Einigen Nutzen versprechen sich Manager aus der Analyse ihrer "Big Data".
Einigen Nutzen versprechen sich Manager aus der Analyse ihrer "Big Data". © Foto: Smart Data

Studie | | von W&V Online

Die Zukunft von Big Data ist smart und mobil

Vor allem das Tagesgeschäft steuern und verbessern wollen Manager, die mit Big Data befasst sind. Das ist eines der Ergebnisse der "Smart-Data-Business-Studie". Sie wurde durchgeführt von der Smart-Data*-Begleitforschung (FZI Forschungszentrum Informatik) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gemeinsam mit dem Business Application Research Center (Barc) und dem Bundesverband der IT-Anwender e.V. (Voice). 

Das größte Potenzial für Big-Data-Technologien liegt in den Anwendungsbereichen Mobilität und der Industrie, die größten Herausforderungen sehen die Manager in Datenschutz- und Datensicherheitsaspekten, vor allem in der Gesundheitsbranche. Mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz sehen nur 7 Prozent als Risikofaktor. Für die Studie "Smart-Data-Business - 10 Thesen zur Nutzung von Big-Data-Lösungen in der Wirtschaft" wurden 340 IT- und Business-Entscheider im deutschsprachigen Raum befragt.

Alexander Lenk, Leiter der Smart-Data-Begleitforschung vom FZIForschungszentrum Informatik: "Die intelligente Aufbereitung und Nutzung der immer größer werdenden Datenmengen werden das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben grundlegend verändern. Der weltweite Umsatz mit Big-Data-Lösungen wird bis zum Jahr 2025 auf mehr als 85 Milliarden Euro prognostiziert. Drei von vier Befragten unserer Studie sehen in der Mobilität, beispielsweise durch eine intelligente Verkehrssteuerung, enormes Potenzial von Smart-Data-Technologien. Damit wird das wirtschaftliche Potenzial im Mobilitätsbereich als noch größer als in der Industrie mit einem Zustimmungswert von 70 Prozent angesehen."

Der Nutzen für die Unternehmen durch Big-Data-Analysen liegt vor allem in der "besseren Steuerung operativer Prozesse" (65 Prozent), es geht dabei aber auch um "bessere strategische Entscheidungen", sagen 58 Prozent der Befragten. Ein "besseres Kundenverständnis/Verbesserung der Kundenerfahrung" erhoffen sich 51 Prozent, ein "besseres Verständnis des Marktes/Wettbewerbs" 41 Prozent (siehe Bild oben).

Carsten Bange, Geschäftsführer Barc: "Bereits jetzt gaben 63 Prozent der Befragten, die im Unternehmen eine Big-Data-Initiative laufen haben an, operative Prozesse durch Big-Data-Lösungen besser steuern zu können. Das Potenzial wird also schon heute von einer deutlichen Mehrheit wahrgenommen. 56 Prozent gaben sogar an, gegenwärtig bereits neue Produktideen und
Dienstleistungen mit Big Data zu entwickeln. Wir sind optimistisch, dass diese Tendenz weiter zunimmt."

Die Ergebnisse der Smart-Data-Business-Studie fassen die Macher in zehn Thesen zusammen: 

(1) Big Data hilft bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Produktideen und Dienstleistungen
(2) Vorhandene datenbasierte Analysemethoden und Vorhersagemodelle sind noch nicht ausreichend - Big Data schafft Abhilfe
(3) Steuerung des Tagesgeschäfts durch Big Data wichtiger als strategische Implikationen
(4) Die größten Herausforderungen liegen im Datenschutz und in der Datensicherheit
(5) Das größte Big-Data-Potenzial liegt in der Mobilität und der Industrie
(6) Die größten Herausforderungen liegen im Gesundheitsbereich
(7) Big-Data-Investitionen fließen vor allem in die Aus- und Weiterbildung des Personals
(8) Unternehmen nutzen für die Datenanalyse noch Technologien, die für Big-Data nur bedingt nutzbar sind
(9) Großes Potenzial liegt in Social-Media-Daten
(10) Die IT-Abteilung treibt den Big-Data-Einsatz in Unternehmen voran

Dass, wie Punkt (9) beschreibt, Social Media noch Potenzial hat, liegt auch daran, dass es derzeit noch unterdurchschnittlich zur Datengewinnung genutzt wird. Vorrangig nutzen die Unternehmen die aus IT-Systemen gewonnenen Logdaten (58 Prozent), außerdem Daten aus Transaktionssystemen (55 Prozent). Social Media ist aber im Kommen und wird von 47 Prozent mittel- bis langfristig geplant.

Woher die Big Data kommen und woher sie bald kommen sollen: Smart-Data-Business-Studie.

Woher die Big Data kommen und woher sie bald kommen sollen: Smart-Data-Business-Studie.

Drei von fünf Befragten gaben an, dass eine permanente Datenanalyse Grundlage der Entscheidungs- und Prozessoptimierung ist (21 Prozent) oder im gesamten Unternehmen Entscheidungen auf datenbasierten Analysen getroffen werden (39 Prozent).

Die Studie steht online zum Herunterladen.

*) Mit dem Programm "Smart Data - Innovationen aus Daten" fördert das BMWi von 2014 bis 2018 insgesamt 13 Leuchtturmprojekte, die den zukünftigen Markt von Big-Data-Technologien für die deutsche Wirtschaft erschließen sollen, mit rund 30 Millionen Euro. Die beteiligten Unternehmen und Organisationen bringen weitere 25 Millionen Euro auf, so dass das Programm über ein Gesamtvolumen von etwa 55 Millionen Euro verfügt. Smart Data ist Teil der neuen Hightech-Strategie und der Digitalen Agenda der Bundesregierung. 

Die Zukunft von Big Data ist smart und mobil

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht