"Mobilegeddon" | | von Annette Mattgey

Das sind die Vorteile des aktuellen Google Updates

Seit einigen Tagen geht eine Panikmache vor dem "Mobilegeddon" im Netz um, die an die Ängste im Mittelalter zur Sonnenfinsternis erinnert. Vergessen wird dabei, dass das Google-Update einigen durchaus hilft - zum Beispiel App-Entwicklern.

Im Vordergrund der Diskussion steht meist die Veränderung im Suchranking bei der Benutzung von Mobilgeräten. Im zweiten Teil der Google-Ankündigung geht es jedoch um verbesserte Möglichkeiten, sich den Inhalt von heruntergeladenen Apps unter den Suchtreffern anzeigen zu lassen. Wie das funktioniert und was es für die App-Programmierung bedeutet, erklärt Google auf seiner Entwickler-Seite.

Um von den neuen Möglichkeiten zu profitieren, müssen die Apps über einen Mobile Deep Link abrufbar sein. Ähnlich wie URLs die Adresse einer Webseite darstellen, dienen die URIs (Uniform Resource Identifier) als Adresse für Unterseiten in einer App. Bislang sind die meisten Apps noch nicht Deep Link-fähig. Während Hyperlinks ein integraler Bestandteil des World Wide Web sind, besteht das mobile App-Ökosystem bislang überwiegend aus unabhängigen, unvernetzten Einheiten.

Die Entscheidung von Google forciert nun die Entwicklung von Mobile Deep Links. Die weitere Etablierung ist sowohl aus Nutzersicht als auch von Seiten der App-Anbieter absolut wünschenswert, findet etwa Heiko Genzlinger, CEO von Trademob. "Mobile Deep Links sind heute mehr denn je der entscheidende Erfolgsfaktor sowohl im App Advertising als auch im Bereich Mobile SEO. Und das ist gut so, da diese auch einen entscheidenden Beitrag zu einem bestmöglichen Mobile-Erlebnis des Nutzers leisten."

Damit liegt Genzlinger auf einer Linie mit SEO-Experte Eric Kubitz, der hinter dem Google-Update den Willen sieht, das Internet "besser zu machen". Google ist zudem nicht der einzige Dienst, der auf Mobile Deep Links Wert legt. Auch der Link-Kürzungsdienst bit.ly gab jüngst bekannt, sein Angebot um ein intelligentes Mobile Deep Linking zu erweitern, mit dem der Nutzer unabhängig von Betriebssystem und Gerätehersteller ohne Umwege zum relevanten Inhalt gelangt. Darüber können User spezifische App-Inhalte leichter über ihre Social Media Accounts teilen.

Auch aus Marketing-Sicht ist es relevant, so Genzlinger: "Für App Marketer ist es unverzichtbar, die Mechanismen eines verlinkten App-Ökosystems zu verstehen und anzuwenden – schlicht um eine App zielgerichtet und erfolgreich vermarkten zu können". Denn Mobile Deep Links haben eine besondere Bedeutung im App Advertising. Ohne die Möglichkeit, gezielt Unterseiten anzusteuern, kann ein Werbebanner nur zum Download oder auf die Startseite einer App verweisen. Klickt ein Nutzer auf einen Banner mit seinen Lieblingsschuhen, wird dann aber nur ins Hauptmenü der Shopping-App anstatt zum spezifischen Angebot geleitet, ist die Nutzererfahrung negativ.

"Vor allem beim In-App Retargeting kommt es darauf an, dass Unterseiten einer App einzeln ansteuerbar sind. Um einen Nutzer zielgerichtet zu einem bestimmten Angebot in der App zurückzuführen, muss die App Mobile Deep Linking ermöglichen. Viele Apps, darunter sogar jene großer M-Commerce-Anbieter, arbeiten bislang noch nicht mit Mobile Deep Links. Spätestens mit dem Google-Update ist es allerhöchste Zeit, ihre App aufzurüsten", erklärt Genzlinger.

Das sind die Vorteile des aktuellen Google Updates

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