Wie stehen die Autofahrer zum Thema Connected-Car-Services?
Wie stehen die Autofahrer zum Thema Connected-Car-Services? © Foto:Deloitte

Connected-Car-Services | | von Yvonne Göpfert

Datensicherheit wird Verkaufsargument

Connected-Car-Services - kurz: CCS - sind die Zukunft. Der europäische Markt soll Zahlen von Statista zufolge von 62 Millionen Euro 2016 auf schätzungsweise 715 Millionen Euro im Jahr 2021 wachsen. Grundlage sind: Daten, Daten, Daten. Entsprechend wird Sicherheit die Kaufentscheidung für oder gegen ein Auto massiv mitbestimmen. Welche Daten werden erhoben? Und welche Informationen werden an wen weitergegeben - Stichwort Fahrverhalten und Versicherungen?

Aktuell schneiden europäische CCS-Angebote bei den Autofahrern besser ab. Trauen nur 30 Prozent amerikanischen Anbietern dieser Services, so liegt das Vertrauen gegenüber Europäern bei knapp 50 Prozent. Doch immer noch rund die Hälfte der Nutzer sieht die Datenauswertungen mit gemischten Gefühlen. Das zeigt die Deloitte-Studie Automotive Data Treasure. In Zusammenarbeit mit ResearchNow wurden Anfang August 2017 in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien mehr als 1.000 Autofahrer zu ihrer Einstellung und Perspektive hinsichtlich des Datenschutzes sowie der aktuellen, bzw. potentiellen Nutzung von Connected-Car-Services befragt.

Datensicherheit zählt

Rund 80 Prozent schätzen an CCS vor allem ein Plus an Sicherheit, gefolgt von einem niedrigeren Spritverbrauch und – mit einigem Abstand – den Entertainmentfunktionen. Doch ist für 64 Prozent ausschlaggebend, ob ein zuverlässiger Datenschutz gegeben ist: Sie machen eine mögliche Kaufentscheidung davon abhängig. Mit 80 Prozent will die überwiegende Mehrheit die volle Kontrolle über ihre Daten, nur vier Prozent finden das weniger oder gar nicht wichtig. Dabei zeigt sich, dass europäische Autohersteller und IT-Provider in dieser Hinsicht das höchste Vertrauen genießen – das wird von 50 bzw. 34 Prozent bestätigt.

Hersteller sollen für Datensicherheit sorgen

Zuständig für den Datenschutz sind nach Mehrheitsmeinung die Autohersteller (51 Prozent) sowie die Politik (31 Prozent). Nur 18 Prozent sehen sich selbst in der Pflicht. Dabei hätten sie auch wenige Möglichkeiten, sicherzustellen, dass keine Daten an Dritte weitergegeben werden – und genau das befürchten immerhin 63 Prozent. Mehr als die Hälfte sieht die Gefahr, der Wagen könne, wie bereits in einigen Fällen geschehen, gehackt und "fremdgesteuert" werden. Die Belästigung durch unerwünschte Werbung macht nur einem Drittel der Autofahrer Sorgen.

Eine Selbstverpflichtung der Automobilindustrie, Daten nicht weiterzugeben, reicht den Befragten der Studie übrigens nicht. Jeder Zweite verlangt eine transparente Kommunikation der Konzerne darüber, was mit den privaten Autofahrdaten geschieht. Dabei zahlt sich Infomieren übrigens aus: je informierter, desto bereitwilliger, für Dienste zu zahlen. In der Gruppe, die bis zu 99 Euro im Monat für CCS auszugeben bereit ist, befinden sich die Gutinformierten klar in der Überzahl. Im Schnitt liegt die Zahl der disponiblen Summe aber niedriger. Von den insgesamt 70 Prozent generell Zahlungsbereiter kann sich nur ein Viertel vorstellen, mehr als 50 Euro im Monat zu investieren.

Datensicherheit wird Verkaufsargument

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