Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Die absoluten Must haves: Alleskönner-Apps und eine digitale DNA

Die Woche hat gezeigt, wie unnötig die Diskussion App versus mobile Website eigentlich war (und noch ist). Denn Apps erfüllen nun einmal ganz andere Funktionen als die Website. Still und leise hat Vodafone in Berlin schon hunderte an Kassenterminals in Kaufhäusern, Café und Drogerien für das Bezahlen mittels Near Field Technologie mit seinem SmartPass bestückt. Das kontaktlose Bezahlen wird bereits von Galeria Kaufhof, Karstadt, den Supermarktketten Kaiser´s und Tengelmann unterstützt sowie anderen wie Rewe und Edeka, die wiederum auf andere mobile Checkout-Systeme setzen und diese sogar gleich in ihre App integrieren.

Die Entwicklung zeigt einerseits, dass M-Payment nicht mehr zu bremsen ist. Andererseits auch, dass ohne App heute nichts mehr geht, will man als Händler Bequemlichkeit bieten und damit immer näher an den Geldbeutel des Kunden rücken. Eine solche Händler-App, die den viel beschworenen echten Mehrwert bietet, wird dann vermutlich auch öfter genutzt als bloße Nice to have-Applikationen, die oftmals nicht mehr als ein Abklatsch der (mobilen) Website sind. 

Wie viel Musik im mobilen Markt ist, zeigt auch eine aktuelle Analyse von Experian Marketing Services. So kaufen Konsumenten in manchen Produktkategorien bereits mehr über ihre Mobilgeräte ein als über den PC - das gilt vor allem für Bücher, Musik und Videospiele. Bei Elektronik, Kleidung und Accessoires hat das stationäre Web noch einen leichten Vorsprung. 

Da ist es nur schlüssig, dass das globale Werbespending im Kanal Mobile - wie eMarketer die Woche vermeldete - um 105 Prozent auf 17,96 Milliarden Dollar (12,92 Milliarden Euro) angewachsen ist. Für 2014 wird eine nochmalige Steigerung von 75,1 Prozent auf 31,45 Milliarden Dollar (22,3 Milliarden Euro) erwartet - das entspricht knapp einem Viertel der digitalen Werbeausgaben weltweit. 

Der größte Schub geht dabei von Facebook und Google aus. Zusammengenommen zogen die beiden Unternehmen aus dem Silicon Valley im vergangenen Jahr gut 67 Prozent am mobilen Gesamtwerbeaufkommen auf sich. Während Googles Anteil am Werbekuchen um einige Prozentpunkte auf 49,3 Prozent leicht zurückging, sprang der von Facebook von 5,4 Prozent auf 17,5 Prozent. Tendenz weiter steigend. Der neue Markenliebling Instagram dürfte dabei helfen: So können Werbungtreibende inzwischen auf der Bilder-Sharing-Plattform Ads buchen - und gleichzeitig auch mit anderen Maßnahmen ihre Zielgruppe involvieren: wie aktuell etwa Carlsberg, nach Vorbild von Ikea.

Twitter und Pandora sind gemessen an den beiden mobilen Marktanführern nur Peanuts. Immerhin wandern sie aber schon auf dem mobilen Pfad, während man sich bei Yahoo noch über Website-Erfolge freut: Ausgerechnet Mobiltelefonhersteller Apple hat auf dem Portal, das sich über schwindende Banner-Erlöse Sorgen macht, eine Kampagne geschaltet. Sehr zur Freude von Yahoo-CEO Marissa Mayer, die das Werbegeschäft nach dem Rausschmiss von Vize Henrique de Castro selbst in die Hand nehmen will. Mayer glaubt dabei an den Trend Native Advertising.

Gelacht hat man diese Woche auch bei Focus Online. Der Digitalableger aus dem Burda Verlag hatte im Januar mit 11,98 Mio. Unique Usern so viele Nutzer wie nie zuvor - und hat damit erstmals den ewigen Widersacher Spiegel Online überholt. Oliver Eckart, Geschäftsführer Tomorrow Focus Media, begründet das in einer Pressemittelung mit der “puren Digital-DNA” des Magazins. Permanent strebe man nach Neuem, sagt er, Journalisten arbeiten mit Software-Entwicklern und Produktmanagern Seite an Seite. In Sachen Mobile ist man - so heißt es weiter - laut Reichweitenmessung der AGOF Mobile Facts 2013 III mit 3,7 Millionen Unique Usern ebenfalls schon um die gewissen Nasenlänge voraus.

Die absoluten Must haves: Alleskönner-Apps und eine digitale DNA

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