Der Sperrbildschirm: Von der Kunst, Leser zu locken.
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Der Sperrbildschirm: Von der Kunst, Leser zu locken.

Unsere Meinung wird ab 2016 von einer Frau gebildet: Kai Dieckmann räumt den Chefposten bei Bild und wird "Entwicklungsminister" für Digitales (nicht Digitalis, das Herzgift). Er bleibt dem Verlag also erhalten. Die 38 Jahre junge Tanit Koch sorgt in Zukunft für die bildende Meinung in Deutschland. Wir dürfen gespannt sein, wie jüngere Berichterstattung aussieht.

Vielleicht virtuell? Neue Wege in der Berichterstattung geht jedenfalls die New York Times. Die ehrwürdige Zeitung hat ihre Virtual Reality App NYT VR gelauncht. So können Leser nicht nur Berichte über Flüchtlinge und andere Themen lesen oder im Video ansehen. Sie können jetzt direkt in die 360-Grad-Videos eintauchen. Virtual Reality ist definitiv das nächste große Ding für Leserbindung. Youtube hat seine Android-App ebenfalls mit Virtual-Reality-Funktionen versorgt. Nutzer können jetzt mit einem Tippen in den VR-Modus wechseln. Das könnte auch den neuen "Bild-Entwicklungsminister" inspirieren: Perspektivenwechsel statt einfach nur ein Bild. Ist das nun noch klassisches News-Geschäft?

Facebook denkt ja jede Woche neu und schaltet ein weiteres Feature frei: Neben Insta-News und Videos erscheinen jetzt auch Songs von Spotify und Apple Music in unserem Newsfeed - zumindest wenn wir iOS-Nutzer sind. Aber wir kriegen nur Häppchen, kleine 30 Sekunden-Schnipsel. Doch auch damit schafft es Facebook, User länger auf seiner Seite zu halten. Und das ist ja das neue erklärte Ziel aller Portale im Netz: Verweildauer. Herr Diekmann, Frau Koch, wie sieht es aus?

Damit die Leser und Zuschauer verweilen, müssen Sie jedoch erst einmal auf den Angeboten der Medienhäuser vorbeischauen. Und das wird im Mobile-Zeitalter immer schwieriger. Der richtige Kanal dafür ist die App. Ein probates Mittel scheint die Push-Nachricht zu sein. Und prompt experimentiert Facebook auch hier. Die Facebook-App Notify soll User mit Inhalten von Vogue und Washington Post direkt zu Facebook locken.

Die New York Times wiederum hat 11 kluge Köpfe um sich geschart, um eine Strategie für den Sperrbildschirm zu entwickeln und den User von dort in die App zu holen. Denn nur über die Customer Journey Smartphone - Sperrbildschirm - App - News ist der mobile Kunde noch zu erreichen.

Es sei denn, er kommt via Suchmaschine. Internationale SEO-Erfolgsrezepte für die Suchmaschinen Google, Baidu, Bing und Yandex hat die SEO Agentur Explido analysiert

Das Ergebnis ist wenig überraschend: Duplicate Content ist auch international ein Ärgernis - für Suchmaschinen wie für die Leser.

Die Medienhäuser haben es heute wirklich schwer: Die Leser können über Suchmaschinen auf unglückliche Konkurrenzseiten geleitet werden. Sie können sich anderweitig tummeln. Und dann kommen auch noch die Web-Wegelagerer von Ad-Blockern und halten die Hand auf. Mobile Geeks zeigt, was hinter den mafiosen Methoden steckt und wie dort Geld verdient wird: Mit Porn.

Der Sperrbildschirm: Von der Kunst, Leser zu locken.

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