US-Konferenz | | von Annette Mattgey

CES: Autobranche treibt Entwicklung von Connected Mobile Devices voran

Live von der CES in Las Vegas berichtet Thorsten Linz, Director Emerging Media & Technologies von Draftfcb München, für LEAD digital. Schon der erste Vortrag hat ihn sehr beeindruckt, doch das Highlight war für Linz die Diskussionsrunde "Mega Trends and Mobile First World" mit Branchenköpfen von Facebook, Samsung, AT&T und Qualcomm. 

Bisher hatte ich den Eindruck, dass die diesjährige CES weniger bahnbrechende Innovationen präsentiert als vielmehr vom Gedanken geprägt ist, wie Unternehmen neue Technologien miteinander vernetzen und gezielt im Marketing einsetzen können. Daher war für mich die Podiumsdiskussion "Mega Trends and Mobile First World" ein Highlight meines Besuchs in Las Vegas. Hier äußerten sich Schwergewichte der Branche zu den aktuellen Entwicklungen in der digitalen Welt. Auf dem Podium saßen (von links): Vaughan Smith, VP Mobile and Corporate Development bei Facebook, Glenn Lurie, President Emerging Enterprises and Partnerships bei AT&T, Kevin Packingham, Chief Product Officer bei Samsung, und Anand Chandrasekher, Senior Vice President and Chief Marketing Officer bei Qualcomm.

Ihre Kernbotschaften in der Diskussion:

Vaughan Smith, Facebook

Er überraschte mit folgender Analyse der aktuellen mobilen Facebook-Nutzung:Über 60 Prozent der Facebook-Nutzer greifen mobil auf Facebook-Services zu. Dies geschieht mehrheitlich über sogenannte "Feature Phones", also Geräte, die nur für bestimmte Funktionen wie Facebook konfiguriert sind, und nicht wie oft vermutet hauptsächlich über Smartphones. 

Glenn Lurie, AT&T

"The Surprise is not a Surprise" – mit diesem Satz reagierte Lurie auf die Analyse des Facebook Managers. Er wies darauf hin, dass mittlerweile alle Services auf die Mobile-Nutzung zugeschnitten sind. Vielmehr vertrat er die Meinung, dass Nutzer ihr gesamtes Leben – oder wie er es ausdrückte "Car, Home, Daughter, Dog" – immer mehr mit den zur Verfügung stehenden Plattformen und Technologien vernetzen. Nutzer verlangen ein einheitliches und einfaches Erlebnis über alle Plattformen hinweg. Nur wer das bietet, kann erfolgreich im Markt agieren. Des Weiteren betonte er, dass es der Kunde sei, der definiert, was "cool" ist – und nicht etwa Hersteller oder die Branche. 

Kevin Packingham, Samsung

Er thematisierte die große Veränderung im Nutzungsverhalten der Konsumenten: Immer mehr Nutzer setzen mehrere Endgeräte nebeneinander ein. Als Beispiel führte er an, dass 80 Prozent der Tablet-Nutzer das Gerät auch während des TV-Konsums nutzen. Dabei besuchen sie nicht nur parallel E-Mail und Social Media-Plattformen, sondern fragen auch relevanten Content zum TV-Programm ab. Packingham unterstreicht hier die Chancen für Hersteller wie Samsung, dem Konsumenten Geräte anzubieten, die entsprechend miteinander vernetzt sind. 

Anand Chandrasekher, Qualcomm

Er stellte heraus, dass die Kombination von Tablets oder Smartphones mit der neuen LTE-Technologie ausschlaggebend dafür ist, dass der Nutzer künftig noch mehr Content über mobile und soziale Plattformen konsumieren und erleben wird. 

Kann sich ein neues mobiles Betriebssystem etablieren?

Ein weiteres Thema der Diskussionsrunde war die Entwicklung neuer mobiler Betriebssysteme. Grundsätzlich besteht unter den Diskutanten Einigkeit darüber, dass für ein drittes oder sogar viertes mobiles Operating System (OS) neben iOS und Android Platz im Markt ist. Lurie und Packingham begrüßten diese Entwicklung – gerade vor dem Hintergrund der Vorstellung des neuen mobilen Ubuntu-OS. Beide Experten vertreten die Ansicht, dass nur ein starker Wettbewerb auch Innovationen hervorbringt. Die Anbieter müssten diesbezüglich auf die Bedürfnisse der Konsumenten Rücksicht nehmen. Dies sei besonders notwendig in Ländern, in denen nach günstigeren Alternativen gesucht wird. Auch hier lehrt die Geschichte, dass die Marktführer von heute in fünf bis zehn Jahren nicht mehr relevant sein werden. Daher kann man aktuell auch beobachten, wie sich Apple und Google einen Innovationswettbewerb liefern. "Wenn uns die Geschichte etwas lehrt, dann das man Technologieführer sein muss, um weiter relevant zu sein", so Lurie. 

Automobilindustrie ist der Treiber für Connected Mobile Devices

Bei den Device Capabilities sahen die Podiumsteilnehmer hauptsächlich großes Potenzial bei der Verbesserung der Audio- und Video- Qualitäten. Das Ziel: Das Home-Theater in einem Tablet. Darüber hinaus hält aber auch gerade die Entwicklung bei den Connected Cars noch einiges für die Zukunft bereit. Das Auto wird künftig sehr viele Informationen zur Verfügung stellen – und am Ende ein Smartphone auf Rädern sein. 

Insgesamt gingen alle Diskussionsteilnehmer davon aus, dass die Automobilindustrie in den kommenden Jahren die Entwicklung von Connected Mobile Devices anführen wird. Auch die Smart-Homes-Branche wird künftig in Punkto Connected Mobile Devices große Schritte nach vorne machen. Als Haupttreiber erkennen die Experten die Themen Sicherheit und Energieeffizienz.

Rüge für die Arbeitgeber

Kritisch sahen alle Teilnehmer hingegen die Haltung vieler Unternehmen, keine innovativen Geräte am Arbeitsplatz zuzulassen, sondern weiter auf altbewährte Technologie zu vertrauen. Hier hat sich zwischenzeitlich ein Trend abgezeichnet, dass Mitarbeiter – auch bei Technologieunternehmen – ihre eigenen Geräte mit in die Unternehmen bringen, da diese technisch viel ausgereifter sind, als die zur Verfügung gestellten. Fragen zur Sicherheit und zum Datenschutz werden daher künftig mehr in den Vordergrund treten.

Mein Fazit:

Insgesamt war das eine sehr spannende Diskussion. Auch aus eigener Erfahrung sehe ich gerade die Automobilindustrie mit Innovationen aufwarten, die das Fahrerlebnis in vieler Hinsicht vereinfachen und technisieren werden. Problematisch sehe ich dagegen die vielen Konzepte selbstfahrender Autos, da meines Erachtens dafür eine komplett neue Infrastruktur geschaffen werden müsste. Viele Situationen wie Fahren bei Schnee oder Eisglätte sind mit Hilfe der Technologie heute noch nicht lösbar – aber auch dieser Traum könnte bald Wirklichkeit werden.

CES: Autobranche treibt Entwicklung von Connected Mobile Devices voran

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