieller Kunden mit ihrem Offline-Verhalten zu verknüpfen. Unternehmen können so eine Mobile-First-Strategie umsetzen, um möglichst viele Menschen zielgerichtet und kostengünstig zu erreichen. Die Vorteile sind am PoS zu spüren: mehr Store-Visits sowie Umsatz in den einzelnen Filialen. Der Erfolgt von Out-of-home-Kampagnen ist durch das Measurement "Store-Visits" leicht nachweisbar.

Johannes Paysen, Country Manager Germany bei Xad, Hamburg

Beratungsmandate im Bereich Digitalisierung nehmen deutlich zu

Nach wie vor stehen wir mitten im digitalen Umbruch. Die große Herausforderung für Marken und Unternehmen besteht darin, sich neu aufzustellen, um diesen Prozess erfolgreich zu meistern. Ein essentieller erster Schritt in die richtige Richtung ist es, die eigene Brand Identity stringent von der analogen in die digitale Welt zu übertragen. Diese Aufgabe wird Marken und Unternehmen im neuen Jahr weiter auf Trab halten. Wir als Agentur stellen fest, dass Beratungsmandate in diesem Bereich schon deutlich zugenommen haben. Dieser Trend wird sich 2017 fortsetzen.

Irmgard Hesse, geschäftsführende Gesellschafterin von Zeichen & Wunder, München

Chatbots sind die Zukunft der Kundenkommunikation

Bots sind hip, Bots sind angesagt. Ausgereifte Technologien auf Basis künstlicher Intelligenz bieten in Verbindung mit der steigenden Nutzung der Messaging-Apps enorme Chancen für das Marketing. Von einer echten automatisierten Kundendienst-Lösung sind wir allerdings noch weit entfernt, aber Bots sind ein Schritt in diese Richtung und sie werden vielfältige Aufgaben in der automatisierten 1:1-Kommunikation zwischen Unternehmen und Nutzern übernehmen.

Christopher Kollat, Managing Director von Monotype DACH, Berlin
Instagram wird ordentlich zulegen

In den letzten Wochen hat Instagram schöne neue Features ausgerollt, die Spaß machen und die Community begeistern. Snapchat wird dafür in Deutschland etwas schwächer, weil Instagram es mit seinen Funktionen und besserer Usability den Nutzern einfacher macht und die Fangemeinde bereits schon existiert und nicht erst aufgebaut werden muss. Abgesehen davon, wird es 2017 viel öfters speziell produzierten Social Content geben. Bereits in diesem Jahr haben viele Unternehmen verstanden, dass eine originelle Gestaltung, vor allem von Fotos und Videos, immer wichtiger wird, um die Aufmerksamkeit der Follower zu wecken.

Seeda Ahmad-Kreuzer, Geschäftsleiterin von 1-2-social, München

Influencer-Marketing bleibt aktuell – Kreativität ist gefragt

Was 2016 schon zum trendigen Dauerthema geworden ist, wird sich auch 2017 fortsetzen. Dabei bietet die Arbeit mit Influencern schlicht drei unbestreitbare Vorteile: Content, Reichweite und glaubwürdige Empfehlungen. Durch die steigende Flut an Möchtegern-Bloggern wird die Selektion jedoch komplexer. Einige Marktteilnehmer sind bereits enttäuscht über den mageren Output. Von daher ist Kreativität in der Kooperation gefragt. Ein Influencer muss einfach gut zur Marke passen, damit die Kampagne zum Erfolg wird. Zudem zählt für mich der Aufbau eigener Formate und Multiplikatoren zu den spannenden Treibern dieser neuen Marketing-Gattung.

André Gebel, Vorstand Beratung und Strategie der Coma AG, München

VR und 360°-Video bieten großes Potenzial  

Der Hype um Virtual Reality und Augmented Reality ist ungebrochen. VR-Projekte und 360°- Video werden auch 2017 zu den heißen Themen im Bewegtbildbereich zählen. Noch ist gespielter Content über VR-Brillen eher ein First-Contact-Erlebnis, also für viele noch ein "Erstes Mal" und aufgrund der physischen Umstellung bleibt VR erstmal ein kurzzeitiges Vergnügen, das sich auf 30 bis 90 Minuten pro Session begrenzt. Umso wichtiger ist es, dass Marken konsequentes Storytelling betreiben, um die Aufmerksamkeit der Nutzer in dieser Zeitspanne aufrecht zu erhalten und ihnen möglichst viel von sich zu vermitteln – nur so bleiben sie nachhaltig im Gedächtnis. 

Yves Rham, Geschäftsführer von der Pixelschickeria, München

Daten-Insights über die Marketingabteilung hinaus

2017 wird das Jahr, in dem Unternehmen ihre aus den Marketing-Daten gewonnenen Erkenntnisse auch in anderen Bereichen einsetzen werden. Bisweilen ist es ja so, dass Programmatic Advertising meist nur als Marketing-Werkzeug gesehen wird. Dabei kann ein Blick in die Daten viel mehr als bloß die Kreation und Ausspielung zielgruppenspezifischer Kampagnen unterstützen. Mit diesen Echtzeit-Einsichten können Unternehmen etwas über das Verhalten der Konsumenten und ihren Umgang mit einer Marke erfahren. Das sind Informationen, die auch andere Geschäftsbereiche wie Vertrieb, PR, Social Media, Employer Branding oder Kundenservice interessieren und in Kombination mit künstlicher Intelligenz ihr volles Potenzial entfalten.

Richard Robinson, Managing Director EMEA bei Turn, London/Hamburg

Influencer-Marketing braucht gutes Storytelling

Ein Match zwischen Influencer und Marke ergibt sich recht simpel über gemeinsame Themen und Zielgruppen. Herausforderung ist jedoch nicht die Identifikation eines passenden Influencers, sondern die Konzeption einer glaubwürdigen, spannenden gemeinsamen Story. Diese darf nicht als "nervige, gekaufte Werbung" daherkommen, muss der Marke einen echten Mehrwert bieten und darf gleichzeitig keine "Schleichwerbung" sein. In der Entwicklung dieser Story liegt die eigentliche Herausforderung im Influencer-Marketing. Wer diesen Spagat im Influencer Marketing schafft, ist in 2017 vorne mit dabei.

Eva Reitenbach, Geschäftsführerin von Oddity, Berlin

Ansprüche an erfolgreiches Content-Marketing werden höher

Nach einem spürbaren Fortschritt 2016 nehmen die Diskussionen zwischen Agenturen und Marketing-Experten auf Kundenseite zu relevanten KPIs in 2017 Fahrt auf und bringen Content-Marketing-Lösungen auf ein höheres Niveau. Die Ansprüche, nicht nur den richtigen Content zu produzieren, sondern ihn auch zum richtigen Zeitpunkt und an den richtigen Orten zu platzieren, werden wachsen und damit eine neue Diskussion anfachen: Wie entscheidend ist exklusiv und originär produzierter Content? Wo und wann kann das Kuratieren von Inhalten maßgeblich weiterhelfen? Und - ganz wichtig für das nächste Jahrzehnt: Welche Rolle spielen "artificial intelligence" und "automated journalism" dabei?

Alexander Dix, Geschäftsführer von Wunder Media, München

 

Digital-Trends 2017: Das wird in diesem Jahr wichtig

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